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FINANZWELT Im Gespräch mit Lutz Schroeder, Vorstand der Cash.life AG, München

FINANZWELT: Herr Schroeder, mit Unternehmensgründung hat die cash.life AG 1999 den Zweitmarkt für Kapitalversicherungen in Deutschland etabliert. Wie hat sich der Markt seither entwickelt?
Schroeder: Die Nachfrage nach einer Alternative zum Policenstorno war und ist enorm hoch. Pro Monat bearbeiten wir derzeit rund 3.000 Anfragen von verkaufswilligen Versicherungsnehmern. Aktuell verwaltet die cash.life AG ein Portfolio mit einem Rückkaufwert von knapp 600 Millionen Euro. Wir rechnen auch künftig mit einer stetigen Ankaufssteigerung, für das laufende Jahr planen wir Neuankäufe von 300 Millionen Euro. Nach wie vor wird mehr als jede zweite Lebensversicherung in Deutschland vorzeitig storniert. 2003 wurde ein Stornovolumen von über 12,3 Milliarden Euro zurückgezahlt. Und das trotz ungebrochener Popularität der klassischen Lebensversicherung. Sinkende Ablaufleistungen und reduzierte Garantieverzinsungen konnten daran nichts ändern. Dies hat eine von uns in Auftrag gegebene Allensbach-Studie ergeben.

FINANZWELT: Sie führen allerdings nicht mehr alle Policen im eigenen Bestand weiter. Im letzten Jahr hat cash.life sich auch als Einkäufer für geschlossene Fonds betätigt. Wie sehen Sie die Entwicklung von Zweitmarktfonds, die in deutsche Lebensversicherungen investieren?
Schroeder: Das Interesse an dieser neuen Assetklasse war 2003 riesig, die ersten vier Fonds konnten bereits kurz nach Erscheinen komplett gefüllt und geschlossen werden und haben damit den Umweltfonds in der Beliebtheit bereits den Rang abgelaufen.
Sowohl die Zweitmarktfonds der MPC Capital AG, als auch von König & Cie. wurden exklusiv von uns beliefert. Das entsprach einem Volumen an Rückkaufswerten von über 258 Millionen Euro. Weitere Fonds sind in diesem Jahr in Vorbereitung.
Für unsere Kunden hat das den Vorteil, dass wir jetzt auch Policen kaufen können, die noch eine längere Laufzeit haben. Allerdings gilt nach wie vor die maximale Restlaufzeit von 15 Jahren. In der Vergangenheit lag unser Augenmerk vor allem auf Kurzläufern. Das hat sich jetzt geändert.

FINANZWELT: Sie kooperieren mit vielen Vermittlern, Finanzdienstleistern oder Anlageberatern, rund 8000 nach Ihren eigenen Angaben. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit cash.life?
Schroeder: Einfach, wie wir hoffen. Wir haben gerade die Arbeitsabläufe weiter optimiert und brauchen jetzt nur noch eine unterschriebene Kundenvollmacht. Dann übernehmen wir die komplette Abwicklung. Das spart unseren Partnern Zeit und unnötigen Schriftverkehr. Von der Praxis der Vergangenheit, in Einzelfällen eine niedrigere Provision zu zahlen, wird in diesem Jahr deutlich weniger Gebrauch gemacht.

FINANZWELT: Welche Kunden wenden sich vor allem an cash.life?
Schroeder: Der Wunsch oder die Notwendigkeit, sich von einer Lebensversicherung zu trennen, geht durch alle sozialen Schichten. Allerdings haben sich die Gründe für die Stornierung in den letzten Jahren deutlich verschoben. Heute sind es vor allem Kunden, die gezwungen sind, ihre Lebensversicherung zu verkaufen, weil sie Geld brauchen, z.B. wegen Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Schuldentilgung. Vor einigen Jahren hatten wir noch mehr Kunden, die in eine renditestärkere Kapitalanlage wechseln wollten.

FINANZWELT: Wie sehen Ihre Pläne für die kommenden Geschäftsjahre aus?
Schroeder: Wir werden das gekaufte Volumen in den nächsten fünf Jahren beständig erhöhen und sowohl unser eigenes Investment verstärken, als auch in die Zusammenarbeit mit Emissionshäusern für Zweitmarktfonds intensivieren.

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