ETFs groß im Kommen
Exchange Trades Funds
Die ETFs konnten trotz klar negativer Entwicklung der Börsen weiter kräftig zulegen. Das Vermögen der europäischen ETF-Fonds stieg einer Lipper-Statistik zufolge im ersten Quartal um rund 5 % oder 4,6 Mrd. Euro auf 96,25 Mrd. Euro.
In solchen Verhältnissen dürfte denn auch der wichtigste Grund für den Erfolg der ETFs liegen: Diese Fonds werden nicht aktiv gemanagt, sondern zielen einfach darauf ab, einen gegebenen oder speziell konstruierten Index im Depot nachzubilden und zu halten, was die Verwaltung und den Handel dieser Instrumente enorm vereinfacht: Eingebaute Transparenz bei minimalem Aufwand ist auf jedem Investmentmarkt ein sicheres Erfolgsrezept. Die in der BVI-Statistik dominierenden konventionellen Fonds treiben wesentlich mehr Aufwand für ihr aktives Management, was nur durch dauerhaft proportional erhöhte Erträge zu rechtfertigen wäre, wegen der erhöhten Kosten. Dass aber alle Fondsmanager ständig ihren Index schlagen können, ist schon rechnerisch unmöglich, tatsächlich ist es aber sogar die Regel, dass die Fonds ihre Benchmark verfehlen. Bei dieser Lage ist der Verzicht der ETFs auf aktives Management dann nicht nur ein Kostenvorteil, sondern auch ein positiver Ertragsfaktor: Die Anleger erhalten wenigstens die Erträge, die der jeweilige Markt im Durchschnitt hergibt.
Dieser Trend zu den ETFs ist in anderen Ländern schon länger zu beobachten, der Standort Deutschland zieht aber nach: Die Deutsche Bank unter dem Titel db xtrackers und die Deka mit dem Label ETFlab lieferten zusammen 25 der 26 im ersten Quartal in Europa neu auf den Markt gekommenen ETFs, wobei die Sparkassenleute beim Geldsammeln deutlich erfolgreicher waren, als die Deutsch-Banker: ETFlab sammelte in den drei Monaten 790 Mio. Euro frisches Geld ein. Die enorme Dynamik dieses Investment-Segmentes, selbst in schwierigen Zeiten, zeigt, wie groß der Bedarf ist für diese Instrumente und wie sehr der bislang übliche gemanagte Fonds unter dem Druck steht, seine Position auf dem Markt zu behaupten. Dass das eingangs genannte Wachstum des Vermögens der ETFs sogar noch eher schwach war, lässt sich am Jahresvergleich per 31.3. nachvollziehen: Da legten die von Lipper betrachteten 451 ETFs sogar um über 30 % zu.
Auch wer im freien Vertrieb Investmentfonds im Koffer hat, sollte sich die ETFs genauer ansehen: Die deutlich höhere Transparenz schützt auch den Vertrieb vor Überraschungen und Informationsund Haftungsfallen: Bei diesen Produkten ist deutlich, was drin ist, und jeder halbwegs Kundige mit Internetzugang kann ohne weiteres selbst nachvollziehen, was es mit dem jeweiligen Investment auf sich hat. Neben den hier genannten Adressen sind Lyxor und Barclays stark in diesem Geschäft.
(Martin Klingsporn)







