FINANZWELT sprach hierüber mit Vorstand Michael Wilke
Erste Schiffsbeteiligung von Ideenkapital –
FINANZWELT: Die Branche wird sagen: Nun legt Ideenkapital auch noch Schiffe auf ...
Wilke: Wir sind uns schon bewusst, dass die Marktteilnehmer genau darauf schauen, was wir machen. Und darum haben wir es anders gemacht als andere.
FINANZWELT: Wie meinen Sie das?
Wilke: Lassen Sie mich es einmal so sagen: Ganz offensichtlich ist dieser Markt so überheizt, dass die Produktqualität fast keine Rolle mehr spielt. Der Vertrieb verlangt einfach Schiffe, da diese schnell und einfach verkauft werden können. Diesem Wettrennen wollten wir uns nicht blind anschließen.
FINANZWELT: Die Kritik ist hinlänglich bekannt - was haben Sie denn anders gemacht?
Wilke: Zunächst einmal haben wir keine Reederei gekauft, damit wir grundsätzlich in alle Schiffstypen investieren können. Abhängigkeiten schaden hier nur. Da wir kein eigenes Know-how in diesem Markt hatten, waren wir froh, dass wir Herrn Martin Strothmann als Vorstand für unsere Ideenkapital Marine Finance AG, die Initiatorin unserer Schiffsbeteiligungen, gewinnen konnten. Er und das von ihm eingebrachte Team brachten entsprechende Kontakte und Wissen mit. Deren Aufgabe war es nun, Partner ausfindig zu machen und für einen vernünftigen Einkauf sowie für ein professionelles Reedermanagement Sorge zu tragen.
Wilke: Die Form der Zusammenarbeit. Der Inhaber des Unternehmens Mario Prezzi war immerhin Vorstandsmitglied des Schweizer Erdölkonzerns AGIP, hat eine erstklassige Bonität und war an einem fairen, langfristigen Deal interessiert.
FINANZWELT: Unter anderem das Analysehaus Stephan Appel, aber auch andere, geben Ihnen ein sehr gutes Rating. Das spricht für Sie. Unter anderem, weil die Eckdaten stimmen, das Schiff schon in Fahrt ist und Geld verdient und Produktentanker eine gute Perspektive haben. Warum eigentlich Produktentanker, Sie haben ja, wie ich höre, bereits noch weitere hinzu gekauft?
Wilke: Sie hören richtig. Wir haben wirklich bereits weitere Produktentanker im August 2003 erworben. Dieser Markt wird – im Gegensatz zu Öltankern und Tonnageschiffen – bereits ab dem Jahr 2008 durch fehlende Tonnage gekennzeichnet sein. Das hat stark damit zu tun, dass viele Schiffe in dieser Klasse aufgrund Überalterung abgewrackt (ca. 43 %) werden müssen. Zusätzliche Effekte ergeben sich aus den IMO- und EU-Beschlüssen zum Verbot von Einhüllentankern.
FINANZWELT: Warum starten Sie dann mit einem vergleichsweise kleinen Projekt und kommen nicht gleich mit einem Flottenfonds auf den Markt?
Wilke: Geben Sie uns doch einfach erst einmal die Chance, mit einem grundsoliden Schiff vom Stapel zu gehen. Unser erstes Schiff liegt bereits jetzt deutlich über Plan! Anleger können sich noch an der Tranche 2004 beteiligen. Wir werden durch entsprechende Folgefonds schon zeigen, dass dieser Markt bei entsprechend gezielter Auswahl für Vermittler und Anleger hochinteressant ist.
FINANZWELT: Erlauben Sie mir eine Abschlussfrage: Warum sind nach Ihrer Einschätzung so viele Initiatoren kritisch gegenüber Produktentankern?
Wilke: Ich vermute, weil es mit einem höheren Aufwand verbunden ist als beispielsweise bei einem Containerschiff. Bevor Sie üblicherweise die Zertifizierung für einen Produktentanker erhalten, sind schnell einmal ein paar Monate ins Land gegangen. Auch hier haben wir bei der Partnerauswahl darauf Wert gelegt, einem Unternehmen wie ITM zusammen zu arbeiten, dessen Reputation so außerordentlich ist, dass diese Vorlaufzeit faktisch entfällt.







