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Sonne und Bioenergie fürs Depot

Gute Renditeaussichten für Investoren mit Weitblick

Steuern sparen mit Wind-, Solar- und Bioenergie – seit Einführung des § 15b EStG ist Anlegern diese Chance genommen. Investoren, denen die Umwelt am Herzen liegt, werden auf eine harte Probe gestellt – denn jetzt heißt es, einem Investmentsegment auch ohne Steuergeschenk treu zu bleiben.

Das Gute am § 15b EStG ist, dass die entstehenden Verluste nicht generell verloren sind. Sie können zwar nicht mehr zum Beginn der Investitionsphase geltend gemacht und mit anderen Einkünften ausgeglichen werden, aber stattdessen auf Gesellschaftsebene vorgetragen und mit den künftigen Gewinnen der Beteiligungsgesellschaft ausgeglichen werden. Von alledem bekommt der Investor nichts mit, denn die Verrechnung erfolgt bei der Beteiligungsgesellschaft.

Weder Verluste noch Gewinne. In der Folge, und darin liegt unter Berücksichtigung der gekürzten Sparerfreibeträge für die von der Kapitalertragsteuer geplagten Investoren doch ein gewisser Charme, entstehen in den ersten Jahren weder Verluste noch Gewinne. Da es sich bei geschlossenen Fonds nicht um Einkünfte aus Kapitalvermögen handelt und die Steuerbelastung für Gewinne aus GmbH & Co. KG Beteiligungen aufgrund des internen Verlustvortrags erst zu einem späten Zeitpunkt einsetzt, können Ausschüttungen bis zum Zeitpunkt der Gewinnzuweisung praktisch brutto für netto vereinnahmt werden. Für Einkünfte aus Kapitalerträgen liegen die Freibeträge ab dem kommenden Jahr bei jährlich 750 Euro für Ledige und 1.500 Euro für Verheiratete, plus Werbekostenpauschale für Zins- und Dividendenerträge von 51 Euro für Ledige, 102 Euro für Verheiratete. Das heißt, bei einem Vermögen von knapp über 50.000 Euro, das zu 3 % Zinsen angelegt wird, ist die Freigrenze für Ehepaare erreicht und die Kapitalertragsteuer wird fällig.

Die Neuregelung des Verlustausgleichs hat im Bereich der Erneuerbaren Energien dazu geführt, dass die Fonds mit hoher Fremdfinanzierung und folglich nur langsam steigenden Ausschüttungen vergleichsweise lange am Markt angeboten werden. Ganz im Gegensatz zum Ende des letzten Jahres, wo Verlustzuweisungen von 80 % und mehr das Investment versüßten. Die Angebotsfülle hat sich bei Windkraftfonds deutlich reduziert und auch die Anzahl an Photovoltaikfonds ist nicht gerade üppig. Einer der größten Windkraftfonds wird derzeit von Prokon Capital angeboten. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von gut 83 Mio. Euro werden 30 Windenergieanlagen in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz finanziert. Die Freiburger S.A.G. Solarstrom AG bietet ihren Kunden die Beteiligung am Solarstrompark „Gut Erlasee“ an. Mit knapp 3.500 Kilowattpeak (kWp) und zweiachsiger Nachführtechnik eines der größeren Projekte am Markt.

Jahresendgeschäft. Da die Investitionen zum Jahresende hin in der Regel deutlich zunehmen, rechnen die Anbieter mit einer Zunahme der Platzierungsgeschwindigkeit in den letzten Wochen des Jahres. Die Nachfrage von Vermittlern und Investoren richtet sich deswegen auf die wenigen Angebote am Markt, die mit Ausschüttungen ab 230 % bei Photovoltaikfonds bzw. ab 250 % bei Windkraftfonds während der 20-jährigen Laufzeit angeboten werden.

Eine Besonderheit im Weg der Finanzierung weisen dabei Photovoltaik-Anlagen auf. Neben der grundsätzlich sehr hohen Einspeisevergütung von bis zu 51,8 Cent pro kWh bei Dachanlagen, ermöglicht es die gute Teilbarkeit der Anlagen, Einheiten zu erreichten, die ab wenigen 10.000 Euro Eigenkapital erworben werden können. Da es sich nicht um einen Fonds, sondern um Einzelanlagen handelt, hat der § 15b EStG keinen Einfluss auf die Abschreibung, denn Investoren können die gesetzlichen Abschreibungsregelungen in Anspruch nehmen.

Diese steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten sind praktisch der Lohn dafür, als Betreiber einen höheren Aufwand als ein Kommanditist eines GmbH & Co. KG-Fonds in Kauf zu nehmen. Schließlich ist es notwendig, einen Pachtvertrag zu schließen, eventuell die Finanzierung zu beschaffen und letztlich noch Vertragspartner des Energieversorgers zu werden.

Angebote genau prüfen. Zahlreiche Anbieter, die bisher vornehmlich geschlossene Fonds angeboten haben, bieten ihren Interessenten den Kauf schlüsselfertiger Photovoltaikanlagen vergleichbar einer Eigentumswohnung an. Der Unterschied ist nur, dass die Erlöse auf Basis des Erneuerbaren Energien Gesetzes garantiert sind. Analog der Auswahl eines guten Solarfonds sollten Interessierte bei der Auswahl einer individuellen Solaranlage das Angebot genau prüfen. Hilfestellung bieten die Qualitätskriterien für Solarfonds, die in den Kernaussagen auf Einzelanlagen übertragen werden können. Insbesondere die technischen Komponenten, der Standort an sich und die Kosten bestimmen die Rendite maßgeblich.

