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Die Plattform des Sustainability-Gedankens

FINANZWELT IM GESPRÄCH

Bereits zum vierten Mal treffen sich am 6. und 7. Mai 2008 Vertreter der Finanzwirtschaft, Politik und der Medien zum Thema Nachhaltigkeit als Innovationsund Zukunftsfaktor. Ort des B2B-Events ist der ehemalige Sitz des Deutschen Bundestages, das World Conference Center in Bonn. FINANZWELT sprach mit Janina Goldenstein, Geschäftsführerin der Congress GmbH, die das Event managt, sowie Björn Drescher, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Sustainability-Gedankens e. V.

FINANZWELT: Frau Goldenstein, Herr Drescher, wie kamen Sie 2005 zu dem Gedanken, eine solche Veranstaltung ins Leben zu rufen?

DRESCHER: Letztlich waren drei Gründe entscheidend: Ein wachsendes Angebot ökologischer Investments, eine stärkere Nachfrage derartiger Produkte seitens der Anleger und Vermittler sowie die Erkenntnis, dass wir angesichts der fortschreitenden Umweltbelastung und der Verknappung natürlicher Ressourcen auf einen Bewusstseinswandel innerhalb unserer Gesellschaft angewiesen sind.

GOLDENSTEIN: Wir wollten einen Kongress schaffen, der Interessierten als Anlaufstelle dient, Platz zum Gedankenaustausch und zur Diskussion liefert und dabei unabhängig von der Einflussnahme einzelner Marktakteure bleibt.

FINANZWELT: Was dürfen Teilnehmer und Besucher vom 4. Sustainability Congress erwarten? Welche inhaltlichen Themen werden behandelt?

DRESCHER: Wir waren schon in den vergangenen Jahren immer bemüht, eine ausgewogene Mischung zwischen Grundsatzthemen der „Nachhaltigkeit“ und Bezug zu aktuellen Themen zu präsentieren. Auf der Agenda steht in diesem Jahr unter anderem die Frage, wie sich „nachhaltiges“ und „konventionelles“ Fonds-Management im Detail unterscheiden. Mit Bezug auf den aktuellen Ölpreis gehen wir aber auch der Frage nach, wie lange die fossilen Brennstoffe noch reichen und ob die Atomkraft wirklich verzichtbar ist. Welche Rolle messen die Medien ökologischen Investments zu? Wie vielseitig können Investments in den Themenkreis „Wasser“ sein? Welchen ökologischen Beteiligungsmodellen gehört die Zukunft? Zudem bieten wir einmal mehr einen Überblick über die Leistungsbilanz ökologischer Investmentfonds in den vergangenen Jahren.

FINANZWELT: Im Vergleich zu 2006 wurde die Teilnehmerzahl im letzten Jahr mit fast 500 Besuchern beinahe verdoppelt. Wie sind die Erwartungen für dieses Jahr?

GOLDENSTEIN: Wir sind guter Dinge, die letzten Zahlen zu übertreffen. Die uns bereits heute schon vorliegenden Anmeldungen sprechen für weiteres Wachstum des Kongresses und für ein großes Interesse. Das gilt übrigens auch für Aussteller und Medienvertreter.

FINANZWELT: 2005 wurden nachhaltige Investments noch belächelt, heute „schmückt“ man sich gerne damit. Wie sehen Sie die Entwicklung des Themas Nachhaltigkeit?

DRESCHER: Das Bewusstsein für die Thematik wird mit jeder Meldung in den Medien zu den Themenkreisen Umweltverschmutzung, Energieknappheit und soziale Ungerechtigkeit stärker gegenwärtig. Die Sensibilität der Anleger und Berater nimmt zu und mündet zusehends stärker auch in den Wunsch, einen eigenen Beitrag leisten zu wollen, was mit nachhaltigen Kapitalanlagen möglich ist.

FINANZWELT: Besteht hierbei nicht die Gefahr, dass sich Fonds nachhaltig nennen, die es eigentlich gar nicht sind?

DRESCHER: Die Gefahr besteht immer! Umso wichtiger ist es, die schwarzen Schafe zu enttarnen. In diesem Zusammenhang leistet der Kongress als Medium und Forum konstruktiven gedanklichen Austauschs eine wichtige Funktion, sorgt er doch für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit von Produkten und Dienstleistern.

FINANZWELT: Auch in diesem Jahr werden Nachhaltigkeitsexperten für ihre Verdienste durch Sie gewürdigt. Was zeichnen Sie genau aus?

GOLDENSTEIN: Wir verleihen insgesamt drei Sustainability-Congress- Awards: Kategorie 1: Für ein besonders nachhaltig geführtes Unternehmen. Kategorie 2: Für eine besondere technische Innovation, die zu ökologischem Fortschritt geführt hat. Kategorie 3: Für besonderes journalistisches Engagement im Zusammenhang mit dem Thema „Sustainability“. Die Jury besteht aus Personen, die diese Fragen auch am besten beurteilen können: den Fondsmanagern der Nachhaltigkeitsfonds, vertreten durch die Manager unserer Hauptsponsoren.

FINANZWELT: Abschließend gefragt: Kann man mit Ökologie, Moral und Ethik auch zukünftig gutes Geld verdienen?

DRESCHER: Bis heute gibt es keinen empirischen Beweis für einen Mehrwert einer sustainable gemanagten Geldanlage gegenüber konventionellen. Genauso wenig gibt es aber auch einen Beweis für die Tatsache, dass dieser Ansatz zu geringeren Renditen führt. Wir sind davon überzeugt, dass man genauso gute Wertentwicklungen mit nachhaltigen Strategien erzielen kann, wie ohne! Welchen Stil unsere Welt und unsere Gesellschaft unter dem Gesichtspunkt der Selbsterhaltung vorziehen, dürfte auf der Hand liegen.


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