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Der Markt ist reif für ein neues Konzept

ImmoExpose24

Immobilien-Börsen im Internet werden neben den traditionellen Vertriebswegen immer wichtiger. Anbietern und Kunden stehen zahlreiche regionale und bundesweit tätige Börsen zur Verfügung. FINANZWELT sprach mit dem Geschäftsführer der jüngsten Immobilien-Börse ImmoExpose24, Rainer Ott über Konzepte, Kommerz und Klickraten.

FINANZWELT: Herr Ott, vor einigen Monaten ging Ihre Immobilien-Datenbank ImmoExpose24 online. Ist der Markt nicht bereits gesättigt?

Rainer Ott: Wenn Ihnen die Qualität der bekannten Börsen im Netz genügt, kann man Ihre Frage sicherlich bejahen. Ich sehe allerdings noch keine Sättigung in bestimmten Segmenten. Makler, die eine kostengünstige Möglichkeit suchen, ihre Immobilien ohne viel Schnickschnack anzubieten, wurden bisher schlecht bedient. Schauen Sie sich die Marktführer an: Die Seiten bieten eine Vielzahl von Zusatzdienstleistungen und verdrängen den eigentlichen Sinn der Börse: den Immobilienhandel. Ich habe mit vielen Maklern gesprochen, die unzufrieden sind. Das war für mich der Anlass, mit ImmoExpose24 ins Netz zu gehen.

FINANZWELT: Das klingt sehr rebellisch. Was machen Sie anders als die Anderen?
Rainer Otte: Das hat wenig mit Rebellion zu tun. Ich will ja niemanden vom Thron stürzen sondern unentdeckte Nischen besetzen. ImmoExpose24 ist eine reine Immobilien-Börse, die auf unnötige Dienstleistungen verzichtet, die nicht unmittelbar mit der Vermittlung von Immobilien zu tun haben. Bei ImmoExpose24 können sich Makler in ihrer vollen Kompetenz präsentieren, denn hier stehen die Makler und deren Immobilien-Angebote im Mittelpunkt und nicht die Kooperationspartner.

FINANZWELT: Alle Zusatzleistungen sind für Makler kostenlos und auch die monatliche Gebühr ist geringer als bei allen anderen Anbietern und wird nicht gestaffelt. Wie können Sie sich das erlauben?
Rainer Otte: Sehen Sie, in einer Zeit, in der die Devise „Geiz ist geil“ postuliert wird, weiß jeder, dass man Qualität auch günstig bekommen kann. Aldi, Lidl & Co. haben derzeit so viel Erfolg, weil sie auf Schnickschnack in den Läden verzichten, geprüfte Qualität der Ware zu den besten Konditionen anbieten und eine effiziente Personal-Struktur haben. Das Gleiche können Sie auf die Immobilien-Börsen übertragen. Die enormen Marketingetats muss letztlich der Kunde bezahlen. Aufgepeppte Seiten mit unendlich vielen Links zu anderen Dienstleistern beeindrucken bestimmt viele Kunden. Aber alles hat seinen Preis und ich bin der Meinung, dass meine Kunden nur das bezahlen sollen, was sie auch aktiv nutzen können.

FINANZWELT: Woher nehmen Sie den Optimismus, dass ImmoExpose24 gegen die Marktführer mit jeweils über 100.000 Immobilien im Bestand bestehen wird?
Rainer Otte: Ich bin mir sicher, dass langfristig eher das Massengeschäft gefährdet ist, denn das Preis-Leistungs-Verhältnis der Großen entspricht meines Erachtens nicht mehr dem Bedarf. Und welcher Makler steht schon gerne in Konkurrenz zu Hundert anderen Mitbewerbern, die alle gleichwertige Objekte unter derselben Adresse anbieten. Nein, ich denke, der Markt ist reif für ein neues Konzept.

(Michael Oehme)


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