Klares Ziel –die Nummer 1 im Poolmarkt
FINANZWELT IM GESPRÄCH
Der Vorstandswechsel lief laut Vorstandsvorsitzenden Dr. Sebastian Grabmaier „undramatisch und freundschaftlich“ ab. „Wunschkandidat“ Thomas Heß wurde zum 1. September neuer Vertriebsvorstand der Jung, DMS & Cie. AG und damit Nachfolger von Lutz Delius, der in den Vorstand der Lloyd Fonds AG wechselte. Der 41-jährige Diplom-Betriebswirt Heß kam von der WWK, bei der er seit 1998 als Bereichsleiter Marketing und als geschäftsführender Verwaltungsrat der konzerneigenen Fondsgesellschaft WWK Investment S. A. tätig war. Bei Jung, DMS & Cie. AG ist er nun für die Ressorts Vertrieb, Marketing und Produktmanagement Versicherungen zuständig. FINANZWELT sprach mit ihm über seine Ziele.
FINANZWELT: Nach fast zehn Jahren WWK widmen Sie sich einer neuen Herausforderung. Welche sind Ihre ersten Schritte?HEß: Zunächst einmal will ich in kurzer Zeit viel Wissen über das Unternehmen, die Produktschwerpunkte und unsere Poolpartner sammeln. Meine bisherigen fachlichen Schwerpunkte lagen im Versicherungssektor und im allgemeinen Fondsgeschäft – in die JDC-Themen Zertifikate und Beteiligungen muss ich mich noch gründlicher einarbeiten. Darüber hinaus funktioniert ein Maklerpool in seinen Prozessen und Abläufen grundsätzlich anders als ein Versicherungsunternehmen. Die Vertriebspartner hegen gegenüber ihrem Pool auch andere Erwartungen als gegenüber einem ihrer zahllosen Versicherungspartner. Es gibt also viel zu lernen und zu tun – wir werden es tatkräftig anpacken!
FINANZWELT: Was waren die Gründe für Ihren Wechsel?
HEß: Für meinen Wechsel von der WWK zu Jung, DMS & Cie. gibt es mehrere gute Gründe: Zum einen hat mich die Poolphilosophie schon immer fasziniert, also die unbegrenzten vertrieblichen Möglichkeiten eines Pools. Dagegen hat man im Vertrieb eines Produktgebers zwangsläufig den Flaschenhals einer einzigen Produktfabrik im Hintergrund. Außerdem hat sich Jung, DMS & Cie. als einer der in jeder Hinsicht führenden Pools in den letzten Jahren ein exzellentes Markt-Standing erkämpft. Ich kann so bei meiner Arbeit auf eine hervorragende Marke und ein professionelles Team zurückgreifen. Last but not least spielt bei einem Wechsel das Bauchgefühl eine wichtige Rolle und in diesem Punkt sind die handelnden Personen von zentraler Bedeutung. Ich kenne und schätze Dr. Sebastian Grabmaier seit Jahren. Die Vorgespräche mit ihm, seinen Vorstandskollegen sowie dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Klaus Jung verliefen sehr angenehm und zielorientiert. So habe ich schnell den Entschluss gefasst: Diese Herausforderung will ich annehmen!
FINANZWELT: Das Aufgabengebiet erscheint noch umfangreicher als bei der WWK. Wird Sie Ihre Familie da noch sehen?
HEß: Stimmt, das Aufgabengebiet umfasst jetzt Vertrieb und Marketing, so dass sowohl ich selbst als auch meine Familie darauf eingestellt sind, dass mein Zeitkorsett zukünftig noch weiter angespannt sein wird. Das ist nun einmal der Preis, den man für eine verantwortungsvolle Herausforderung zu bezahlen hat!
FINANZWELT: Liegt Ihr Fokus hauptsächlich auf dem Vertrieb von Investmentfonds oder wird es auch einen neuen Schwerpunkt bei Jung, DMS & Cie. im Bereich Versicherungen geben?
HEß: Jung, DMS & Cie. hat seinen Schwerpunkt traditionell im Investmentgeschäft. Unabhängig davon wurden aber in den letzten Jahren zusätzlich die Produktbereiche Versicherungen, Beteiligungen und Zertifikate inklusive Haftungsdach auf- und ausgebaut, so dass wir uns uneingeschränkt als echten Vollsortimenter im Poolsektor bezeichnen können. Kurzum: Wir wollen in allen 4 Breichen kräftig wachsen!
FINANZWELT: Abschließend gefragt, wie sehen Ihre kurzfristigen und langfristigen Ziele aus?
HEß: Ich glaube, dass ein Maklerpool wie Jung, DMS & Cie. im Umfeld der anhaltenden Konsolidierung und Bereinigung am Vertriebsmarkt mehr denn je ein starkes organisches Wachstum braucht, um nachhaltig eine führende Rolle spielen zu können. Unsere Poolpartner und die, die es noch werden sollen, erwarten von uns als Dienstleister Top-Konditionen, umfassenden Service, Spitzenbetreuung und technologische Unterstützung zu ihrer administrativen Entlastung. All das kostet viel Geld und setzt Skaleneffekte voraus. Und nur der Pool, der stark wächst und die richtige Unternehmensgröße erreicht, kann seinen Partnern die geforderten Leistungen auf hohem Niveau bieten.
Fazit: Wir müssen in einem hart umkämpften Markt den Vertrieb forcieren und weiter wachsen! Mein Eindruck von außen war bisher, dass die meisten Pools keinen wirklich aktiven Vertrieb praktizieren, sondern eher auf Anfragen interessierter Makler reagieren – das wird zukünftig definitiv nicht mehr reichen. Genau bei diesem Prozess kann ich meine Stärken bei der Anbindung neuer Poolpartner, aber auch bei der Stärkung der Zusammenarbeit mit unseren bestehenden Partnern, einbringen. Mein wichtigstes Ziel – und das des gesamten Vorstandsteams – ist klar: Wir wollen mittelfristig zur Nummer 1 im Poolmarkt aufsteigen, daran darf es keinen Zweifel geben!







