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Activest agiert auf guter Ausgangsbasis

Fokussierter Universalanbieter

„Activest hat sich unter den großen Asset Managern in Deutschland eine Position im oberen Mittelfeld erobert“, lautet das Ergebnis einer Analyse der Ratingagentur Feri Trust. Activest sei innovativ bei der Umsetzung von Produktideen und die verfolgte Entwicklungslinie erscheine viel versprechend. Zwingend notwendig sei aber nun eine Konsolidierung bzw. Verstetigung der implementierten Prozesse, lautete das Resümee.
FINANZWELT sprach mit Markus Gunter, Mitglied der Geschäftsleitung und Generalbevollmächtigter Marketing & Retail-Vertrieb bei Activest.

FINANZWELT: Herr Gunter, laut BVI, Bundesverband Investment und Asset Management e.V., konnte die deutsche Fondsbranche im zweiten Quartal per Saldo lediglich 554 Millionen Euro an Mitteln generieren. Aktienfonds mussten sogar Abflüsse von über 1,5 Milliarden Euro verkraften. Im Gegenzug konnten jedoch Rentenfonds 1,3 Milliarden Euro an neuen Mitteln hinzu gewinnen. Zudem brachte der Vertrieb von Hedgefonds über 500 Millionen Euro ein. Wie war die Entwicklung bei Ihnen?
Gunter: Auch wir hatten bei unseren Aktienfonds Abflüsse. Die Kunden sind immer noch verunsichert, da wir nach wie vor im Markt starke Schwankungen haben und kein klarer Trend erkennbar ist. Zudem richten einige Kunden, nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre, ihre Portfolios neu aus. Das bedeutet, sie setzen weniger auf Branchen- und Themenfonds und mehr auf Sicherheit. Deswegen auch die hohen Zuflüsse in Rentenfonds oder Produkte wie Total-Return Fonds. So konnte unser Activest Lux TotalReturn zum Beispiel dieses Kundenbedürfnis besonders gut erfüllen und verzeichnete dieses Jahr bereits Mittelzuflüsse in Höhe von 1,3 Milliarden Euro.

FINANZWELT: Planen Sie auch Hedgefonds?
Gunter: Nein. Wir sind zwar der Überzeugung, dass einzelne Hedgestrategien durchaus sinnvoll sind, um auf der einen Seite die Produktperformance zu stabilisieren und auf der anderen Seite neue Performancechancen zu nutzen. Deswegen setzen wir auch einige dieser Strategien in unseren bestehenden Produkten ein. Ein klassisches Hedgefondsprodukt planen wir jedoch nicht. Was wir dagegen noch dieses Jahr auf den Markt bringen, ist ein weiterer Total-Return-Fonds. Bei dem neuen Fonds werden wir den bisherigen Ansatz dahin weiter entwickeln, dass wir nicht nur über den Erfolg eines Produktes nachdenken, sondern auch der Frage nachgehen, wie viel Misserfolg der Anleger höchstens verkraften kann. Konkret bedeutet das, dass dieses Produkt auf einen maximalen Verlust von fünf Prozent pro Jahr ausgerichtet sein und einen höheren Aktienanteil haben wird als unser klassischer Total-Return-Fonds. Wir möchten die Anleger damit wieder etwas näher an mittelfristig höher rentierliche Anlageformen heranführen.

FINANZWELT: Welchen Service bieten Sie Finanzberatern?
Gunter: Der Partnervertrieb ist für uns ein sehr wichtiges Thema. Darunter verstehen wir den Absatz unserer Produkte außerhalb unseres Hauptvertriebskanals, der HypoVereinsbank. Wir arbeiten mit einer klaren Key-Account-Strategie unter anderem mit Versicherungen, Vertriebsorganisationen und großen Maklerpools intensiv zusammen. Mit dem Ergebnis, dass Sie auf jeder bedeutenden Fondsplattform in Deutschland Activest Produkte erhalten. Wir bieten unseren Partnern neben top-gerateten Produkten eine breite Palette an Serviceleistungen über attraktive Depotlösungen. Dazu gehören vorabprovisionierte Sparpläne, Switchdepots für die Altersvorsorge und ein Fondssparplan mit Liquiditätspuffer.

FINANZWELT: Zertifikate greifen Fonds an. Was antworten die Fondsgesellschaften und wo liegen Ihrer Meinung nach die Vorteile von Investmentfonds?
Gunter: Grundsätzlich haben beide Produkte am Markt ihre Daseinsberechtigung. Fonds haben allerdings nach wie vor eine ganze Reihe von Vorteilen. So stehen sie als Sondervermögen unter der besonderen Kontrolle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Wir haben eine höhere Transparenz, was die Gebühren, aber auch die Performance anbelangt. Fonds haben zudem grundsätzlich eine breitere Risikostreuung als Zertifikate. Generell glaube ich, dass sich Zertifikate im Grunde nur für den sehr aufgeklärten Anleger eignen, wenn man sieht, wie komplex teilweise die Strukturen von Zertifikaten sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Anleger genau wissen, was sie da im Depot haben. Das ist bei einem Investmentfonds etwas anderes.

FINANZWELT: Activest entstand vor 4 ½ Jahren aus der Hypo-Invest. Wie beurteilen Sie seither die Entwicklung von Activest?
Gunter: Unser Ziel war es, sukzessive eine starke Produktionsplattform aufzubauen, mit eigenem Know-how die etablierten Anbieter herauszufordern und stark zu wachsen. Das alles ist uns gelungen. Was die einzelnen Produkte angeht, haben wir per 30. Juni eine Top-Sterne-Quote von 25,3 Prozent. Das bedeutet, dass jeder vierte Activest Fonds bei Standard & Poor`s entweder mit vier oder fünf Sternen geratet wird. Somit sind wir auch im Vergleich zu den großen Mitbewerbern absolut wettbewerbsfähig. Wir haben mittlerweile in jeder wichtigen Assetklasse mindestens ein absolutes Top-Produkt vorzuweisen.

FINANZWELT: Dann könnte Activest ja eine schöne Braut sein?
Gunter: Wir sind sehr schön, aber bereits verheiratet. Das klare Bekenntnis der HVB zu Activest ist für uns natürlich ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor. Mit der Konsequenz, dass man von dieser Ausgangsbasis kraftvoll agieren und nach vorne schreiten kann. Mit einer etablierten Vertriebsoberfläche als Basis und attraktiven Partnern im externen Vertrieb.

FINANZWELT: Welche Stärken sollte eine Fondsgesellschaft haben, um konkurrenzfähig zu sein?
Gunter: Man muss sich als Fondsgesellschaft grundsätzlich die Frage stellen, ob man Nischenanbieter oder Universalanbieter ist. Wir machen nicht alles, haben aber eine ausreichende Größe, um unterschiedlichste Kundenbedürfnisse bedienen zu können und verfügen über ein Fondsmanagement, das Top-Performance generieren kann. Ich sehe Activest somit als fokussierten Universalanbieter in unseren definierten Kernkompetenzfeldern Asset Allocation, globale Renten und Aktien.

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