Geschlossene Fonds in den Startlöchern
Immobilien Asien
Nach den Aktien stehen nun die Immobilien im Fokus. Der Blick der Initiatoren geht nach Fernost. Neun Opportunity-Fonds stehen zur Auswahl.
Was für die Aktienfonds spricht, ist auch ein Argument für die geschlossenen Immobilienfonds: Das hohe Wachstumstempo. China wuchs im zweiten Quartal 2007 mit einer Jahresrate von sage und schreibe 11,9 %, die Einzelhandelsumsätze kletterten sogar um 15,4 %, nach Baring die höchste Zuwachsrate seit 1997. Aber Aktienfonds können weitgehend entwickelte Börsenstrukturen nutzen. Bei geschlossenen Immobilienfonds sieht das anders aus. Die Immobilienmärkte befinden sich noch in der Entstehung und sind keinesfalls mit denen in den entwickelten Ländern vergleichbar. Vor allem die Eigentumsrechte und ihre Durchsetzung sind unsicher. Daher sind zuverlässige und erfahrene Partner vor Ort notwendig.
Core-Immobilien (langfristig vollvermietete Büroimmobilen mit Mietern guter Bonität) sind kaum zu finden. Und bei ihnen besteht die Gefahr, dass sie durch modernere Neubauten in der Nachbarschaft schnell unattraktiv werden. Die Asienfonds setzen daher auf Opportunity-Strategien – und lassen dies auch oft an der Fondsbezeichnung erkennen – also Projektentwicklung mit erfahrenen Partnern vor Ort. So investiert der Asia Opportunity von Commerz Real in den Zielfonds LaSalle Asia Opportunity Fund III, an dem sonst nur institutionelle Anleger beteiligt sind. Exklusiv wurde dieser Zielfonds für die deutschen Anleger geöffnet. „Was die einzelnen Objekte anbelangt, handelt es sich notwendigerweise um einen Blind Pool,“ erläutert Günter Ress, Vorstand der Commerz Real AG. „Wir haben aber mit Jones Lang Lasalle einen Partner, der bereits seinen vierten Fonds in Asien auflegt und über ein ausgezeichnetes Netzwerk verfügt.“ In mehrere Zielfonds, von denen zwei bereits feststehen, investiert der Bayernfonds Asien 1 Asia Growth. Der Property-Class Portfolio 2 Asien-Fonds von KGAL sieht die Anlage in zwei bis vier Zielfonds vor, vier sind es beim Wachstumswert Asien von Hannover Leasing, bis zu vier beim MPC Asia Opportunity.
Drei Anbieter (Hannover Leasing, Realis, CFB) haben sich für die Zertifikatestruktur entschieden. Die Fonds waren geplant, als die Zertifikate noch unter die Übergangsregel fielen, nach welcher keine Abgeltungssteuer erhoben werden sollte. Nach einer Gesetzesänderung in letzter Minute unterliegen die Zertifikate zwar der Abgeltungssteuer (25 % plus Soli und Kirchensteuer), bieten aber eine leicht handhabbare Möglichkeit, die Anleger an Opportunity-Fonds zu beteiligen. Über Zertifikate lassen sich die Fonds auch sicher vor der Infektion durch eventuell als gewerblich qualifizierte Zielfonds schützen.
(DR. LEO FISCHER)







