Interview mit Philipp Koecke, Vorstand Finanzen/CFO der SolarWorld AG
FINANZWELT: Ihr Geschäft läuft auf Hochtouren. Ihr Aktienkurs kann sich sehen lassen. Was ist der Grund Ihres Erfolges?
Koecke: Unser Unternehmensgründer Frank H. Asbeck hat sehr frühzeitig auf den Aufbau der gesamten solaren Wertschöpfung gesetzt. Dem Konzern stehen hierzu auf allen Produktionsstufen modernste Fabriken zur Verfügung, um den expandierenden Solarmarkt umfänglich zu versorgen. Das rasante Marktwachstum wird im Moment von vielen Einzelinvestoren geprägt. Interessant ist hierbei, dass der Markt erst langsam von den Fondinitiatoren entdeckt wird.
Koecke: Überhaupt nicht. Zielgruppe für Photovoltaikanlagen sind die typischen mittelständischen Familien mit eigenem Haus. Zwei Aspekte sind hierfür ausschlaggebend: Zum einen die Tatsache, mit sauberem Strom etwas für die Umwelt zu tun, und zum anderen, dass es sich rechnet.
FINANZWELT: Wie das denn?
Koecke:Aufgrund der neu geregelten Einspeisevergütung durch das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) erhalten Sie über 20 Jahre eine staatlich garantierte Rendite von bis zu 10 Prozent auf das eingesetzte Kapital, je nach Region.
FINANZWELT: Stichwort Verspargelung der Landschaft: Sehen Sie eine Bedrohung für die nächsten Jahre durch die veröffentlichte Meinung wie sie derzeit die Windenergie erleidet?
Koecke: Hierzu gibt es interessante Studien, die zusammengefasst Folgendes beschreiben: Die befragten Personen empfinden den blauen, leicht schimmernden Anblick von Solarmodulen als angenehm/ positiv. Zudem ist die architektonische Integration inzwischen so weit fortgeschritten, dass die ökologischen Stromerzeuger kaum mehr auffallen.
FINANZWELT: Kommen wir zu Ihrer Inhaber-Teilschuldverschreibung. Was bieten Sie und warum sind Sie diesen Schritt gegangen?
Koecke: Unsere Eigenkapitalausstattung sowie unser derzeitiger Börsenwert dokumentieren die Kapitalstärke der SolarWorld AG. Des Weiteren können Sie aus unseren Quartalsreportings entnehmen, dass wir nicht unter einem Liquiditätsengpass leiden. Auf der anderen Seite könnten wir aufgrund der aktuellen Auftragslage derzeit wesentlich mehr verkaufen, wenn wir größere Kapazitäten hätten. Vor diesem Hintergrund sehen wir es für notwendig, die anstehenden Investitionen zum Kapazitätsausbau schnellstmöglich anzugehen. Die Auflage eines festverzinslichen Wertpapiers als sinnvolle Alternative zu Bankenkrediten wird die Kreditbasis der SolarWorld AG weiter stärken. Die Inhaber-Teilschuldverschreibung über sieben Jahre zu sieben Prozent bei 100 Prozent Auszahlung ist somit für alle Seiten ein faires Geschäft. Hierbei arbeiten wir auch mit größeren Vertrieben zusammen.
FINANZWELT: Eine letzte Frage: Eine Umfrage zeigt uns auf, dass nach Meinung der Fondsinitiatoren kaum mehr Solarmodule zu haben sind und zudem die Preise deutlich angezogen haben. Stimmt das?
Koecke: Richtig ist, dass wir derzeit einen Anbietermarkt haben und beispielsweise unser Unternehmen bis Mitte 2005 völlig ausgebucht ist, teilweise mit Kontrakten bis 2006. Deshalb möchten wir ja auch gerne mehr produzieren. Allerdings haben wir die Preise mit unseren langfristigen Handelspartnern nicht erhöht, denn der Handel, über den wir einen Großteil unserer Anlagen verkaufen, hatte bereits Anfang des Jahres die Verkaufsunterlagen gedruckt. Das werden wir – alleine schon aus Fairnessgründen – nicht durchkreuzen. Insofern kann ich die potentiellen Emissionshäuser von Solarfonds geradezu auffordern, sich mit uns in Verbindung zu setzen.







