Interview mit Matthias Klein
Institutionelle Investoren im Visier
Matthias KleinDie in der Nähe von München ansässige FIHM AG positioniert sich in einem anspruchsvollen Marktumfeld derzeit um und bietet eine Produktwelt, die sich auch am Bankschalter findet. finanzwelt sprach hierüber mit Matthias Klein. dem neuen Vorstand für Vertrieb, Marketing und Unternehmenskommunikation.
finanzwelt: Herr Klein, die FIHM hat sich als Spezialist von geschlossenen Immobilienfonds positioniert. Nun schreiben die Medien, basierend auf den Auswertungen des VGF Verbandes, dass die Zahlen bei Immobilienfonds rückläufig sind. Wie stufen Sie generell die Chancen ein?
Klein: Ganz offen? Wir sind, wie andere Marktteilnehmer auch, der Meinung, dass derzeit ein Käuferstreik stattfindet. Die Schwierigkeiten an den Finanzmärkten sorgen zu einem erheblichen Teil dafür, dass derzeit seitens der potenziellen Kunden am liebsten gar nichts entschieden wird. Darunter leider wir natürlich. Unsere Aufgabe ist es, diesen potenziellen Kunden, die meist 50 Jahre und älter sind und die sehr oft eine zugeteilte Lebensversicherung besitzen, aufzuzeigen, dass wir ihnen eine Sachwertanlage bieten können, die den Risikogehalt einer Bundesanleihe hat – aber mit deutlich höheren Ausschüttungen.
finanzwelt: Allenthalben ist zu lesen, dass internationale Investoren wieder massiv angefangen haben, in Deutschland Immobilien zu kaufen. Was hat das für Auswirkungen auf die Fondsanbieter oder, um es konkreter zu sagen, auf die Fonds der FIHM?
Klein: Im Hinblick auf Neueinkäufe ist natürlich ein heftiger Wettbewerb entbrannt, bei dem wir allerdings im Hinblick auf unsere Markterfahrung und Zugangswege punkten. Schließlich sind institutionelle Investoren für uns durchaus ein Teil einer Exit-Strategie.
finanzwelt: Uns interessiert natürlich die Frage, ob FIHM ein Einproduktanbieter bleibt, oder haben Sie andere Assets in der Pipeline?
Klein: Wir schauen sehr vorsichtig nach neuen Produktlinien, so z. B. im Bereich der Photovoltaik. Wir würden solche Themen allerdings nur dann anfassen, wenn zum einen unsere Anforderungen an die Qualität der Projekte nachhaltig erfüllt werden kann und zum anderen die Platzierung bei Projektstart weitestgehend geklärt ist.
finanzwelt: Was hat Sie an Ihrer neuen Herausforderung am meisten gereizt, zumal man Ihrer Vita ja entnehmen kann, dass Sie einen stark institutionell geprägten Background haben?
Klein: Ich bin angetreten und von den Aktionären dahingehend auch so beauftragt worden, einen glaubwürdigen Turnaround der Firmengruppe zu begleiten. Was die bilanzielle Seite anbelangt, wurden die Hausaufgaben gemacht. Nun geht es darum, die FIHM aus der bisherigen öffentlichen Wahrnehmung herauszulösen und als ein Emissionshaus zu positionieren, das hochwertige Produkte liefert, die wie prospektiert performen. Dies geht nur, indem man auch die Qualität der Konzeption erhöht. Dazu bin ich angetreten und werfe diesbezüglich auch meinen eigenen guten Namen in die Waagschale.
finanzwelt: Spielt Ihre institutionelle Vergangenheit hier in irgendeiner Weise eine Rolle?
Klein: Selbstverständlich. Institutionelle Investoren suchen derzeit, wie übrigens auch vorausschauende „normale“ Investoren, nach interessanten Sachwertbeteiligungen, die bei einem angemessenen Sicherheitspotenzial auch attraktive Erträge erwirtschaften. Was dies anbelangt, sondieren wir den Markt nach interessanten Projekten, die noch nicht angeboten wurden, um diese als Publikumsfonds oder Private Placements anzubieten. Nochmals: Wenn die Qualität des Assets und der Konzeption stimmt, ist es letztendlich gleich, welche Ausgestaltung sie für die Beteiligung wählen. Das kann im Zweifel sogar ein anzusparendes Fondsangebot sein, wenngleich wir hier in den kommenden Jahren nicht mehr unseren Schwerpunkt sehen – um dies an der Stelle deutlich zu sagen.
finanzwelt: Halten Sie den geschlossene Fonds denn generell für zukunftstauglich?
Klein: Für mich hat der geschlossene Immobilienfonds durchaus eine Zukunft, zumal er die ehrlichere Alternative zum offenen Immobilienfonds ist, der ja auch immer mehr „geschlossen“ ist. In einem geschlossenen Fonds kann ich das oder die Assets sehr transparent beschreiben, der Anleger weiß, dass er sich für eine Zeit lang bindet. Das kann auch ein Vorteil sein, denn hierdurch werden immer wieder auftretende exogene Faktoren ausgeglichen. Der Anleger sollte in dem zuvor beschriebenen Sinne den geschlossenen Immobilienfonds als sicheren Teil seiner Vermögensgewichtung verstehen, der dennoch mit angemessenen Renditen punkten kann.
finanzwelt: Die Reglementierung der Emissionshäuser schreitet voran. Segen oder Ungemach für die Branche?
Klein: Die derzeitige Entwicklung hilft unserer Branche – schon alleine aufgrund der öffentlichen Wahrnehmung, dass nun reglementiert ist – aus der immer noch präsenten Schmuddelecke heraus zu kommen. Ich begrüße das sehr und halte es für die richtige Richtung, in die man gehen sollte. Wir als FIHM sind, was das, anbelangt bestens aufgestellt und für die Zukunft gewappnet.
(Das Gespräch führte Dorothee Schöneich)







