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das Interview

Interview mit Herrn Dr. Reinhard Fuchs, Vorstandsvorsitzender der WWK Versicherungsgruppe

FINANZWELT: Welche Möglichkeiten bieten sich Ihrer Außendienstorganisation, die Sie derzeit flächen deckend in der Bundesrepublik ausbauen, im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung?

Dr.Fuchs: Bislang bieten wir die Durchführungswege Direktversicherung, Unterstützungskasse und rückgedeckte Pensionszusage an. Im März werden wir das Angebot jedoch komplett erweitern: Dann gehen wir mit unserer konzerneigenen WWK Pensionsfonds AG an den Start. Ferner realisieren wir eine Kooperations-Lösung im Bereich Pensionskasse.

Um uns von Anfang an erfolgreich in unserem neuen Kerngeschäft bAV zu positionieren, haben wir bereits frühzeitig ein bAV-Vertriebskonzept aufgesetzt. Dieses sieht im Wesentlichen den Aufbau einer neuen Vertriebsschiene, „bAV-Fachberater“ im Eigenvertrieb sowie den Ausbau der Schiene der bAV-Spezialisten vor. Für eine erfolgreiche Umsetzung haben wir flankierende Maßnahmen ergriffen: Neben einem anreizkompatiblen Provisionssystem werden wir unsere bAV-Marktbeobachtung verstärken und die Verkaufsförderungs-Aktivitäten intensivieren. In unserem Communication Center bauen wir derzeit eine zentrale, akquisitionsorientierte Firmendatenbank auf. Diese ist künftig die Basis für eine Qualifizierung der Kontakte und Terminierung. Beratungs-Software sowohl für die bAV-Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber-Beratung sind ebenfalls kurz vor der Fertigstellung. Besondere Bedeutung kommt der Aus- und Weiterbildung zu. Was die Außendienst-Ausbildung betrifft, so wird hier die „bAV-Grundausbildung“ mit primärer Unterstützung durch unsere bAV Beauftragten vorgenommen, die ihrerseits wiederum über Mitarbeiter des in der Zentraldirektion aufgebauten bAV-Kompetenz-Centers geschult werden. Um zu gewährleisten, dass die Spezialisten immer auf dem aktuellen Stand der Dinge sind, werden regelmäßige Jour-Fix-Meetings abgehalten.

FINANZWELT: Sind die hohen Erwartungen, die vielfach mit der so genannten Eichelförderung der betrieblichen Altersversorgung nach §3 Nr.63 Einkommensteuergesetz verbunden werden, gerechtfertigt oder könnte sich hier die enttäuschende Entwicklung der Riester-Rente wiederholen?

Dr.Fuchs: Die Entwicklungen sind nicht genau absehbar. Außer Frage steht, dass das bAV-Geschäft insgesamt erheblich expandieren wird. Wie weit die einzelnen Durchführungswege davon profitieren, ist unter anderem davon abhängig, wie die beim Bundesverfassungsgericht anhängige Klage, die den § 3 Nr.. 63 EStG betrifft, ausgeht. Dieser fördert bekanntlich derzeit lediglich Pensionskassen und Pensionsfonds –Beiträge sind bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung steuerfrei und sind von der Beitragspflicht zur Sozialversicherung befreit. Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens sehen wir jedoch überdurchschnittlich gute Chancen für Pensionsfonds. Pensionsfonds sind ein modernes Instrument der betrieblichen Altersversorgung, die sich durch eine sehr viel freiere Kapitalanlagepolitik auszeichnen. Sie bieten daher die höchsten Rendite-Chancen.

FINANZWELT: Was ist die Zielgruppe Ihres neuen Pensionsfonds und welche geschäftlichen Erwartungen verbinden Sie damit?

Dr.Fuchs: Wir sehen unsere Hauptzielgruppe in kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern. Der Markt für den deutschen Mittelstand ist noch lange nicht aufgeteilt. In den kommenden zwei Jahren werden hier die eichen gestellt. Wir sind von Anfang an mit dabei und erwarten dementsprechend mittelfristig eine erhebliche Steigerung der bAV-Produktion.

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