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"Wir setzen weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit mit dem freien Vertrieb"

Interview mit Franklin Templeton Retail Sales Manager Reinhard Berben

Wer kennt nicht den Templeton Growth Fund, der ohne Zweifel dazu beitrug, dass deutsche Anleger Vertrauen in Fondsanlagen ausländischer Anbieter fassten. Er wird im kommenden Jahr 50 Jahre alt. Grund genug für FINANZWELT "Bestandsaufnahme” zu machen und ein Gespräch mit Reinhard Berben, Retail Sales Manager bei Franklin Templeton Investment Services GmbH zu führen.

FINANZWELT: Wie würden Sie die Entwicklung der letzten zwei bis drei Jahre umschreiben?
Berben: Die Baisse am Aktienmarkt der vergangenen drei Jahre hat zu einer Umkehr beim Anlegerverhalten geführt. Das Risiko ist jetzt bei dem Endanleger in den Fokus getreten. Nicht nur die erzielte Rendite, sondern vor allem die mit der Anlage verbundene Volatilität, die auch zum Teil zu schmerzlichen Verlusten geführt hat, spielen eine bedeutende Rolle. Dabei verhalten sich einige Anleger jetzt ähnlich irrational wie während des Börsenbooms, als das Risiko vollständig ausgeblendet wurde. Langfristig ausgerichtete Anleger haben solcherlei Phasen bereits mehrfach durchlaufen und fühlen sich in der langfristig ausgerichteten Strategie bestätigt. Ich glaube deshalb, dass die Anleger insgesamt kritischer, aber auch sehr viel verantwortungsbewusster geworden sind. Das kann für die Aktienkultur in Deutschland nur gut sein.

FINANZWELT: Wo positioniert sich Franklin Templeton mittlerweile in Deutschland?
Berben: Nach zehn Jahren Präsenz am Markt ist Franklin Templeton der größte ausländische Anbieter von Publikumsfonds in Deutschland. Erreicht haben wir dies durch die konsequente Ausrichtung unseres Vertriebs auf verschiedene Absatzkanäle, aber auch durch eine intensive Markenpflege. Der Bereich der freien Berater und Vermittler, der uns in Deutschland groß gemacht hat, ist ein wichtiges Standbein. Wir haben das Serviceangebot für unsere Vertriebspartner in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Die Qualität unseres Service wird durch diverse Auszeichnungen immer wieder bestätigt. Gleichzeitig konnten wir in den letzten Jahren aber auch im institutionellen Bereich sehr stark zulegen. In den vergangenen Monaten haben wir mit wichtigen Partnern aus dem Versicherungs- und Bankenbereich langfristige, strategische Vereinbarungen getroffen. Franklin Templeton profitiert eindeutig vom steigenden Trend zu einer „Open“- bzw, „Guided Architecture“. Wir sehen hier auch langfristig ein großes Potenzial.

FINANZWELT: Wie würden Sie die Idee hinter der Philosophie Ihrer Asset Allocation beschreiben?
Berben: Die Asset Allocation orientiert sich an der Strategie des jeweiligen Investmentfonds. Franklin Templeton bietet eine umfassende Produktpalette an, wobei die Fonds jeweils nach unterschiedlichen Anlagestrategien gemanagt werden. Die Managementteams von Franklin Fiduciary, Templeton und Mutual Series arbeiten getrennt voneinander und verfolgen jeweils ihre eigene erprobte Strategie. Diese Vielfalt und die Autonomie der einzelnen Managementteams ist uns sehr wichtig. Wir wollen dem Endanleger die notwendigen Bausteine für ein diversifiziertes, langfristig orientiertes Depot aus einer Hand liefern.






FINANZWELT: Welche Anlagestrategien bieten Sie oder werden Sie zusätzlich zu Ihrer Kernausrichtung anbieten?
Berben: Unsere Anlagestrategien lassen sich grob in wert- und wachstumsorientiert unterteilen. Ein Schwerpunkt liegt bei unserem Angebot in Deutschland klar auf Aktienfonds. Unsere Kernkompetenzen liegen bei den global anlegenden und den Europa-Aktienfonds. Mit Dr. Mark Mobius haben wir aber auch einen der renommiertesten Experten im Bereich der Schwellenländer in unseren Reihen. In den USA verfügt Franklin über eine hohe und auch dort sehr bekannte Expertise im Rentenbereich. Diese Expertise auch nach Deutschland zu bringen und uns hier verstärkt auch in diesem Bereich aufzustellen gehört zu unseren strategischen Zielen in den kommenden Jahren.

FINANZWELT: Welches Verhältnis haben Sie zum freien Anlagevertrieb?
Berben: Der freie Vertrieb ist einer unserer wichtigsten Absatzkanäle. Mit vielen unserer Vertriebspartner verbindet uns mittlerweile eine lange und sehr konstruktive Partnerschaft. Wir sind in Deutschland in den ersten Jahren vor allem über den freien Vertrieb gewachsen. Viele freie Finanzberater haben unseren Produkten in guten und schlechten Börsenzeiten die Treue gehalten und somit in vielen Fällen auf lange Sicht ihren Kunden zum Erfolg verholfen. Besonders während des Technologiebooms der späten neunziger Jahre und der folgenden Baisse hat sich diese Umsicht für die Kunden ausgezahlt, denn viele von ihnen sind in unseren Fonds investiert geblieben und konnten so die Baisse ohne größere Schäden überstehen. Auch wenn in den vergangenen Jahren das Geschäft mit den Banken und Versicherungen deutlich an Volumen gewonnen hat, setzen wir weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit mit dem freien Vertrieb.

FINANZWELT: Wie fördern Sie die Zusammenarbeit?
Berben: Wichtig ist uns vor allem, die Finanzberater durch Marketing- und Verkaufsideen bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Diese Unterstützung reicht von Broschüren und Anzeigen bis hin zu Kundenveranstaltungen. Aus den USA haben wir das Kundenbindungprogramm "Loyalty Ladder" weiter entwickelt und für den deutschen Markt angepasst. Schließlich haben wir auf unseren Internetseiten einen Online-Beraterfinder installiert. So wird es für alle Besucher unserer Homepage leichter, schnell einen guten Berater in ihrer Nähe zu finden.






FINANZWELT: Werden Sie im Zusammenhang mit ihrem 50. Geburtstag etwas Neues verkünden? Oder nehmen Sie den Aufmerksamkeitsgrad zum Anlass, bestimmte Ziele schneller zu erreichen?
Berben: Wir werden den fünfzigsten Geburtstag des Templeton Growth Fund, Inc., im kommenden Jahr mit einer umfangreichen Werbekampagne begleiten. Im Laufe des Jahres wird es verschiedene Sonderaktionen geben. Insgesamt wollen wir unsere Medienpräsenz im kommenden Jahr verstärken und die Gelegenheit auch nutzen, um den Bekanntheitsgrad von Franklin Templeton zu erhöhen. Der eigentliche Geburtstag des Templeton Growth Fund, Inc., im November 2004 soll auf jeden Fall ein Dankeschön an unsere Vertriebspartner in Deutschland und Österreich für die gute Zusammenarbeit der vergangenen zehn Jahre werden.

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