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Schlimme Zeiten

Gewinner und Verlierer bei den Investmentfonds

Entwicklung der Publikumsfonds© Foto: fotolia
Entwicklung der Publikumsfonds
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Bei der im Februar fälligen Jahrespressekonferenz des Branchenverbandes BVI werden die deutschen Investmentmanager über ein schlimmes Jahr berichten müssen.

Die Zahlen der Publikumsfonds für die ersten 11 Monate sind grausam und der Dezember war auch kein guter Monat an den Märkten. Abgesehen von den Rentenfonds haben die auf das breite Publikum ausgerichteten Investmentfonds bei den wichtigen Gruppen wenig positive Ergebnisse vorzuweisen. Die Krise hat die Märkte auf eine derzeit kaum bremsbar erscheinende Talfahrt geschickt. Besonders schlimm hat es die Aktienfonds erwischt, die in den ersten 11 Monaten 2008 über 100 Mrd. Euro Vermögen der Anleger verbrannt haben. Im Jahr zuvor war hier trotz der beginnenden Krise noch ein Plus von rund 50 Mrd. Euro erzielt worden. Aber die Abwärtsbewegung der Märkte beschleunigte sich in diesem Jahr so weit, dass es kein Halten mehr gab.

Erstaunlich im Verhältnis zur desolaten Wertentwicklung ist die relative Ruhe bei den Flüssen: Nur etwas mehr als 5 Mrd. Euro per saldo zogen die Anleger aus den Publikumsfonds ab. Offenbar haben sich die meisten Investoren, Anleger und Investmentsparer in diesem Segment auf die Strategie „Augen zu und durch“ festgelegt und beschränken sich auf der operativen Ebene auf die einfache Maßnahme, alle Zeitungen und sonstigen Informationsquellen weiträumig zu umfahren. Bloß nicht hingucken, heißt die Devise.

Die aktuellen Daten weisen unverändert aus, dass praktisch alle wichtigen Parameter der Wirtschaft so eindeutig auf Krise stehen, dass Aktien rein emotional betrachtet in den Sadomaso-Bereich gehören. Da engagiert sich nur, wer Schmerzen liebt. Ein Blick in die Prognosen deutet aber an, dass es sich durchaus lohnen könnte, ein wenig Schmerz zu riskieren: Da die Börse etwa I bis II Quartale vor der Konjunktur läuft, gibt es Chancen, dass der Kurstrend pünktlich zu Ostern nach oben dreht und die Börse auf ihre Art und Weise eine Wiederauferstehung feiert. Es liegt also durchaus im Rahmen der Erwartungen, dass es bald zum Wechsel der Gezeiten kommt und damit netto aus Abflüssen wieder Zuflüsse zu den Aktienfonds werden.

Auf den ersten Blick höchst erstaunlich mutet das Bild bei den Rentenfonds an: Ausgerechnet hier, wo es gute Ergebnisse gibt, wird das Geld abgezogen: Mit rund 25 Mrd. Euro Nettoabfluss haben die Fonds mehr Geld an die Investoren zurückgeben müssen, als an Wertgewinnen gutgeschrieben wurde. Hier dürfte in erster Linie zum Tragen gekommen sein, dass institutionelle Anleger mit teilweise sogar sehr beachtlichen Anteilen in den sogenannten Publikumsfonds engagiert sind. Diese Investorengruppe brauchte im Verlauf der Krise immer wieder frisches Geld, um die sich allenthalben auftuenden Löcher zu stopfen. Und das Geld haben sie sich natürlich dort geholt, wo noch Gewinne zu versilbern waren. Da boten sich die festverzinslichen Papiere und die zugehörigen Fonds an als die großen Sieger des Investmentjahres 2008. Nimmt man die Fakten und Erwartungen für die jetzt kommenden Zinstrends beim Wort, ist der Rückzug zumindest aus länger laufenden Rentenpapieren schon vernünftig, denn bei den schon erreichten Tiefstständen der Rendite sind jetzt kaum noch weitere Kursgewinne drin. Vor allem bei längeren Laufzeiten sind Kursverluste durch steigende Renditen am Markt dagegen sehr wahrscheinlich geworden. Zumal erste Marktberichte auch schon von fallenden Kursen im aktuellen Geschäft sprechen: Die schnell anlaufende, große Welle aus staatlichen oder staatlich garantierten Anleihen dürfte eben nur mit Zuschlägen zur aktuellen Rendite bei den Investoren unterzubringen sein.

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