Private Baufinanzierung der DSL Bank nur über Finanzdienstleister
Interview mit Dieter Pfeiffenberger, Bereichsleiter der DSL Bank
Die DSL Bank ist seit gut drei Jahren Teil der Postbank AG in Bonn. Als Marke mit eigenem Vertriebskonzept ist sie aber unverändert erfolgreich, und das, obwohl sich die privaten Häuslebauer derzeit eher zurückhalten. Anders als der Markt bietet die DSL Bank private Baufinanzierung ausschließlich über Finanzdienstleister an. FINANZWELT sprach mit Dieter Pfeiffenberger, der im Postbank-Konzern für die Marke DSL Bank verantwortlich ist.
FINANZWELT: Woran liegt es, dass Sie im Gegensatz zum Markttrend derzeit mehr Hypothekendarlehen vermitteln?
Pfeiffenberger: Der Hauptgrund ist unsere klare Ausrichtung auf die Zusammenarbeit mit Partnervermittlern. Sie können ihren Kunden einen Service vor Ort bieten, den viele Hypothekenbanken nicht leisten können und viele Geschäftsbanken nicht mehr leisten wollen. Voraussetzung für diese strategische Ausrichtung ist eine regionale Präsenz, die wir mit unseren 18 Standorten bundesweit sicherstellen.
FINANZWELT: Viele Darlehensgeber verlangen höhere Eigenkapitalanteile als früher. Ist dies auch in Ihrem Hause der Fall?
Pfeiffenberger: Nein. Bei eigengenutzten Immobilien - und das sind über 80 Prozent der Baufinanzierungen bei der DSL Bank - sehe ich keinen Grund, die Anforderungen zu erhöhen. Anders liegt der Fall bei fremdgenutzten Immobilien. Hier hat das gestiegene Risikobewusstsein der Kreditinstitute in den letzten Jahren zu schärferen Anforderungen geführt. Das ist auch richtig so. Niemand hat etwas davon, wenn Hypothekenkredite insgesamt in Verruf geraten, weil insbesondere Kapitalanlagemodelle leichtfertig finanziert werden, die hohe Risiken für Anleger und Bank bergen können.
Pfeiffenberger: Private Anlageberater sind nur ein Teil unserer Partnervermittler. Genauso wichtig sind Finanz- und Immobilienmakler, Bausparkassen, Versicherungen, Banken und Bauträger. Die Vorteile für uns als DSL Bank liegen darin, dass die Partnervermittler uns Akquisition, Kreditberatung und Prüfungsaufgaben abnehmen.
FINANZWELT: Haben auch die Kunden davon einen Nutzen?
Pfeiffenberger: Ja sicher. Die eingesparten Kosten können wir in Form günstiger Preise an die Vermittler und damit letztlich an die Kunden weiter geben. Die Kunden haben außerdem den Vorteil, dass sie von unseren Partnern wesentlich individueller betreut werden, als wir das selbst könnten. Die Beratung nach Feierabend in der eigenen Wohnung ist für viele Kunden zum Beispiel ein willkommener Service.
FINANZWELT: Wird die Baufinanzierung für Finanzberater an Bedeutung gewinnen?
Pfeiffenberger: Ja. Banken und Sparkassen ziehen sich zunehmend aus der Fläche zurück. Sie hinterlassen eine Beratungslücke, die Finanzberater durch einen wohnortnahen Service ausfüllen können.
FINANZWELT: In 2002 stagnierte die Zahl der privaten Immobilienkäufe. Wie wird sich die Nachfrage in den nächsten Jahren entwickeln?
Pfeiffenberger: Es gibt zwar keinen Grund zur Euphorie, aber das geringe Neubauvolumen der letzten Jahre wird nach meiner Einschätzung zu einem Nachfrageüberhang führen, der in der Folge zu attraktiveren Mieten und damit zu einer Belebung des Marktes beiträgt.
FINANZWELT: Viele Hypothekenbanken sind in den letzten Jahren vom Markt verschwunden. Wie sehen Sie die Zukunft der Branche?
Pfeiffenberger: Nach meiner Einschätzung werden bereits mittelfristig nur eine gute Handvoll Baufinanzierer am Markt überleben können. Die DSL Bank wird dazu gehören.
FINANZWELT: Welche Zinsbindung würden Sie aktuell einem Kunden empfehlen?
Pfeiffenberger: Bei dem historisch sehr niedrigen Zinsniveau mit Zinssätzen deutlich unter fünf Prozent empfehlen wir eine lange Zinsbindung von zehn oder mehr Jahren.
FINANZWELT: Gibt es Regeln zum idealen Tilgungsverhalten?
Pfeiffenberger: In der gegenwärtigen Situation würde ich zwei Prozent oder mehr Regeltilgung vereinbaren. Dadurch verringert sich die Restschuld schneller, ohne dass sich die monatliche Belastung wesentlich erhöht.
FINANZWELT: Wie reagieren Sie, wenn Ihr Kunde Sondertilgungen wünscht?
Pfeiffenberger: Das ist kein Problem. Unsere Kunden können Tilgungsoptionen vorher im Vertrag vereinbaren oder für einen Teil der Finanzierung eine variable Zinsbindung wählen.
FINANZWELT: Wie würden Sie persönlich den für Ihr Vorhaben günstigsten Hypothekengeber suchen?
Pfeiffenberger: Der günstigste Zinssatz bedeutet nicht automatisch auch die beste Finanzierung. Bei einer so weit reichenden und oft einmaligen Investition würde ich nicht auf eine seriöse und fachkundige Beratung verzichten. Wenn der Berater meines Vertrauens mir einen wettbewerbsfähigen Preis anbietet, bin ich bei ihm richtig aufgehoben.
(Michael J. Glück)