Rasant hat sich der Bereich Bioenergie entwickelt. Die Initiatoren offerieren derzeit die gesamte Bandbreite des Möglichen: Biogas- und Biomassebeteiligungen und Fonds, die in die Gewinnung von Bioethanol- und Biodiesel investieren. Längst hat sich dieser Bereich der New Energy Fonds zu einem Schwergewicht in der Riege der Erneuerbaren gemausert. Die geplanten Eigenkapitalvolumina der Fonds reichen von wenigen einhundert Tausend Euro bis hinein in den dreistelligen Millionenbereich. Der Hintergrund der Initiatoren verschiebt sich, und Gesellschaften, die bisher ihren Aktionsradius bei Immobilien oder Medienfonds hatten, haben die Bioenergie für sich entdeckt. Die überwiegende Anzahl der Projekte investiert in die Errichtung und den Betrieb von Biogasanlagen. Nachwachsende Rohstoffe, wie beispielsweise Mais, werden als Substrat vergoren. Zum Einsatz kommen als Rohstoffe aber auch Gülle und Mist aus der Tierhaltung, die unter idealen Gärbedingungen Methangas erzeugen. Das Gas wird gereinigt und anschließend verbrannt oder seit neuestem auch ins öffentliche Gasnetz eingespeist. Bei der Verbrennung des Gases in Blockheizkraftwerken wird der Strom gemäß den Regelungen des Erneuerbaren Energien Gesetzes ins Stromnetz des örtlichen Energieversorgers eingespeist. Die Grundvergütung liegt bei über 11 Cent/ kWh bei kleinen Anlagen, Zuschläge für den Einsatz der Kraftwärme-Kopplung, innovativen Technologien und den ausschließlichen Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen schlagen sich in einer erhöhten Stromvergütung von bis zu 10 Cent/kWh je nach Anlagengröße nieder und steigern in der Regel die Wirtschaftlichkeit.

Der bislang größte Fonds am Markt wird von der Doric Asset Management AG emittiert. Mit einem Eigenkapital von über 103 Mio. Euro und keinem Cent Fremdkapital sollen 40 Biogasanlagen in ein Energiepark in Mecklenburg- Vorpommern errichtet werden. Die Erlöse des Fonds stammen aus Leasingeinnahmen, ganz im Gegensatz zu den bisher angebotenen Beteiligungsangeboten. Die Regensburger Aufwind Schmack GmbH Neue Energien bietet ihren Investoren die direkte Beteiligung an der Errichtung und dem Betrieb der Biogasanlagen an. Wie üblich, mit anteiliger Fremdfinanzierung auf Gesellschaftsebene, erzielen die GmbH & Co. KGs Erlöse aus Stromverkauf, teilweise Wärmeverkauf und künftig auch aus dem direkten Gasverkauf. Im Segment der Bioenergiebeteiligungen setzen einige Fonds nicht auf Vergasung der Rohstoffe, sondern auf Verbrennung holzartiger Biomasse. Ähnlich wie bei den Biogasanlagen besteht die größte Herausforderung darin, Rohstoffe in ausreichender Menge und guter Qualität zum niedrigen Preis zu beschaffen.

Auch für Investoren, die Lust auf Flüssiges haben, bieten Bioenergie-Fonds Investment-Möglichkeiten. Die Offerte der DBD Deutsche Biodiesel GmbH & Co. KG beispielsweise zielt auf die Erzeugung von Biodiesel ab. Mit rund 75 Mio. Euro soll eine Produktionsstraße zur Erzeugung von Biodiesel aufgebaut werden. Aus Raps-, Palm- und Sojaöl entsteht unter Zugabe von Methylalkohol durch Umsteuerung Biodiesel und als Nebenprodukt Glycerin. Die Öle werden auf dem Weltmarkt eingekauft und sollen an dem logistisch günstig gelegenen Standort in Eberswalde per LKW, Bahn oder auf der Wasserstraße angeliefert werden. Das Fondskonzept sieht vor, dass 11 Mio. Euro zzgl. dem Investitionszuschuss von 10 Mio. Euro als Working Capital (Betriebskapital) eingesetzt werden. Die geplanten Ausschüttungen betragen 266 %, die Rendite 12,3 % p.a. bei einer Laufzeit bis 2020. Zu beachten sei laut Unternehmensangaben, dass weder das Working Capital noch der vorhandene Unternehmenswert am Ende der prospektierten Laufzeit in die Berechnung eingeflossen ist. Zudem wurden sicherheitshalber hohe Transportkosten für den produzierten Biodiesel berücksichtigt, die nur in sehr ungünstiger Marktlage überhaupt anfallen, da üblicherweise die Verkaufspreise ab Werk gelten.

Fazit: Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Initiatoren von New Energy Fonds derzeit die gesamte Palette an Energieformen abdecken. Je nach Risikobereitschaft können Ausschüttungen zwischen gut 200 % und deutlich über 300 % erzielt werden. Steuerliche Vorteile können nach Einführung des § 15b EStG auch bei Erneuerbaren Energie Beteiligungen nicht mehr genutzt werden, individuelle Einzelanlagen können eine mögliche Alternative darstellen. Das Erneuerbare Energien Gesetz erlaubt bei den Projekten, die Strom aus Sonne, Wind, Bioenergie oder Geothermie erzeugen und verkaufen, eine vergleichsweise gute Ertragskalkulation und erhöht somit die Investitionssicherheit.

(Daniel Kellermann)


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