Social Media Communicator Teil 1
In Blogs & Foren Rede und Antwort stehen
Dr. Klemens SurmannSocial Media – dieser Begriff ist aus dem Sprachgebrauch gar nicht mehr wegzudenken. Im privaten Bereich gehört es mittlerweile zum Alltagsleben, aber auch in der Berufswelt rückt es mehr und mehr in den Fokus. In der Finanzbranche haben viele Unternehmen bereits die Zeichen der Zeit erkannt. Um unternehmenstreue Social Media Aktivitäten zu gewährleisten, werden Experten beschäftigt. finanzwelt spricht in dieser und in den kommenden Ausgaben mit ausgewählten Fachleuten über ihre Arbeit. Den Auftakt macht Dr. Klemens Surmann, Social Media Communicator der Gothaer Finanzholding AG.
finanzwelt: Herr Dr. Surmann, was genau obliegt Ihrem Zuständigkeitsbereich als Social Media Communicator?
Dr. Surmann: Ich bediene die Social Media Kanäle der Gothaer. In erster Linie sind das Facebook und Twitter. Dazu gehört auch ein YouTube Kanal sowie die Koordination mit einem Kollegen aus dem Personalbereich, der einen Gothaer Karriere-Account bei Facebook betreibt. Weiter reagiere ich auf Ergebnisse der Medienbeobachtung und antworte in Blogs oder Foren, wenn dort die Gothaer erwähnt wird.
finanzwelt: Heißt das, dass Sie ständig „online“ sein müssen, um zeitnah in Foren reagieren zu können?
Dr. Surmann: Nein, das ist zum Glück nicht notwendig. Dafür verfügen wir über ein spezielles Tool, das uns via E-Mail einen Hinweis gibt, wenn über unser Unternehmen „gesprochen“ wird. Dann ist natürlich Eile geboten, um sich zeitnah in das Gespräch einzuklinken. Wichtig ist immer, dass man überhaupt reagiert. Meist lassen sich Unstimmigkeiten, die auch unser Unternehmen betreffen, in einem „klärenden Mailverkehr“ aus der Welt schaffen.
finanzwelt: Nach welchen Richtlinien gehen Sie bei Ihrer Arbeit vor?
Dr. Surmann: Schriftliche Richtlinien gibt es nicht, in diesem Bereich reagiert man schnell auf immer neue Anforderungen. Bei Facebook setzen wir in erster Linie auf Image und Unterhaltung, lassen Werbung komplett außen vor, bei Twitter schicken wir kurze und präzise, informative oder/und unterhaltende Botschaften in die Welt. Natürlich müssen alle Posts der Gothaer Firmenpolitik entsprechen, kritische Posts werden nicht gelöscht, sondern diskutiert.
finanzwelt: Ist der Erfolg Ihrer Tätigkeit messbar? Wenn ja, an welchen Kriterien?
Dr. Surmann: Der Erfolg wird bei Facebook in erster Linie in der Response gemessen. Hier sind wir mit einer Rate von 82 % weit vorne. An der Anzahl von Followern oder Fans zu messen ist zwiespältig, denn was nutzen Leute, die sich nicht rühren und kein Interesse zeigen. Diese verbreiten unsere Botschaften auch nicht weiter. Trotzdem braucht man eine gewisse Anzahl davon, damit man auch gehört wird.
finanzwelt: Wo sehen Sie den Bereich Social Media in Ihrem Unternehmen in fünf Jahren?
Dr. Surmann: Das kann man überhaupt nicht sagen. Vielleicht gibt es dann gar kein Social Media mehr, vielleicht gibt es völlig andere Medien und Kanäle, vielleicht ist die klassische PR dann tot und es geht nur noch über das Netz. Lassen wir uns überraschen.
(Das Gespräch führte Claudia Krämer)







