Interview mit Bernd Neitzel
Bernd NeitzelInterview mit Bernd Neitzel, Geschäftsführer Neitzel & Cie. Gesellschaft für Beteiligungen mbH & Co. KG
finanzwelt: Ihr Emissionshaus trägt Ihren Namen. Ist das Programm?
Neitzel: Ja. Wenn wir keinen Erfolg haben, wäre das Beste beschädigt, was ich besitze, das ist mein Name. Mehr kann ich nicht einbringen.
finanzwelt: In der aktuellen Krise mit Schiffsprojekten weiterzumachen, ist mutig. Wie sieht Ihr Konzept aus?
Neitzel: Wir starteten 2006 mit Private Placements auf kleiner Kostenbasis, mit Produkten, die funktionieren. Unser Büro ist überschaubar, wir halten engen Kontakt zum Vertrieb. Wir sind bisher maritim geprägt und zwar kompromisslos. Containerschiffe allerdings gehören nicht dazu. Wir gehen nicht die ausgetretenen Pfade der anderen, sondern beschäftigen uns mit den Segmenten, die die großen Wettbewerber nicht anfassen. Das sind die Themen Bulker, Multipurpose, aber auch Plattformversorger. Nicht die größten Einheiten stehen in unserem Interesse, sondern kleinere mit starken Partnern auf Reeder- und Befrachterseite.
finanzwelt: Sie suchen in kleineren Segmenten Deals, die mit großer Sicherheit erfolgreich sind?
Neitzel: Das ist der Weg. Wir finanzieren derzeit die ersten beiden Einheiten einer Achter-Serie kleinerer Mehrzweckschiffe in europäischer Fahrt. Also nur im Euro-Raum mit reiner Euro-Kalkulation. Diese Schiffe rechnen sich selbst heute mit den aktuellen Markraten. Das geringe Risiko-, aber maximale Chancenpotenzial bietet kaum ein anderes Projekt am Markt. Wir arbeiten mit der erfahrenen Reederei MarLink zusammen, die das kaufmännische Management übernimmt. Das technische Management bei TEAM Ship ist kurzfristig kündbar und die Schiffe fahren im ML MPP-Euro-Pool. Nach vermutlich 4 bis 5 Jahren verkaufen wir die Schiffe - voraussichtlich. Unser Reederpartner ist seit 15 Jahren auf diese Weise erfolgreich.
finanzwelt: Wie viele Schiffe haben Sie in Ihrer Emittenten-Karriere schon platziert?
Neitzel: Ich bin nun seit über 10 Jahren in der Branche tätig und neben den beiden Mehrzweckschiffen haben wir im letzten Jahr einen Handysize Bulker platziert. In diesem Jahr folgt nun die Serie der 4.700-Tonner. Im letzten Jahr haben wir 10 Mio. Eigenkapital platziert.
finanzwelt: Wie viel wollen Sie 2009 platzieren?
Neitzel: Wir haben in den letzen acht Wochen knapp 1 Mio. Euro platziert. Wir gehen 2009 von 7 bis 9 Mio. Euro Eigenkapital aus.
finanzwelt: Was planen Sie noch?
Neitzel: Mit einem erfahrenen Immobilien- Partner haben wir zwei namhafte Entwickler gefunden. Mit diesen zusammen werden wir eine Serie kleiner Fachmärkte starten. Alle gut und langfristig vermietet.
finanzwelt: Wer platziert für Sie?
Neitzel: Der klassische freie Vertrieb.
(Das Gespräch führte Dieter E. Jansen)







