Die spektakulärste Regatta des Jahres 2007
HSH Nordbank blue race 2007
Es ist das Zentrum des amer ikanischen Yachtsports. Newport/Rhode Island war bis Mitte der 80er Jahre der Austragungsort des America’s Cup. Nun versammelte sich hier die Flotte des HSH Nordbank blue race.
24 Yachten traten ihren langen Kampf gegen die Härten des Nordatlantiks an. Der erste Start (21 Yachten) zum HSH Nordbank blue race von Newport nach Hamburg war am 16. Juni. Um die Flotte zeitgleich in der Hansestadt ankommen zu lassen, haben sich die schnellen Maxiyachten in einer zweiten Startgruppe (3 Yachten) am 23. Juni auf den Weg gemacht. Mehr als 270 Segler nahmen die Herausforderung an und kämpften auf der 3.600 Seemeilen langen Strecke nach Hamburg um den Sieg. Der Kurs führte vom Starthafen Newport nach Nordosten über die Grand Banks und an den nebligen Küsten Neufundlands entlang bis zum so genannten „Ponit Alpha“, der die südöstliche Grenze treibender Eisberge markiert. Danach ging es hoch nach Norden mit Kurs auf Fair Isle, um Schottland herum in die Nordsee und wieder nach Süden in Richtung Elbmündung.Als Gesamtsieger erhielt der Amerikaner George David, Eigner der „Rambler“, die HSH Nordbank blue race Trophy. Das Rennen war für alle Einrumpf-Hochseeyachten mit einer Länge ab 40 Fuß (12,20 Meter) offen. Die vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV) in Hamburg initiierte Regatta wurde in Zusammenarbeit mit dem New York Yacht Club (NYYC) ausgerichtet. Schirmherr des HSH Nordbank blue race 2007 war der erste Bürgermeister der Hansestadt Hamburg Ole von Beust.
„Ein echtes Gänsehauterlebnis“
Auch Tobias König, geschäftsführender Gesellschafter von König & Cie, nahm mit 15 anderen Crew-Mitgliedern an der Regatta teil. FINANZWELT sprach mit ihm über seine Eindrücke und Erlebnisse während diesem einzigartigen Event.
Tobias König legt sein Mobiltelefon nur selten aus der Hand. Der Skipper der „Grey Goose“, einer Swan 82, stand auch in der Newport Shipyard in Newport/Rhode Island noch in direktem Kontakt zu seinem Emissionshaus König & Cie in Hamburg. Die geschäftliche Telefonverbindung wurde erst auf dem Atlantik auf das absolute Minimum heruntergeschraubt. „An Bordrücken ganz schnell andere Dinge in den Vordergrund“, so der 44-jährige, der sich mit seinem Unternehmen auch als einer der Hauptpartner des HSH Nordbank blue race engagiert.
FINANZWELT: Herr Koenig, Sie unterstützen seit Jahren intensiv den Segelsport. Was steht für Sie hinter diesem Engagement?
KÖNIG: Segeln verbindet in idealer Weise Kraft, Taktik und technisches Wissen. Dabei ist eine harmonische Teamleistung Voraussetzung für den Erfolg. Teamleistung ist auch im Berufsleben der Schlüssel für erfolgreiches Arbeiten. Die Dynamik im Segelsport ist eng verbunden mit der Dynamik bei König & Cie.
FINANZWELT: In welchen Bereichen des Segelsports engagiert sich König & Cie?
KÖNIG: Unser Segel-Engagement stützt sich im Wesentlichen auf zwei Säulen. Zum einen unterstützen wir im Bereich Hochleistungssport den mehrfachen Weltmeister in der Tornadoklasse (olympische Bootsklasse) Roland Gäbler und seinen jungen Vorschotmann Gunnar Struckmann für die Olympia Kampagne Peking in 2008. Zum anderen unterstützen wir seit Jahren die Jugendarbeit des Mühlenberger Segelclubs (MSC) und des Nordeutschen Regatta Vereins (NRV) in Hamburg. Denn ohne breiten Nachwuchs gibt es keine Spitze. In diesem Jahr haben wir zusätzlich als Partner das HSH Nordbank blue race, veranstaltet durch den NRV, unterstützt. An der Regatta haben wir selbst mit einem Schiff teilgenommen. Die Regatta wurde in Newport (USA) gestartet und führte die Flotte über den Nordatlantik um die Nordspitze von Schottland nach Hamburg.
