Geballtes Wissen im Wiesbadener Kurhaus
Erstes Treffen des FINANZWELT-Kompetenzbeirats
Das Ambiente der Räumlichkeiten des Wiesbadener Kurhauses hätte für die erste Sitzung des Kompetenzbeirats nicht treffender sein können. Im Salon Ferdinand Hey`l – benannt nach Wiesbadens erstem Kurdirektor – kamen die Beiräte zu einem ausführlichen Informationsaustausch zusammen.
Ganz im Vordergrund des ersten Treffens standen dabei die Themen „Marktveränderungen und -entwicklungen des Vertriebs im neuen Jahr“ und „Der zukünftige strategische Wert der Informationstechnologie und des Internets“. Zum ersten Punkt erläuterte Claus Quahl, Vorstandsvorsitzender der SRQ FinanzPartner AG: „ Nach einem erneuten Schlussverkauf in der Lebensversicherung werden versicherungsfokussierte Berater Anfang 2007 wieder einige Monate lang klagen. Wer dagegen mit einem ausgewogenen Produktmix im Absatz aufgestellt ist, hat diese Sorgen nicht. Beteiligungen bleiben ein Treiber im Geschäft. Allerdings werden sich die Vermittler allmählich auf neue Provisionsstrukturen einstellen müssen. Zertifikate wollen viele verkaufen, aber nur wenige dürfen es.“So waren sich die Experten im Bereich geschlossene Fonds darüber einig, dass das Beteiligungsthema nicht abebben, sondern an Bedeutung zunehmen wird. Auch dass die Zeiten der steuerindizierten geschlossenen Fonds spätestens seit diesem Jahr vorbei sind und es gerade in Zukunft auf das richtige Herausfiltern der guten Produkte ankommt. „Die Diskussion hat gezeigt, dass viele der herkömmlichen Produkte nicht mehr funktionieren. Die LV und die Steuersparfonds seien nur beispielhaft genannt. Der Trend geht klar in Richtung geschlossene Fonds mit den unterschiedlichsten Inhalten. Denn nur dieses Produkt ermöglicht es dem Kunden, sein Portfolio zu diversifizieren und seine Erträge auf eine verbreiterte Basis zu stellen, was die Stabilität steigert und die Volatilität absenkt“, erörtert Hans J. Bär, Geschäftsführer der gleichnamigen GmbH & Co. KG.
Und Pierre-Rico Markart, Vorstandsvorsitzender der Integra Finanz Service AG vervollständigt: „Die Vertriebslandschaft wird sich in den nächsten Jahren sicherlich grundlegend ändern und – wie bereits in unserem übrigen Umfeld erlebt – in arm und reich trennen. Damit zählt die Kompetenz und die Marktkenntnis ob der verschiedenen Kapitalanlageformen mehr denn je. Umso wichtiger wird es sein, das Breitengeschäft für Anleger und Vermittler verständlich, transparent und sicher zu gestalten.“ Recht hat er!
„Unsere Vertriebslandschaft wird sich in den kommenden Jahren immer klarer darstellen.Persönliche Netzwerke und der gemeinsame Austausch im Markt nehmen neben der schnellen Kommunikation übers Internet einen immer größeren Stellenwert ein. Die persönliche Betreuung steht mehr im Vordergrund, gleich ob es sich um den Kontakt der Emissionshäuser zum Vertrieb oder direkt zum Endkunden handelt. Daher freut es mich,ein "Medium" wie den Kompetenzbeirat mit meinen Erfahrungen und Ideen begleiten zu dürfen und wünsche uns allen an dieser Stelle gutes Gelingen.“ Alexandra Wiedmann, Vertriebsleiterin DCM AG.
Nach einem ausgiebigen Mittagessen wurde gerade in Zeiten von MiFID und VVR über die immer wichtiger werdende Thematik „Informationstechnologien“ diskutiert. Ein Bereich, der viel Geld „verschlingt“, aber gerade 2007 aufgrund der gesetzlichen Regelungen bedeutend ist. „Im Vorteil sind jene Vertriebe, die schon immer leistungsfähige Systeme für die Kundenverwaltung und -betreuung vorgehalten haben. Zwar müssen auch sie noch ein wenig nachrüsten, aber mit überschaubarem Aufwand“, beschreibt Claus Quahl. Dabei wird das Internet als Hilfsmittel für den Vertrieb sicher vermehrt eine große Rolle einnehmen. „Das Internet ist schon heute das Kommunikationsmedium mit meinen Kunden. In der Regel haben wir mit unseren Bestandskunden zu Beginn des Jahres ein Strategie- Meeting. Der Rest der Kommunikation findet dann per Mail und Telefon statt“, so Hans J. Bär. Und Claus Quahl ergänzt warnend: „Keiner möchte mehr die schnelle Kommunikation missen, die das Internet ermöglicht. Aber eines steht auch fest: Das Internet ist immer nur ein Werkzeug, ein Hilfsmittel. Die Beratung bleibt stets ein Geschäft, das viel Persönlichkeit erfordert, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.“
Eine kompetente und persönliche Beratung wird demnach auch im neuen Jahr der größte Faktor für den Erfolg eines Finanzdienstleisters bleiben. „Informationstechnologie und die Einstellung auf die Vermittlerrichtlinie sind eine Selbstverständlichkeit für ein Netzwerk wie es die ASG ist. Entscheidend bleibt dennoch, dem Vertrieb Methoden und Hilfe zu geben, wie er zum Termin beim Kunden über verschiedene Zugangswege kommt. Dabei spielen eine professionelle und qualifizierte Leadaufbereitung, verbesserte Methoden zur Bestandsarbeit – gerade auch EDV-technisch unterstützt – und qualifiziertes Kundenpotenzial über Internetgewinnung und z.B. Bankenkontakte eine wichtige Rolle. Besonders hier schlummern noch viele ungenutzte Potenziale,“ so Walter Klein, Geschäftsführer der AssecuranzService Gesellschaft mbH & Co. KG aus Hofheim/Ts. Potenziale, die es zukünftig zu Nutzen gilt.
Insgesamt demnach ein gelungener Tag mit vielen Anregungen und Ideen, oder – wie Carsten Möller, Geschäftsführer von maxPool Servicegesellschaft für Finanzdienstleister mbH, treffend resümierte: „Nette kompetente Menschen in einem schönen Umfeld kennzeichneten die erste Beiratssitzung der FINANZWELT. Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich schon jetzt auf die zweite Sitzung.“ Das FINANZWELT- TEAM auch.
(Marc Oehme)







