Private Equity bietet hervorragende Einstiegschancen
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Mit 49 Millionen Euro hat die RWB RenditeWertBeteiligungen AG bereits Ende August ihre Vorjahresplatzierung erreicht. Der Münchener Private Equity Spezialist und Marktführer für geschlossene Fonds in dieser Anlageklasse bewegt sich dabei in einem Marktsegment, das in der (ver)öffentlichten Meinung teilweise als besonders risikoreich angeprangert wird.
Zu Unrecht - so das Münchener Emissionshaus. Durch das mit den Dachfonds der RWB AG erstmals im deutschen Markt umgesetzte sicherheitsorientierte "Balanced Portfolio"- Konzept sei das Ausfallrisiko sehr gering. Die Übergewichtung der Sektoren Buyout- und Mezzaninefinanzierungen sorge für zusätzliche Sicherheit. RWB führt seinen Erfolg daher vor allem auf die intensive Aufklärung von Vertriebspartnern und Anlegern über ihre sicherheitsorientierte Strategie zurück. FINANZWELT-Chefredakteur Michael Oehme war in München und fragte nach.
Güdel: Unternehmerische Entscheidungen werden von Menschen getroffen. Kein Mensch verhält sich bei seinen Entscheidungen nur rational. So sind natürlich in Zeiten wirtschaftlicher Euphorie die Analysen der Private Equity Manager optimistischer gefärbt als in Zeiten der Rezession. Auch die Multiplikatoren für Unternehmensbewertungen orientieren sich an der Börsenbewertung vergleichbarer Unternehmen. Die Statisiken, die Private Equity eine negative Korrelation zu anderen Anlageklassen nachweisen, gilt es daher gründlich zu hinterfragen.
Lemke: Für die extremen Über- und Unterbewertungen an den öffentlichen Märkten sind massenpsychologische Phänomene verantwortlich. Diese haben im Bereich Private Equity - schon durch die fehlende tägliche Börsennotierung und die oft unreflektiert kritisierte Intransparenz - geringeren Einfluss. Private Equity hat auch nach den Crashs unbestritten - bei höheren Renditeaussichten - eine geringere Volatilität als börsennotierte Unternehmensbeteiligungen.
Unternehmerische Entscheidungen werden von Menschen getroffen. Kein Mensch verhält sich bei seinen Entscheidungen nur rational.
FINANZWELT: In wie weit hat sich die Erholung an den Weltbörsen bereits ausgewirkt? Sind die günstigen Einstiegsniveaus bereits wieder passé?
Güdel: Nein. Die Einstiegschancen sind nach wie vor besonders gut. Im Übrigen gilt es die Bedeutung von Einstiegspreisen auch nicht über zu bewerten. Natürlich wird ein Teil des Gewinns beim Einkauf gemacht. Bei Private Equity Investitionen kommt es aber vor allem auf Kriterien wie die Tragfähigkeit des wirtschaftlichen Konzepts oder die Stabilität des Cash Flows an. Sind diesbezügliche Kriterien gegeben, muss man nicht unbedingt zu Schnäppchenpreisen erwerben, um eine attraktive Rendite zu erzielen. Qualität hat zu allen Zeiten ihren Preis.
Private Equity hat auch nach den Crashs unbestritten - bei höheren Renditeaussichten - eine geringere Volatilität als börsennotierte Unternehmensbeteiligungen.
FINANZWELT: Ist es sinnvoll, den Buyout-Sektor innerhalb eines Private Equity Portfolios deutlich über zu gewichten?
Lemke: Ein Buyout-Fonds ist nicht gleich ein Buyout-Fonds. Viele dieser Fonds bewegen sich mit einer Kapitalisierung ab 150 Mio. bis 500 Mio. Euro in stabilen, mittelständisch geprägten Strukturen und sind stark regional ausgerichtet. Hier gibt es einen regen Deal Flow, die Märkte sind intransparent, Kaufpreise werden eher selten in Auktionen ermittelt. Die Renditechancen sind damit höher.
Güdel: Eine Übergewichtung des Buyout Sektors ist immer dann sinnvoll, wenn Sie - wie die Private Capital Fonds der RWB AG - ein eher sicherheitsorientiertes Portfolio anbieten wollen. Die Ausfallsicherheit ist auch bei den großen Fonds, die über eine Marktkapitalisierung von 3-4 Mrd. Euro verfügen, nach wie vor sehr hoch. Innerhalb des Buyout Sektors übergewichten wir jedoch die mittelständisch orientierten Fonds, um Sicherheit und Renditeerwartung gleichermaßen zu gewährleisten.
FINANZWELT: Je geringer die Transparenz, desto höher die Renditeerwartung? Stößt sich das nicht mit der Forderung nach mehr Transparenz, gerade im Private Equity?
Lemke: Als Dachfondsinvestor erhalten wir ein quartalsmäßiges Reporting von unseren Zielfonds. Die Rahmenbedingungen hierfür sind in den Beteiligungsverträgen festgelegt. Im Rahmen unserer Fondsauswahl prüfen wir, ob dabei die Standards der EVCA berücksichtigt worden sind. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir diese Informationen ungefiltert an unsere Anleger weiter geben können. Ein Unternehmen, das im Rahmen einer Expansionsstrategie ein neues Marktsegment erschließen möchte, ist auf die Verschwiegenheit aller Beteiligten angewiesen. Wer als Investor hohe Renditen will, muss insoweit zu Zugeständnissen bereit sein. Die unreflektierte Forderung nach mehr Transparenz im Private Equity ist da aus meiner Sicht wenig hilfreich.
Eine Übergewichtung des Buyout Sektors ist immer dann sinnvoll, wenn Sie - wie die Private Capital Fonds der RWB AG - ein eher sicherheitsorientiertes Portfolio anbieten wollen.
FINANZWELT: Trotzdem, der Transparenzdruck wächst!
Lemke: Es gilt, Kompromisse zu finden. Die Zielfonds müssen akzeptieren, dass durch die wachsende Bedeutung der Anlageklasse die Transparenzerfordernisse steigen. Anleger und Analysten müssen berücksichtigen, dass Private Equity ein Stück weit von der Intransparenz lebt. Intransparenz bedeutet ungleiche Informationsverteilung unter Marktteilnehmern. Und diese wiederum ermöglicht es den Top Quartilen, die aufgrund ihrer Netzwerke und ihrer Erfahrungen über mehr und bessere Informationen verfügen, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Private Equity ist eben vor allem eine Vertrauensinvestition in die Qualität des Managements. Daran wird sich nichts ändern.
Die Zielfonds müssen akzeptieren, dass durch die wachsende Bedeutung der Anlageklasse die Transparenzerfordernisse steigen.
FINANZWELT: Wie sehen diese Kompromisse beim Reporting der RWB gegenüber ihren Anlegern aus?
Lemke: Selbstverständlich suchen wir nach Wegen, unseren Anlegern ein Gesamtbild über die Entwicklung des Portfolios zu ermöglichen. So veröffentlichen wir in unserer Leistungsbilanz aggregierte Zahlen zu Wertberichtigungen von Beteiligungen und Rückflüssen aus Zielfonds. Durch den Grad der Aggregation sind so einerseits Rückschlüsse auf den einzelnen Zielfonds ausgeschlossen, andererseits erhält der Anleger eine Trendaussage über die Entwicklung des RWB-Portfolios.
(Michael Oehme)