FINANZWELT: Sie selbst sind auch mit gesegelt?
KÖNIG: Ja, ich war als Skipper mit 15 anderen Crew-Mitgliedern an Bord. Wir hatten ein tolles Team, das über die gesamte Zeit gut harmoniert hat.
FINANZWELT: Und mit was für einem Schiff sind Sie gesegelt?
KÖNIG: Wir haben auf einem Cruiserracer, einer Swan 82 teilgenommen. Das Schiff ist rund 25 m lang und wurde 2006 fertiggestellt.
FINANZWELT: Welche Erfahrungen haben Sie auf diesem Rennen gemacht?
KÖNIG: Wir sind sehr gut motiviert in das Rennen gegangen und haben an Bord einen außerordentlichen Teamgeist entwickeln können. Jeder ist für jeden eingestanden und das in jeder Situation. Und genau das hatten wir uns erhofft! Unsere Mitarbeiter haben sich auch sehr mit dem Projekt identifizieren können. Insofern konnten wir den positiven Geist, den wir an Bord aufgebaut haben, auch auf unser Team im Büro übertragen.
FINANZWELT: Welche besonderen Herausforderungen gab es unter diesen Extrembedingungen?
KÖNIG: Wir hatten einmal eine Situation, in der eine Windstärke bis zu 55 Knoten herrschte (das entspricht ungefähr 100 km/h), in der wir durch Brecher, die von hinten ins Cockpit schlugen, aus der Bahn geworfen wurden. Dadurch machte das Schiff eine so genannte Patenthalse, also ein ungewolltes Manöver. Das geschah leider gleich dreimal relativ kurz hintereinander. Dabei wurde ein an Deck gelaschtes Segel losgerissen und außerbords gespült. Außerdem brachen mehrere Latten im Großsegel und beim Bergen des Vorsegels wurde dieses durch den Wind zerrissen. Wir konnten nur noch mit Sturmbeseglung weitersegeln und haben durch die Reparaturzeit wertvolle Zeit verloren. Die Crew hat aber ganz hervorragend gearbeitet, und die meisten Schäden konnten mit Bordmitteln repariert werden. Sogar das zerrissene Vorsegel konnte wieder so weit geklebt und genäht werden, dass es in der Endphase der Regatta voll eingesetzt werden konnte. Die Crew hat eine Superleistung geboten und die Motivation nie verloren. Das ist genau die Teamleistung, die nicht nur beim Segeln unerlässlich ist.
FINANZWELT: Mit welchem Ergebnis hatten Sie gerechnet? Was war Ihr Ziel für diese Regatta?
KÖNIG: Wir hatten uns schon einige Chancen auf das „First ship home“ ausgerechnet. Das ist uns nun nicht gelungen. Wir sind als drittes Schiff in Cuxhaven durchs Ziel gegangen. Unsere Crew bestand aus Segelamateuren. Amateure in dem Sinne, dass wir niemanden an Bord hatten, der mit Segeln sein Geld verdient. Wir befanden uns also in allerbester Gesellschaft und sind mit unserer Leistung sehr zufrieden.
FINANZWELT: Wie war es dann, nach so vielen Tagen die Ziellinie zu durchsegeln? Wie war der Empfang?
KÖNIG: Das war schon ein richtig tolles Gefühl, dieses Abenteuer bestanden zu haben. Unsere Mitarbeiter und die Angehörigen der Crew haben uns einen tollen Empfang mit Transparenten, ordentlichem Lärm, einer Champagnerdusche, Bier, Steaks, Bratwürsten und reichlich Freude über unsere glückliche Überfahrt bereitet. Ein echtes Gänsehauterlebnis, was keiner von uns missen möchte. Auch auf diesem Wege noch einmal ein herzliches Dankeschön an das Empfangskomitee. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch allen danken, die an unserer Reise Anteil genommen haben. Wir waren wirklich überrascht, wie viele Leute uns bei der Regatta im Internet verfolgt haben.







