Interview mit Dr. Torsten Teichert, Vorstandsvorsitzender der Lloyd Fonds AG
"Für die kommenden Jahre gut gewappnet"
Die Lloyd Fonds AG erzielte im Jahr 2004 ein neues Rekordergebnis. So konnte das Unternehmen 191,4 Millionen Euro Eigenkapital vorrangig in den Produktlinien Schiffsbeteiligungen sowie gebrauchte englische Lebensversicherungen platzieren.
FINANZWELT sprach mit Dr. Torsten Teichert, Vorstandsvorsitzender der Lloyd Fonds AG...
Dr. Teichert: Nein, denn neben dem großen Erfolg haben wir im vergangenen Jahr zugleich alle Voraussetzungen geschaffen, um auch in den kommenden Jahren beim platzierten Eigenkapital stark zu wachsen. So sollen im laufenden Jahr rund 25 bis 30 Prozent des Emissionsvolumens auf neue Produktfelder entfallen, u. a. auf britische Zweitmarkt-Kapitallebensversicherungen und Immobilien.
FINANZWELT: Ich gehe demnach davon aus, dass Ihr Haus bezüglicher neuer Schiffsfonds ausreichend „vorgesorgt” hat?
Dr. Teichert: Wir können unseren Vertriebspartnern in den kommenden zwei Jahren Schiffsbeteiligungen im Volumen von derzeit rund 300 Mio. Euro Eigenkapital anbieten. Diese Schiffe konnten wir rechtzeitig zu vernünftigen Konditionen erwerben und bieten damit attraktive Investitionsmöglichkeiten. Insofern sind wir für die kommenden Jahre gut gewappnet. Und sicherlich werden wir auch weitere neue Schiffe kaufen, bei denen Preis und Charter im vernünftigen Verhältnis zueinander stehen.
FINANZWELT: Dennoch werden Sie in diesem Jahr neue Fondskonzepte auflegen?
Dr. Teichert: Wie Sie sicher wissen, haben wir uns mit Torsten Deutsch einen Immobilienprofi ins Haus geholt, der viele Jahre lang für die Konzeption bei der IVG (vormals Wertkonzept) zuständig war. In diesem Jahr planen wir ein Volumen von mindestens 20 Mio. Eigenkapital Euro im Bereich der Immobilien zu platzieren. Dabei soll es nicht nur um Einzelprojekte gehen, sondern auch um Funds-in-Funds-Projekte.
FINANZWELT: Sie gehören zu den Menschen, die gerne einmal über den Tellerrand schauen. Wie stufen Sie die derzeitige Entwicklung bei den Emissionshäusern ein?
Dr. Teichert: Der Druck auf die Emissionshäuser ist groß. Zum einen aufgrund der zunehmenden gesetzlichen Regulierungen durch die BaFin, die ich ausdrücklich begrüße, zum anderen aber auch, weil immer größere Volumina zunächst finanziert werden müssen, bevor sie in den Vertrieb kommen. Das sind nicht selten Milliardenbeträge. Sie müssen sich nur einmal ansehen, welche Verpflichtungen die Emissionshäuser bei der Finanzierung eines Fonds eingehen, denn letztendlich stehen sie dafür gerade, dass der Fonds auch am Ende mit hinreichendem Eigenkapital versorgt wird. Nicht zuletzt wegen dieser Entwicklung bei der Finanzierung der Fonds bin ich der Überzeugung, dass sich die Zahl der Anbieter in Anbetracht der klar erkennbaren verschärften Bedingungen voraussichtlich verringern wird. Die Kooperationsfähigkeit der Emissionshäuser mit Banken spielt hierbei eine wichtige Rolle.
FINANZWELT: Neue Entwicklungen sehen Sie auch im Vertrieb ...
Dr. Teichert: Eigentlich mehr die konsequente Fortsetzung einer Entwicklung, die sich bereits jetzt abzeichnet. Ich glaube, dass die Anbieter künftig mehr auf ein eigenes Branding, eine eigene Marke setzen müssen, wie wir es aus anderen Bereichen der Industrie, aber zum Teil auch der Finanzbranche kennen. Der Verkauf wird dann leichter, da sich der Kunde mit einem Produkt identifizieren kann. Allerdings wird dies auch bedeuten, dass wir erheblich mehr Kosten für Marketing etc. haben und dies Auswirkungen auf die Provisionen haben kann.
FINANZWELT: Dennoch setzen Sie auch weiterhin auf freien Anlagevertrieb?
Dr.Teichert: Aber ja. Wir gehen davon aus, dass wir auch in Zukunft mit unseren Partnern zusammenarbeiten werden. Allerdings wird es wahrscheinlich auch im freien Vertrieb zunehmend Konzentrationsprozesse geben. Dies zeichnet sich ja bereits auch in anderen europäischen Ländern ab.







