Fondsbeiräte
Flohmarkt geschlossen
© Foto: Ingo Bartussek - Fotolia.comAlles dreht sich, alles bewegt sich. Vor allem die Mundwinkel derjenigen, die mit Schiffsinvestments zu tun haben. Sie gehen nach oben, wie die Charterraten (auf breiter Front) derzeit. Diese Entwicklung ist sicher gut für alle Beteiligten. Oder nicht?
finanzwelt hat recherchiert, ob und was steigende Charterraten vor allem für die „Schnäppchenjäger“, die Opportunity Fonds wie die Profis sagen, bedeuten und was die Fondsbeiräte damit zu tun haben.
Die Charterraten sind in den vergangenen Wochen in allen Schiffsklassen angestiegen. Bedeutet dies, dass ein „Schäppchenmarkt“ für Schiffe derzeit nicht mehr existiert, weil mit steigenden Raten die Begründung für günstige Schiffspreise entfällt?
Zu diesem Sachverhalt sagen …:
HCI glaubt, dass sich die Schifffahrtsmärkte mittel- bis langfristig wieder vollständig erholen werden. Zurzeit sieht das Unternehmen auch erste deutliche Anzeichen, dass dieser Erholungsprozess einzusetzen beginnt. „Die Entwicklungsdynamik der Erholung ist allerdings je nach Segment und Größenklasse sehr unterschiedlich. Vor diesem Hintergrund sind wir davon überzeugt, dass sich im Laufe des Jahres noch attraktive Opportunitäten für Schiffsinvestments ergeben werden.“
Auch Hans-Jürgen Kaiser-Blum, Ocean Partners Shipping, bestätigt, dass die Charterraten und Kaufpreise den unteren Wendepunkt verlassen haben und sich wieder in eine positive Richtung bewegen. „Die Containerschifffahrt steht augenblicklich am Beginn eines längerfristigen Aufschwungs, ähnlich wie wir das in den Jahren 2003 bis 2007 gesehen haben. Wer jetzt investiert, hat den richtigen Einstiegszeitpunkt noch lange nicht verpasst“, sagt Kaiser-Blum. „Trotz der Stabilisierung seit Anfang des Jahres liegen die Charterraten kleiner bis mittelgroßer Containerschiffe im historischen Vergleich nach wie vor auf niedrigem Niveau. Darüber hinaus ist eine anhaltend restriktive Kreditvergabepolitik der Finanzinstitute zu verzeichnen“, sagt Kai-Michael Pappert, Premium Capital. Er geht davon aus, dass in den nächsten 12 bis 15 Monaten eine Phase interessanter Einstiegsgelegenheiten sein wird und aussichtsreiche Investitionsmöglichkeiten ergriffen werden können.
„Reine Schnäppchen sind momentan nicht mehr machbar“, sagt Dr. Werner Großekämper, Maritim Equity: „Das Zeitfenster für Schnäppchen wird kleiner. Daher wird es aus heutiger Sicht reinen Opportunity Fonds schwerfallen, die ursprüngliche Zielsetzung, die lautet, günstig einkaufen und schnell wieder mit Gewinn verkaufen, zu erreichen.“
Die Mehrheit der Anbieter geht davon aus, dass es weiterhin einen Markt für Schiffs-Opportunities geben wird. Für finanzwelt Grund genug, näher zu untersuchen, wer für die Entscheidung, welche Schiffe zu welchem Zeitpunkt eingekauft werden, verantwortlich ist.
Wer sucht die Investitionskandidaten aus?
Dazu sagen …:
„Mit der Vorauswahl von geeigneten Containerschiffen und der späteren Durchführung des Ankaufprozesses ist Howe Robinson & Co. Ltd. beauftragt worden, eines der weltweit größten unabhängigen Maklerhäuser für Containerschiffe und Massengutfrachter. Die Due Dilligence, d. h. Wirtschaftlichkeitsberechnung, Auswertung von Dokumenten, Verträgen und Gutachten etc. wird durch das Fondsmanagement durchgeführt“, erklärt Ocean Partners Shipping.
Bei PCE sucht die Geschäftsführung die Investitionskandidaten aus und greift dabei nach eigenen Angaben auf ein Netzwerk von Schiffsmaklern, Banken und Reedern zurück. Auch bei HCI suchen und prüfen die Geschäftsführer des Fonds mögliche Investitionsobjekte, ebenso bei Maritim Equity.







