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Konzentrationsprozess

Fondsgedanken

Die Investmentbranche unterliegt einem anhaltenden Konzentrationsprozess. Diese Pauschalaussage gilt gleichermaßen für alle beteiligten Marktintermediäre, seien sie nun Produktgeber, Plattformen, Pools oder Vermittler. In jedem Fall wird es in einigen Jahren von jeder dieser Gruppen weniger Teilnehmer am Markt geben. Die Gründe dafür sind vielseitig und im Folgenden seien deshalb auch nur einige ausgesuchte Aspekte beleuchtet.

Braucht der deutsche Investmentmarkt beispielsweise ernsthaft mehr als 150 in- und ausländische Kapitalanlagegesellschaften?

Hier wird sich die Frage nach der Daseinsberechtigung nicht nur vereinzelter, sondern gleich mehrerer Anbieter stellen. Im Visier befinden sich dabei jene Gesellschaften, die weder durch eine Kernkompetenz auffällig geworden sind, die ihre Existenz erforderlich machen würde, noch über nennenswerte Bestände verfügen, deren Verwaltung ihnen ein tragfähiges Geschäftsmodell ermöglichen würde. Ein Teil der Investmenthäuser arbeitet schon seit geraumer Zeit defizitär und subventioniert das Tagesgeschäft in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Dieser Strategie sind finanzielle Grenzen gesetzt. Kooperationen und Übernahmen werden hier das Bild prägen.

> Braucht der deutsche Investmentmarkt beispielsweise ernsthaft mehr als 150 in- und ausländische Kapitalanlagegesellschaften?

Hier wird sich die Frage nach der Daseinsberechtigung nicht nur vereinzelter, sondern gleich mehrerer Anbieter stellen. Im Visier befinden sich dabei jene Gesellschaften, die weder durch eine Kernkompetenz auffällig geworden sind, die ihre Existenz erforderlich machen würde, noch über nennenswerte Bestände verfügen, deren Verwaltung ihnen ein tragfähiges Geschäftsmodell ermöglichen würde. Ein Teil der Investmenthäuser arbeitet schon seit geraumer Zeit defizitär und subventioniert das Tagesgeschäft in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Dieser Strategie sind finanzielle Grenzen gesetzt. Kooperationen und Übernahmen werden hier das Bild prägen.

> Braucht der Markt wirklich annähernd zwanzig „Fonds- (Bank-) Plattform-Systeme“, die augenblicklich um die Gunst der Anleger und Vermittler buhlen?

Ein Blick nach Amerika, wo sich etwa eine Handvoll von Initiatoren den Markt teilt, beantwortet die Frage. Im Gegensatz zu den sterbenden Investmentgesellschaften fällt im Bereich der Plattformen die Beantwortung der Frage, wer den Konzentrationsprozess überleben wird, schon ungleich schwerer. Schließlich fällt es Außenstehenden nicht leicht, die Margen einzuschätzen. Von der bloßen Anzahl der zu diesem Zeitpunkt bei einzelnen Betreibern verwalteten Anlagekonten oder dem Volumen kann nicht direkt auf die Profitabilität des Geschäftsmodells geschlossen werden.
Bei den Pools läuft der Konzentrationsprozess bereits auf vollen Touren. Die Übernahmen von Finanzplan, Dr. Jung, Tecis und Gamax sprechen eine deutliche Sprache. Weitere werden folgen. Umso mehr und umso schneller, wenn es den verbleibenden Pools nicht gelingt, sich von den eher am Service orientierten Plattformsystemen abzugrenzen und den Vermittlern ihren Mehrwert darzustellen. Die Zeiten des blanken „Vertragsgroßhandels“ sind gezählt.
Auch unter den Vermittlern hat der Selektionsprozess längst begonnen. Damit sind weniger jene nebenberuflichen Finanzdienstleister gemeint, die auch schon in der Vergangenheit gleichsam turnusmäßig nach natürlichem „vorprogrammiertem“ Scheitern durch neue „Hoffnungsträger“ ersetzt wurden, sondern immer häufiger auch alteingesessene Vertriebe und Einzelkämpfer, die sich den neuen Herausforderungen des Marktes nicht mehr gewachsen fühlen und lieber ihre Bestände verkaufen. Dieser Trend wird durch neue Rahmenbedingungen, wie z.B. das Damoklesschwert der Wertpapierdienstleistungsrichtlinie noch verstärkt.
Ein Vorreiter des Selektionsprozesses und Indikator für den Wettbewerb im Fondsgeschäft sind nicht zuletzt auch die Medien. Beurteilen Sie bitte selbst, ob die Zahl der Finanzmagazine in den Regalen Ihres gut sortierten Zeitschriftenladens eher zu- oder abgenommen hat. Seien Sie sich bei der Betrachtung bitte der Tatsache bewusst, dass mehrere noch erhältliche Magazine bereits zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schon mit einem Bein im Grab stehen.
Vieles erinnert bei diesem Verdrängungswettbewerb an den Höhepunkt vieler Kindergeburtstagsfeiern, die „Reise nach Jerusalem“. Bei diesem Spiel wird so lange um eine Reihe von Stühlen getanzt und gelaufen, bis die Musik anhält. Dann muss jeder der Spieler sofort Platz nehmen. Das Problem dabei, es gibt immer mindestens einen freien Stuhl zu wenig. Wer nicht sitzt, scheidet aus.
Entscheidend wird es für alle Marktteilnehmer also darauf ankommen, die Zeichen der Zeit zu verstehen und daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Den sich ändernden Rahmenbedingungen muss flexibel begegnet werden. Anachronismen werden verschwinden. Das schafft allerdings auch Chancen. So bietet sich vor dem Hintergrund des Konzentrationsprozesses die Möglichkeit sich zu profilieren und jene Marktanteile zu gewinnen, die Andere verlieren. Dafür wird man Eigenkapital, strategische Partner, Kreativität und Durchhaltewillen benötigen.

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