Der Versicherungs-Award 2002
FINANZWELT hat erstmals den Versicherungs-AWARD
Im Rahmen der letzten FINANZWELT-Vertriebstage in Melle wurde der Versicherungs-AWARD verliehen an:
1. InterRisk Versicherungs-AG,
2. Aspecta Versicherung AG,
3. WüBa Württembergische und Badische Versicherungs AG.
Ausgezeichnet wurden die Spitzentarife der drei Versicherer für ihre Versicherungs-Bedingungen, die aus Verbrauchersicht auf dem höchsten Niveau liegen, das derzeit in dieser Sparte in Deutschland erhältlich ist.
Unabhängige Jury
Dieses Urteil hat eine unabhängige Jury ein stimmig gefällt. Ihr gehörten an:
- Claus-Peter Meyer, freier Journalist und Chefredakteur des VersicherungsJournals, Ahrensburg;
- André Salau, Versicherungsberater bei der Verbraucherberatungsstelle für Versicherungen e.V., Hamburg;
- Hans-Ludger Sandkühler, Versicherungsmakler und Vorsitzender des ivm Institut der Versicherungsmakler e.V., Bochum;
- Wolfgang Scholl, Referent für Versicherungen beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.– vzbv, Berlin;
- Dorothee Schöneich, Herausgeberin der FINANZWELT, Wiesbaden.
Schwächen nicht tolerierbar
Von der Jury wurden nicht einzelne Highlights, sondern jeweils die gesamten Versicherungs-Bedingungen untersucht. Eine Chance für einen Platz auf dem Treppchen hatten nur Angebote, die sich in keinem Leistungsbereich wesentliche Schwächen leisten. Von den für den AWARD gemeldeten rund 170 Tarifen von circa 70 Gesellschaften blieben schon nach Überprüfung einiger K.O.-Kriterien nur wenige für die engere Wahl übrig.
- Allmähliche Einwirkung von Gasen ist mitversichert;
- Bewusstseinsstörungen durch Trunkenheit sind mitversichert;
- Krankhafte Störungen infolge psychischer Reaktionen nach Unfällen mitversichert;
- Nahrungsmittelvergiftung ohne Altersbegrenzung mitversichert;
- Ertränkungs- bzw. Erstickungstod unter Wasser gilt als Unfall;
- Bei überraschendem Kriegsausbruch im Ausland bleibt der Versicherungsschutz länger als sieben Tage weiter bestehen;
- Eine bereits vor dem Unfall vorhandene Invalidität wird nur eingeschränkt angerechnet;
- Die Frist zur Feststellung und Geltendmachung der Invalidität ist länger als 15 Monate.
Daneben wurden zahlreiche weitere Kriterien für die Beurteilung herangezogen, die aus Verbrauchersicht von entscheidender Bedeutung sind. Die Jury kritisiert, dass viele Versicherer ihre Angebote mit diversen Zusatzleistungen auf peppen, ohne die Qualität der Absicherung für die Versicherten deutlich zu verbessern. Für Laien seien solche Blendwerke schwer zu erkennen.
Weg mit den „Light “Tarifen!
Sehr kritisch sieht die Jury des FINANZWELT-Awards, wie die Branche den Versicherungsschutz in verschiedenen Leistungsstufen anbietet. Bezeichnungen wie „Basis, Komfort und Luxus “täuschten die Verbraucher, denn häufig fehlen in der „Basis “Tarifstufe elementar wichtige Klauseln, die nur zusammen mit überflüssigem Schnickschnack in der „Luxus“ Variante gekauft werden könnten. Die Juroren appellieren an die Produktmanager der Assekuranz, Tarife zu streichen, die gefährliche Leistungslücken enthalten. Bei Angeboten für preissensible Kunden sollte statt dessen lieber bei nicht existenzwichtigen Leistungen wie dem Krankenhaustagegeld gespart werden.
Die Großen entziehen sich dem Vergleich
Alle drei ersten Plätze des Versicherungs-AWARDs gingen an Versicherungs-Gesell schaften, die ihre Produkte ausschließlich über Versicherungsmakler und Mehrfachagenten absetzen. Nur in diesem Teil des Marktes findet ein ernstzunehmender Bedingungs-Wettbewerb statt. Für den Versicherungs-AWARD haben sich insbesondere kleine und mittlere Versicherer, die meisten mit Makler-Vertrieb, beworben. Die ganz Großen der Branche entwickeln wenig Ehrgeiz, sich auf diese Qualitäts-Konkurrenz einzulassen. AMB Generali, Allianz, Axa und Ergo haben ihre Unfall-Tarife (bis auf eine Unfall-Pflege Rente der Axa) nicht zur Prüfung vorgelegt.
(Claus-Peter Meyer)







