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Minilagerhäuser

Hotels für alle Zwecke – nur schlafen ist verboten!

© Foto: Rob Byron - Fotolia.com

In Deutschland wird jetzt eine Anlageidee verfolgt, die in den USA grandiose Erfolge feierte: Minilagerhäuser. Wird das bei uns ebenso funktionieren? finanzwelt hat versucht, die Antwort zu finden.

Kommt ein Vertreter eines Schuhkonzerns nach Ghana. Er mailt nach Hause: „Toller Schuhmarkt hier, keiner trägt Schuhe!“ Kommt der Repräsentant eines Wettbewerbers des Schuhkonzerns nach Ghana. Er mailt: „Leider kein Schuhmarkt hier, keiner trägt Schuhe!“ Dieser Witz, den sich Marketing-Experten gern erzählen, kommt möglicher weise dem ins Gedächtnis, der den Artikel der F.A.Z. vom 2. Oktober 2009 über Minilagerhäuser liest, der einem Prospekt eines Emissionshauses für geschlossene Fonds beiliegt und in diesen Tagen verschickt wird. Der Artikel trägt die Überschrift: „Selfstorages: Wachstumsraten von 50 % jährlich“. Wachstumsraten von 50 % – deutet das auf einen guten Markt hin? Scheint so. Aber Wachstum wovon? Umsatz, Gewinn? Der Artikel ist nicht eindeutig. Gemeint ist wohl der Zuwachs solcher Lagerhäuser bei uns in Deutschland.

Selfstorage in Deutschland. Eine neue Idee. Der Artikel macht neugierig und überrascht. Allerdings überrascht er nicht den Kenner der Branche geschlossener Fonds. Bereits Ende der 70er Jahre wurden durch das Münchener Emissionshaus BVT mit großem Erfolg Fondsbeteiligungen an Selfstorage-Lagerhäusern, die mit Public Storages – dem Marktführer dieses Genres in den USA – realisiert werden, angeboten. Die F.A.Z. lässt in ihrem Artikel der beiden Minilager-Fonds vermuten, dass die Entwicklung, die diese Lagerhausindustrie seit den 70er in den USA durchlief, sich bei uns wiederholen könnte. Und die wäre: Es gibt hohe Erträge für Investoren bei vergleichsweise geringem Risiko.

Vor deißig Jahren hätte niemand diesem Lagerhauskonzept bei uns in Deutschland eine Chance gegeben. Die Gründe: Deutsche ziehen selten um, Häuser und Wohnungen haben Abstellräume, Büroflächen verfügen über Archivkapazitäten. Heute ist dies anders. Die Deutschen sind wegen der Situation auf dem Arbeitsmarkt mobiler geworden, neue Wohnungen und Häuser haben kleinere Lagerflächen, Büros und Archive werden getrennt. Die Mieten sind stark gestiegen, an Lagerfläche wird gespart.

Zeit für Minis. Das jedenfalls erwarten auch zwei renommierte Immobilienresearcher, Aberdeen Immobilien Kapitalanlagegesellschaft mbH (früher DEGI Research), Frankfurt/ M., und Bulwien Gesa, Hamburg. Die DEGI-Untersuchung schätzt die Renditen (Ausschüttungen und Wertzuwächse), die die Minis bei uns erwirtschaften werden, auf etwa 10 % pro Jahr. Bulwien Gesa erwartet gut 8 %. Die beiden Fondsanbieter „Pickens Selfstorage“, angeboten von Euram Fonds und Secur Unternehmensgruppe, gehen höher ran. Ihre Prospektprognosen betragen 14,5 % (Pickens) und etwa 10 % (Secur). Wer nun Recht hat, wird sich zeigen.

„Selfstorage – ein deutscher Nischenmarkt mit Zukunft!“ Diesem Zitat aus einer Pickens-Verkaufsunterlage ist beizupflichten. Minis sind geschützt vor dem Totalverlustrisiko und werden rentabel sein. Aber Achtung – die Renditen werden mit zunehmender Marktsättigung kleiner. Deshalb ist geraten, wenn überhaupt, dann früh einzusteigen und nicht zu warten, bis es Minis an jeder Ecke gibt.

(Dieter E. Jansen)


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