“Wir sehen ein erhebliches Wachstumspotenzial!”
Interview mit Dr. Markus Rieß, Sprecher der dit-Geschäftsführung
Die Kurstalfahrt an den Aktienbörsen hat die stark aktienorientierte Fondsgesellschaft dit stark getroffen. Auch die notwendige Neuorientierung nach der Übernahme der Muttergesellschaft Dresdner Bank durch die Allianz wirkte sich zeitweise negativ aus. Doch jetzt ist der dit wieder unter den Großen Vier der Branche zu finden. FINANZWELT fragte nach den künftigen Perspektiven des dit, der im Vertrieb verstärkt auf die Independent Financial Advisors (IFA) setzen will.
Finanzwelt: Sie sagen, der dit hat wieder Tritt gefasst. Wie ist dies gelungen?Dr. Rieß: Der dit hat mit seiner Produktpolitik und Produktphilosophie wieder zur Spitze des Marktes aufgeschlossen und den Markt mit neuen Produkten inspiriert. Unsere neuen Produkte - der dit-Euro Bond Total Return, die dit-Euro Protect Dynamik Fonds als neuartige Garantiefonds mit unbeschränkter Laufzeit und einem rollierenden, stichtagsbezogenen Garantieversprechen sowie dit-Absolute Return Allocation und dit-Absolute Return Allocation Plus - sind zu Trendsettern für die gesamte Fondsbranche in Deutschland avanciert. Wir wollen unseren Marktanteil in Deutschland - gemessen am verwalteten Fondsvermögen - mittelfristig auf rund 15 Prozent ausweiten. Dabei gilt es, neben unserem Hauptvertriebskanal Dresdner Bank die Absatzerfolge über die Allianz-Vertreterorganisation zu verstetigen und uns nachhaltig im Drittvertrieb zu positionieren. Dies wollen wir mit einer marktgerechten, erfolgreichen und zugleich innovativen Fondspalette, einem überdurchschnittlichem Service für Anleger und Vertriebspartner sowie dem Ausbau unserer Vertriebsaktivitäten in Europa erreichen.
Finanzwelt: Sie haben nach der Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz den dit-Vertrieb neu aufgestellt.
Dr. Rieß: Zunächst einmal ganz grundsätzlich: Marktgerechte Vertriebssteuerung ist gewissermaßen das Herzstück aller geschäftlichen Aktivitäten im Fondsgeschäft. Deshalb haben wir mit einer völligen Neuorganisation diesen Bereich wesentlich verstärkt. Mit unserer Ausrichtung auf drei Säulen - Dresdner Bank, Allianz und Drittvertriebspartner - sind wir effizient, wettbewerbsfähig und zukunftsweisend aufgestellt, weil wir die für uns künftig zentralen Wachstumsfelder im Fondsvertrieb erfolgswirksam besetzen.
Finanzwelt: Welche Rolle spielen Drittvertriebspartner in Ihrer Planung?
Dr. Rieß: Dem Ausbau des Vertriebs über Drittvertriebspartner kommt im Rahmen unserer strategischen Ziele eine hohe Priorität zu. Wir sehen auch in diesem Bereich beträchtliches Wachstumspotenzial. In der Vergangenheit waren wir hier in der Breite nicht aktiv, was wir mittlerweile verändert haben - mit wirklich gutem Erfolg, wenn man sich die Absatzzahlen ansieht. Immerhin konnten wir aus diesem Vertriebskanal im laufenden Jahr über 600 Millionen Euro netto neue Anlagegelder generieren.
Finanzwelt: Mit welchen Maßnahmen waren Sie hier erfolgreich, was ist künftig geplant?
Dr. Rieß: Leistungsfähige Serviceebenen und flexible Strukturen sind wohl die entscheidenden Komponenten beim erfolgreichen Auf- und Ausbau des Vertriebs und mithin der Stärkung unserer Marktposition. Wir haben dementsprechend die Betreuung der Vertriebspartner erheblich erweitert und auf ein - wie ich meine - qualitativ hochwertiges Niveau gebracht. Das beginnt mit der Informationstiefe und Qualität der bereit gestellten Daten, geht
über intensive, regelmäßige Schulungen und Beratung und reicht bis hin zu vertriebsunterstützenden Maßnahmen wie Kundenveranstaltungen. Die Resonanz im Markt bestätigt uns, dass wir wirklich auf dem richtigen Weg sind.
Finanzwelt: Welche Bedeutung hat die neue Fondsdepot Bank?
Dr. Rieß: Mit der Fondsdepot Bank haben wir unsere Fazilitäten um ein wesentliches Serviceinstrument erweitert: um eine offene Abwicklungsplattform für Vermittler und Kapitalanlagegesellschaften. Damit ist nun die Verwaltung von ADAM-eigenen Fonds und Fonds anderer Anbieter in einem einzigen Depot möglich. Für uns ist unser ServiceCenter in Hof damit ein unabdingbares strategisches Element zur nachhaltigen Positionierung im Fondsgeschäft, insbesondere im Wettbewerb um leistungsfähige Drittvertriebspartner. Derzeit verwalten wir hier 1,6 Millionen Depots. Zusammen mit unserer modernen IT-Technik und dem erfahrenen Personal können wir erhebliche Skaleneffekte nutzen, was letztlich wettbewerbsfähige Konditionen und Abwicklungsqualität ermöglicht.
Finanzwelt: Der dit hat eine Reihe von sehr erfolgreichen Produktinnovationen auf den Markt gebracht. Was war das Erfolgsrezept?
Dr. Rieß: Zum Einen die Aktivierung unserer Vertriebskraft, zum Anderen die situativ optimal ausgerichtete Platzierung unserer neuen Produkte, wobei der dit-Euro Bond Total Return, unsere Garantiefonds und die Stiftungsfonds mit der Anlageausrichtung Bonds und Balanced zunächst die wesentlichen Absatzträger waren. Sie waren die richtigen Produkte zur richtigen Zeit. Mittlerweile haben sich auch unsere beiden Absolut-Return Produkte zu einer Erfolgsstory entwickelt.
Finanzwelt: Der dit hat aber bei den Aktienfonds, seiner früheren Domäne, bislang keine neuen Produkte gebracht.
Dr. Rieß: Die Zeit war bislang in der Tat noch nicht reif für neue Aktienprodukte. Mental haben die Anleger offensichtlich die Baisse noch nicht vollends verdaut. Spätestens im kommenden Jahr rechnen wir aber mit wieder anziehender Nachfrage nach Aktienfonds. Wir können uns derzeit gut vorstellen, bald schon mit einem researchgetriebenen Aktienfonds erfolgreich sein zu können.
Finanzwelt: Im Verbund des dit werden nun auch die Offenen Immobilienfonds der DEGI vertrieben. Was war der Grund?
Dr. Rieß: Wir bieten damit - nicht zuletzt unseren Vertriebspartnern - eine lückenlose Palette an Retail-Fondsprodukten mit entsprechender Betreuung aus einer Hand. Das ist für uns ebenso wie für unsere Partner nicht nur praktisch, sondern für alle Beteiligten in hohem Maße effizient und unter Serviceaspekten komfortabel.







