das Interview
Interview mit Dr. Michael Renz, Vorstand Leben der Zürich Gruppe:
FINANZWELT: Die Zürich Gruppe bietet alle fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge an. Machen Sie sich damit nicht auch Konkurrenz im eigenen Haus?
Dr. Renz: Nein, sicher nicht. Konkurrenz sind für uns die Anbieter am Markt. Durch das Angebot aller fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge sind wir bei den Arbeitgebern ein akzeptierter Partner. Erst durch unser umfassendes Angebot können unsere Berater vor Ort gezielt auf die unterschiedlichen Belange und Vorgaben der Arbeitgeber eingehen. Da ein einzelner Durchführungsweg nie die umfassende Lösung aller Anforderungen an ein zukunftsweisendes Modell der BAV darstellen kann, ist das Ergebnis der Beratung meist eine Kombination der fünf Möglichkeiten. Unser Ziel war von Anfang an, alle fünf Durchführungswege anzubieten. Unsere Berater sollten nicht dazu verleitet werden, in Ermangelung eines Durchführungswegs den Kunden ein Angebot zu unterbreiten, welches keine auf Dauer tragfähige Lösung für den Unternehmer darstellt.
Dr. Renz: Es ist richtig, dass der klassische Außendienst der Zürich Gruppe mehr praktische Erfahrung mit der altbewährten Direktversicherung hat als mit dem ‚Deutschen Pensionsfonds ‘. Dies kann auch gar nicht anders sein, denn unser ‚Deutscher Pensionsfonds ‘steht den Vertrieben erst seit Mitte letzten Jahres zur Verfügung, die Pensionskasse ‚Pro bAV ‘seit Herbst 2002.Bereits vor Einführung dieser beiden neuen ege haben wir in die eiterbildung der im Vorsorgemarkt tätigen Vertriebspartner erheblich investiert. Die Basis eines Gesprächs über betriebliche Altersvorsorge bildet die fundierte Kenntnis des Betriebsrentengesetzes, des relevanten Steuerrechts und der angrenzenden Rechtsgebiete. Diese Grundlagen werden ergänzt durch Kenntnisse über Möglichkeiten und Grenzen unserer angebotenen Durchführungswege. Aber so gut theoretisches Wissen auch ist,nur durch die Erfahrung zahlreicher Kundengespräche entwickelt sich ein Außendienstmitarbeiter zum wertvollen Ratgeber für unsere Kunden. Zur Unterstützung unserer Vertriebspartner haben wir bundesweit ein Netz von Fachleuten für den Bereich der betrieblichen Altersversorgung mit genau dieser Erfahrung aufgebaut. Auf diese Fachleute können unsere Vertriebspartner bei Bedarf zugreifen. Zentral besteht auch noch ein ‚Center of Competence ‘.Hier können z.B. Versorgungswerke kritisch gewürdigt werden oder für unsere internationalen Kunden entsprechende länderübergreifende Lösungen erarbeitet werden.
FINANZWELT: Der betrieblichen Altersversorgung muss ein größeres Gewicht als bisher zukommen. Darüber sind sich alle Beteiligten einig. Doch hält die propagierte Entgeltumwandlung, was man sich von ihr verspricht?
Dr. Renz: Diese Frage werden erst die Ergebnisse der Zukunft beantworten können. Dafür ist das ‚Recht auf Entgeltumwandlung ‘noch zu neu, auch wenn es in fast allen Tarifverträgen bereits verankert ist. Es wird seit Jahren mehr Eigenverantwortung des Einzelnen eingefordert. In der Folge war es ein logischer Schritt des Gesetzgebers, diese Eigenverantwortung auch im Bereich betrieblicher Vorsorge zu verankern. Nachbesserungen in Teilbereichen wären wünschenswert; ich denke da z.B. an die vor allem für ältere Arbeitnehmer zu restriktiven steuerlichen Grenzen oder an die Überarbeitung der Regelungen zur Pensionssicherungspflicht. Generell aber war es ein Riesenschritt in die richtige Richtung. wenn vereinzelt Stimmen laut werden, die am Erfolg des Modells schon heute zweifeln, darf nicht vergessen werden, dass bei der Entgeltumwandlung zweimal beraten werden muss. Einmal der Arbeitgeber, damit dieser die für sein Unternehmen passenden Durchführungswege findet, und zum zweiten der Arbeitnehmer, der in der Regel weiß, dass er selbst etwas zur Vorsorge beitragen muss. Leider ist manchmal die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes so dominant, dass keine Bereitschaft besteht, sich finanziell längerfristig zu binden. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich in Deutschland das wirtschaftliche Umfeld wieder aufhellen wird. Damit steigt auch die Bereitschaft zur Eigenvorsorge. Denn eines ist sicher: höhere Renten als heute wird es real künftig sicher nicht geben.







