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Kraftwerke aus Aldi-Dächern

FINANZWELT IM GESPRÄCH

Mit ihrer DCM Energy GmbH & Co. Solar 1 KG startet das Münchner Emissionshaus DCM Deutsche Capital Management AG seinen ersten Fonds einer Serie von Beteiligungen im Bereich Erneuerbarer Energien. Ein Beitritt ist ab 10.000 Euro möglich. Es sollen 47 Mio. Euro Eigenkapital eingeworben werden. Darauf gibt es anfänglich 6 % Ausschüttungen, die später deutlich steigen. Zudem sieht das Konzept ein einmaliges Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren vor. FINANZWELT sprach über den neuen Fonds und den Solarmarkt mit Alexandra Wiedmann, als Marketing Direktor Sales verantwortlich für den Vertrieb bei der DCM AG.

FINANZWELT: Was hat die DCM bewogen, mit dem Solar Fonds 1 eine neue Produktreihe aufzugreifen?

WIEDMANN: Unser Haus beschäftigt sich schon seit einigen Jahren mit den Chancen von Erneuerbaren Energien, weil sich hier interessante und durch das Erneuerbare Energien Gesetz fest kalkulierbare Vergütungen und somit gesicherte Einnahmen und langfristige Gewinnchancen ergeben.

FINANZWELT: Was ist das Besondere und was sind die Highlights Ihres Fonds?

WIEDMANN: Wir konnten die Unternehmensgruppen Aldi Nord und Aldi Süd gewinnen und ca. 40 Großflächendäche rihrer Logistikzentren in Deutschland und Spanien für die Erstellung der Photovoltaikanlagen verpachten. Neun der Anlagen sind bereits fertiggestellt, 5 bereits am Netz. Die Anlagen erwirtschaften bis jetzt trotz des schlechten Wetters deutlich mehr Erträge, als im Fonds prognostiziert. Mit seiner Anfangsausschüttung von 6 % und den 16 Jahren einkommensteuerfreien Erträgen kommt unser Fonds, der gewerbliche Einkünfte erzielt und somit nicht der Abgeltungssteuer unterliegt, bei Vertrieb und Anlegern hervorragend an. Das Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren wird auch Anlegern gerecht, die eine kürzere Laufzeit suchen. Somit ergibt sich ein rundherum gut geschnürtes Paket.

FINANZWELT: Wie sieht es mit Fertigstellungsrisiken oder Rückbaukosten aus?

WIEDMANN: Der Fonds übernimmt nur fertig gestellte Anlagen, die von unserem Partner – dem Fraunhofer Institut – abgenommen wurden. Die Rückbaukosten nach 20 Jahren in Deutschland bzw. 25 Jahren in Spanien übernehmen die Partner.

FINANZWELT: Wie sieht es mit der Fremdfinanzierung aus, wie sind dort derzeit die Konditionen?

WIEDMANN: Wir haben den Finanzierungszins bereits für die gesamte Laufzeit für den Fonds bei einem Niveau von 6,1 % p. a. nach oben abgesichert. Eine kluge Entscheidung unseres Finanzvorstandes war die Möglichkeit, sog. Swaptions zu nutzen. Sollte der Zins bei Inanspruchnahme – wie momentan der Fall – bei rd. 5,85 % p. a. liegen, könnte diese stille Reserve gehoben werden und höhere Ausschüttungen ermöglichen. Außerdem werden zurzeit mit der Europäischen Investitionsbank Verhandlungen über eine Förderung geführt, die im E rfolgsfall zu einer weiteren Zinsverbilligung führen würden.

FINANZWELT: Es gibt also nach oben einen „Deckel“ bei 6,1 % p. a. Bessere Zinsen können sich für den Fonds positiv auswirken?

WIEDMANN: Ja, das ist richtig. Bei dem eben erwähnten Zinssatz von 5,85 % p. a. hätte der Fonds eine jährliche Zinsersparnis von ca. 162.000 Euro. Dieses käme einer um 0,35 % p. a. höheren Ausschüttung gleich.

FINANZWELT: Die Windfonds litten ja in der Vergangenheit unter den großen Windschwankungen. Unterliegen Solaranlagen ebenfalls diesen großen Schwankungen?

WIEDMANN: Im Vergleich zur Windkraft sind die Einstrahlungsschwankungen für Solaranlagen in der Tat statistisch geringer. Da wir mit unserem Solarfonds auf ca. 40 Standorte in Deutschland und Spanien zugreifen, wird sich diese breite Streuung stabilisierend auf mögliche Strahlungsschwankungen auswirken. Das macht die Renditeprognose für den Anleger kalkulierbarer als bei einem Fonds, der beispielsweise nur auf 2 Standorte zugreifen kann.

FINANZWELT:Was befähigt die DCM zu diesem neuen Geschäftsfeld? Hat sie eigenes Know-how?

WIEDMANN: Wie Sie vielleicht wissen, wurde der Bereich Konzeption im Hause DCM seit Anfang des Jahres systematisch personell ausgebaut, um neue Themen – wie beispielsweise Erneuerbare Energien – kompetent abzudecken. Daneben zeichnet sich Solar 1 aber auch durch sehr namhafte Partner aus: Wir arbeiten hier mit der börsennotierten Centrosolar Group AG, der Pohlen Bedachungen GmbH & Co. KG, der Pohlen Solar GmbH und dem bekannten Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) zusammen. Alle Unternehmen verfügen über hohe Kompetenz in ihrem Teilsegment.

FINANZWELT: DCM wird also auch künftig weitere Solarangebote konzipieren?

WIEDMANN: Ja, unsere Konzeption arbeitet bereits an weiteren Produkten. Neben anderen Solarfonds bemühen wir uns zurzeit, Container für einen dritten Containerfonds zu erwerben. Zusätzliche innovative Konzepte befinden sich im Anfangsstadium.



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