Die eigene Solaranlage macht´s möglich
Erneuerbare Energie Fonds
Deutschland bezieht gut ein Fünftel des jährlichen Ölbedarfs über die 2.760 km lange peline „Druschba“, zu Deutsch Freundschaft. Die aus Russland kommende Pipeline ist nach ehrfacher Einstellung der Öllieferung im Januar in die Schlagzeilen gekommen. Hintergrund ist ein Streit zwischen Russland und Weißrussland, die leidtragenden Weiterverarbeiter und Verbraucher sitzen am Ende der Pipeline.
Wieder einmal mehr ist deutlich geworden, wie hoch die Abhängigkeiten von fossilen Energien und von deren Lieferanten ist. Das Bewusstsein verantwortungsvoller Investoren richtet sich deshalb schon lange auf Erneuerbare Energien. Ob in Form von Aktien, Investmentfondsoder geschlossenen Fonds, die Möglichkeiten sind vielfältig. Neben einer guten Rendite locken individuelle Einzelanlagen mit steuerlichen Vorteilen.
Erneuerbare Energie Fonds investieren in Anlagen zur Stromerzeugung. Strom aus Photovoltaikanlagen ist ebenso wie Strom aus Wind- oder Bioenergie vom örtlichen Energieversorger per gesetzlicher Verpflichtung zu kaufen. Ein großer Vorteil, den auch Investoren von Solarfonds zu schätzen wissen. Anlagen, die im Jahr 2007 erstmals ans Netz gehen, erhalten in Abhängigkeit der installierten Leistung eine unterschiedliche Vergütung. Dachanlagen bis 30 kWp (Kilowattpeak) bekommen 49,21 Cent/kWh, der Leistungsbereich bis 100 kWp wird mit 46,81 Cent/kWh vergütet. Der darüber liegende Anteil mit 46,30 Cent/kWh. Strom aus Freiflächenanlagen wird mit 37,96 Cent/kWh vergütet. Eine Abstufung nach Leistungsgröße gibt es nicht.
Trotz dieser guten Vergütung, gibt es seit Wegfall der Verlustzuweisungen immer weniger Solarfonds am Markt. Dabei wird allzu leicht vergessen, dass die Verluste, die bisher im Jahr der Investition zur Reduzierung des zu versteuernden Einkommens geführt haben, nicht verloren sind. Sie werden künftig innerhalb der Beteiligungsgesellschaft so lange vorgetragen, bis sie von künftigen Gewinnen übertroffen werden. Den jährlichen Ausschüttungen steht bis dahin keine Steuerlast aus zugewiesenen Gewinnen gegenüber, sie verbleiben brutto für netto. Ein zweiter Grund für die geringe Anzahl von Angeboten liegt in den bisher stets steigenden Modulpreisen. Seit kurzer Zeit sind die Preise sinkend und repräsentieren die Vergütungsdegression zur Jahreswende und das steigende Angebot durch neu errichtete Produktionsstätten und neue Technologien.
Investoren mit dem nötigen Kleingeld treffen seit einigen Monaten regelmäßig auf Angebote zum Kauf von Photovoltaik- Einzelanlagen. Gesellschaften, die bisher mit der Auflage von Fonds ihre Brötchen verdient haben, steigen auf Einzelangebote um bzw. ergänzen ihre Angebotspalette. Die gute Teilbarkeit der Anlagen erlaubt Einzelengagements teilweise schon ab 15.000 Euro Eigenkapital. Im Unterschied zur Fondsbeteiligung ist einiges anders. Kümmerte sich die Fondsgesellschaft bisher um die Fremdfinanzierung, ist dies nun Sache des künftigen Betreibers, wenn er den Eigenkapitalanteil niedrig halten will. Ein guter Ansprechpartner für Umweltkredite ist neben spezialisierten Banken wie der Nürnberger Umweltbank oder Bochumer GLS Gemeinschaftsbank die eigene Hausbank. Auch sie kann auf die günstigen Umweltkreditprogramme der KfW Mittelstandsbank zugreifen. Steht die Finanzierung, kann nach ausgiebiger Prüfung des Angebots die Entscheidung für die Wunsch-Anlage endgültig getroffen werden. Dazu können die Kriterien zur Fondsauswahl herangezogen und in etwa übertragen werden.
Zu berücksichtigen ist, dass Kosten z. B. für Gutachter bei kleineren Anlagen prozentual stärker ins Gewicht fallen als bei Großanlagen. Zur Risikoreduzierung sollten Investoren ausschließlich mit erfahrenen Anbietern zusammenarbeiten und auf die Qualität der eingesetzten Komponenten, insbesondere Unterkonstruktion, PV-Module, Wechselrichter und Verkabelung, achten. Durch Datenfernüberwachung ist es ein Leichtes, die Leistung von Referenzanlagen auszulesen nd zu bewerten. Nach Abschluss des Pachtvertrags steht der Errichtung und Inbetriebnahme durch einen zuverlässigen Anbieter nichts im Weg. Betreiber von PV-Anlagen werden zum Stromerzeuger und schließen einen Vertrag mit dem zuständigen Energieversorger EVU. Fortan beliefern sie das EVU mit Sonnenstrom und erhalten die gesetzlich verankerte inspeisevergütung. Hieraus entsteht die Pflicht zur Umsatzsteuerabführung an das Finanzamt. Anlagenbetreiber sind im Gegensatz zu Fondsbeteiligungen in der Pflicht, eigenverantwortlich Versicherungen abzuschließen.
Investoren haben bei Photovoltaik-Einzelanlagen die Möglichkeit, die regulären Abschreibungsregelungen gemäß AfA-Tabelle zu nutzen. Eingestuft als „Betriebsanlage allgemeiner Art“ ist die Abschreibungsdauer mit 20 Jahren festgelegt. Linear oder doch degressiv von Beginn an? (In der Musterberechnung degressiv). Die Ausgestaltung sollte in enger Abstimmung mit dem Steuerberater erfolgen. Individuell sind auch die Auswirkungen einer Ansparabschreibung zu prüfen. Sie kann in einer Höhe von bis zu 40 % der Anschaffungskosten gebildet werden (in der Musterberechnung niedriger) und ist die Voraussetzung dafür, um später eine Sonderabschreibung von bis zu 20 % der Anschaffungskosten in Anspruch nehmen zu können. Einkommensspitzen können unter Beachtung der zahlreichen Ausnahmen und Sonderregelungen geglättet werden. Die Ansparabschreibung an sich muss gemäß den Regelungen des § 7g EStG spätestens zum Ende des zweiten, auf die Bildung der Rücklage folgenden Wirtschaftsjahres gewinnbringend aufgelöst werden. Eine Abstimmung mit dem Steuerberater ist unerlässlich, besonders auch für Existenzgründer, für die wiederum besondere Regelungen gelten.
Fazit. Es lässt sich festhalten, dass die Vergütung des Sonnenstroms auf Basis des EEG und unter Berücksichtigung der Anlagengröße erfolgt. Im Vergleich zu geschlossenen Fonds ist die unternehmerische Verantwortung deutlich ausgeprägter, was sich in der Vielzahl von Verträgen äußert. Individuelle Solaranlagen werden wie alle anderen Wirtschaftsgüter abgeschrieben und bieten so die Möglichkeit, steuerliche Gestaltungsspielräume zu nutzen.
(Daniel Kellermann)







