Garantie ist nicht alles!
Gesamtverzinsung bei Lebensversicherungen
Trotz der Senkung des Garantiezinses bleiben genug Argumente für den Abschluss einer Lebensversicherung. Wichtiger denn je wird hierbei sein, wie gut ein Versicherer wirtschaftet und wie hochgradig der Sparer an den Gewinnen beteiligt werden kann.
Der Staat hat in den vergangenen Jahren mehrfach gravierend in das Geschäftsmodell Lebensversicherung eingegriffen. Vom Wegfall der kompletten Steuerfreiheit bei den Lebensversicherungen (2005) bis zur andauernden Senkung des Garantiezinses durch die jeweiligen Finanzminister. So beträgt dieser für den einstigen Kassenschlager ab dem 01. Januar 2007 nur noch 2,25 Prozent – bis dato noch 2,75 Prozent. Die weitere Kürzung des Garantiezinses wird sicherlich nicht zu dem Boom wie in 1999 (angedrohter Wegfall der Steuerfreiheit durch Eichel) oder eben wie in 2004 führen, dennoch kann ein kleiner Schub beim Neugeschäft erwartet werden. „Praktisch alle großen Neugeschäftserfolge der vergangenen sieben Jahre sind ausschließlich auf politisch angestoßene Sonderkonjunktionen zurückzuführen“, beschreibt Manfred Poweleit, Chefredakteur des map-reports, in seinem zum 14. Mal erscheinenden „Rating Report Deutscher Lebensversicherer“ – map Report Nr. 635-636 (m-rating) bzw. 637-638 (p-rating). Laut Poweleit „können diese Steilvorlagen der Politik hilfreich sein, aber auch süchtig und unkritisch machen“. Und da hat er Recht.„Nettorendite“ und „Rückstellung für Beitragsrückerstattung“. Eine Verschlechterung der Hinterbliebenenversorgung oder die eventuelle Einführung einer Abgeltungssteuer kann auf Dividenden, Zinsen und Kursgewinne – die geplante Steuer in Höhe von pauschal 30 bzw. ab 2009 in Höhe von 25 Prozent soll 2008 eingeführt werden und würde eine erhebliche Mehrbelastung bedeuten – zu einem starken Neugeschäft für den Lebensversicherungsbereich führen, jedoch wird weiterhin die Gesamtverzinsung der Lebensversicherung – somit Garantiezins plus Gewinnbeteiligung – eines der wichtigsten Verkaufsargumentebleiben. Wichtige Kennzahlen für die
Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens stellen dabei die Bilanz dar und somit die zur Bilanz gehörenden Punkte „Nettorendite“ und „Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB)“, demnach: Wie intensiv wird mit dem Geld der Sparer gearbeitet und in welchem Umfang kann ein Unternehmen Kapital zurückstellen, um Beiträge zurückzuerstatten?
Solvabilitätsquote. Zum 14. Lebensversicherungsrating von map-report wurde ebenso die Solvabilitätsquote (Ausstattung mit Eigenmitteln) abgefragt. „Obwohl wir schon häufiger gehört haben, dass wir am Markt eine gewisse Anerkennung genießen, waren wir doch sehr überrascht: 64 Antworten auf unsere Frage werten wir doch als kleine Sensation. Sie ist ein Highlight des aktuellen Ratings“, so Poweleit. Das m-rating bewertet hierbei Lebensversicherer, die seit mindestens 30 Jahren am Markt sind, während das p-rating jüngere Anbieter bewertet und somit die Kennzahlen für kürzere Zeiträume berechnet. Hierbei wurden die Anbieter Debeka, Asstel, HUK-Coburg, DEVK a.G., Cosmos, Allianz und R+V Lebensversicherung mit der höchsten Auszeichnung „mmm“ bzw. bei den jüngeren Anbietern die Europa, WGV sowie die Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung AG mit „ppp“ ausgezeichnet.
(Marc Oehme)







