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Interview mit Andreas Thiesmeyer, Vorstandssprecher Equity Picures und Josef Lautenschlager, Finanz-vorstand Equity Pictures

Fondsanbieter mit Medienkompetenz

Die Münchner Equity Pictures AG avancierte in den letzten zwei Jahren unter die Top 5 der unternehmerisch orientierten Medienfondsanbieter. Das Unternehmen hat seinen Firmensitz nicht zufällig auf dem Bavaria-Filmgelände, sein Management zeichnet sich durch eine hohe Affinität zum internationalen Film- und Fernsehmarkt aus. FINANZWELT sprach mit dem Fondsexperten Josef Lautenschlager und dem Produzenten Andreas Thiesmeyer über die Potenziale von Filmfonds.

FINANZWELT: Sie blicken aus Ihrem Fenster auf die Studios der Bavaria Film, auf ein Stück deutsche Film- und Fernsehgeschichte.
Thiesmeyer: 1981 kam ich in das Studio und produzierte die erfolgreiche ARD-Musik-Serie „Formel Eins“, später war ich Geschäftsführer der Bavaria Entertainment. Die Filmstadt ist ein idealer Standort für einen Produktionsfonds.

FINANZWELT: Was waren die Gründe, privates Anlegerkapital für Filmproduktionen zu gewinnen?
Thiesmeyer: Wenn Finanzdienstleister ohne Medienkompetenz Filmfonds auflegen, muss es für Anleger noch interessanter sein, mit anerkannten Filmprofis Erfolg versprechende Projekte zu produzieren. Langjährige Erfahrung und ein internationales Netzwerk sind die sicheren Pfeiler, auf denen ich zusammen mit Josef Lautenschlager und Gerd Köchlin, der große Hollywood-Filme vermarktete, Equity Pictures errichtet habe.

FINANZWELT: Was sind die Besonderheiten Ihres Fonds?
Lautenschlager: Die Kompetenz aus dem Filmgeschäft, verbunden mit Vorteilen, die in ihrer Kombination nahezu einmalig sind: geringe Kapitalbindung, Liquiditätsschonung und Sicherheit bei hohen Renditeerwartungen. Nur 50 Prozent des Kapitals müssen einbezahlt werden. Kapitalbindung bis unter fünf Prozent. 80 Prozent des Produktionsbudgets werden gesichert. Re-Investition ermöglichen eine hohe Rendite auf Basis seriöser Zahlen – auch jenseits einer steuerlichen Betrachtung.

FINANZWELT: Können deutsche Filmfonds am internationalen Medienmarkt sichere Renditen erwirtschaften?
Thiesmeyer: Wenn sie die klassischen Sicherungen einhalten, die Hollywood beherzigt: Nur das zu produzieren, wofür der Markt bereit ist im Vorfeld zu zahlen. Vor der ersten Klappe unseres Bruce-Willis-Films „Hostage“ waren schon 60 Prozent des Budgets durch Vorverkäufe finanziert. Ohne solche Sicherungen drehen Profis keine Filme.

FINANZWELT: Reichen öffentlich-rechtliche Fördergelder aus, den deutschen Medienstandort zu sichern?
Lautenschlager: In Fördersystemen geht das Ziel über die reine Mittelbeschaffung und Herstellung eines Films oft nicht hinaus. Eine Standortsicherung kann aber nur durch eine Marktakzeptanz erreicht werden, die für Kapitalrückfluss und Rendite sorgt.
Thiesmeyer: Eine Zusammenarbeit zwischen Fonds und Förderung könnte Impulse geben und von Subventionen unabhängiger machen. Chancen für Fonds werden sich auch durch den erhöhten Finanzbedarf der Sender ergeben. Bereits jetzt zwingen teure Eventprogramme zu neuen Finanzierungs- und Vermarktungsformen in Europa.

FINANZWELT: Wie haben Sie konzeptionell auf den ergänzten Medienerlass reagiert?
Lautenschlager: Wir hatten schon zuvor viele Punkte umgesetzt. Die Ergänzung verlangt Professionalität als Produzent – das ist unsere Kernkompetenz. Wie bisher entwickeln wir Projekte und präsentieren diese den Anlegern zur Auswahl. Ein gewählter Anlegerbeirat wird dann in allen wichtigen Entscheidungen einbezogen. Die bisherige Transparenz gewinnt zusätzlich formalen Charakter.

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