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Investment

Wachstumsphantasien

News

In den vereinigten Staaten haben Aktienfonds im vergangen Jahr 152,8 Milliarden Dollar an zusätzlichen Mitteln bei den Anlegern eingesammelt, nachdem sie 2002 noch einen Mittelabfluss von netto 27,7 Milliarden Dollar hinnehmen mussten. Das geht aus der Jahresstatistik des Branchenverbandes Investment Companie Institute (ICI) hervor. Damit spiegelt sich die Kurserholung an den Aktienmärkten unmittelbar im Investitionsverhalten der amerikanischen Anleger wider.


Geschlossene Fonds - keine Genehmigung erforderlich

Es gab einige Zeit Unsicherheit, ob Hedge-Fonds von freien Finanzdienstleistern vertrieben werden dürfen. Dies wird vom BaFin ausdrücklich bestätigt. Lediglich die Single-Hedge-Fonds dürfen als Private Placements angeboten werden und dürfen damit ähnlich wie die im Ausland zugelassenen Hedge-Dachfonds nur von lizensierten Vermögensverwaltern vertrieben werden. Grundsätzlich werden die Hedge-Dachfonds also wie Investmentfonds behandelt. Die stark diskutierte EU-Finanzdienstleistungsrichtlinie und deren Umsetzung in Deutschland wird darüber entscheiden, ob Investmentfonds (und damit auch Hedge-Dachfonds) auch in Zukunft von freien Finanzdienstleistern verkauft werden dürfen.

Keine Vertriebsbeschränkung gibt es für zwei Hedge-Fonds-Produkte, die im Mantel der KG (als geschlossene Fonds) angeboten werden.

Schweizer RenditePlus KG
Anleger können sich mit einer Mindestbeteiligung von 5.000 Euro plus fünf Prozent Agio an der 1. Schweizer RenditePlus + GmbH und Co. KG beteiligen, die ihrerseits das Investment in Hedge-Fonds vornimmt. Verwalter der Anlegergelder ist Man Investments, die zur Man-Group gehört, lange Erfahrungen in der Verwaltung von Hedge-Fonds hat und darin sehr erfolgreich ist.

Bankhaus Wölbern Absolute Return II Garant
Der Anleger kann sich mit einem Mindestbetrag von 10.000 Euro plus fünf Prozent Agio einer KG beteiligen, die ebenfalls in Hedge-Fonds-Anlagen investiert. Verwaltet wird das Hedge-Fonds-Portfolio von den Fondsspezialisten der TriAlpha Investment Advisors (Jersey) Limited, die ebenfalls auf große Erfolge verweist.


Meinungen für das Jahr 2004

> Hans-Peter Clodius, AM Generali Invest
Der wirtschaftliche Aufschwung des vergangenen Jahres wird sich weit in das Jahr 2004 hinein fortsetzen. Der Ertrag auf Aktien sollte daher aufgrund stark wachsender Unternehmensgewinne erneut positiv ausfallen. Vor allem in der ersten Jahreshälfte kann mit Kursgewinnen im zweistelligen Prozentbereich gerechnet werden. In der zweiten Jahreshälfte erwarten wir eine nachlassenden Wirtschaftsdynamik, die aller Voraussicht nach zu einer moderaten Konsolidierung an den Aktienmärkten führen wird.


> Thorsten Schrieber, Dr. Jens Erhard Kapital AG
Für den Börsenverlauf 2004 gibt es eine Reihe von Punkten, die eine eher schwierige Entwicklung andeuten. Zwar sind insbesondere die Bemühungen über Restrukturierungsmaßnahmen auf staatlicher Seite das Konsumverhalten der privaten Haushalte zu stützen forciert worden, aber viele Maßnahmen erfolgen eher halbherzig. Die Unternehmen waren hier größtenteils erfolgreicher, stehen aber mittlerweile vor der Tatsache eines stark schwächelnden US-Dollars und das trifft natürlich den Exportweltmeister Deutschland (Handelsbilanzüberschuss EUR 135 Mrd.) besonders hart. Was bleibt dann noch als interessante Investmentalternative? – Aus unser Sicht ist es für einen deutschen bzw. europäischen Investor immer gut, auch im Euro-Währungsraum schwerpunktmäßig investiert zu sein. Wir fokussieren uns auf mittelgroße, substanzstarke Aktien bzw. Aktien mit hoher Dividendenrendite.


> Manuela Fröhlich, F&C Management Ltd.
Die Verbesserung der Weltkonjunktur dürfte Aktienanlagen im Jahr 2004 eine gute Wertentwicklung ermöglichen. Wir favorisieren dabei Aktien aus den USA und den Emerging Markets. Nach dem hervorragenden Jahr 2003 muss jedoch mit niedrigeren Zuwächsen gerechnet werden, da die Marktbewertungen nicht mehr sehr billig sind. Unser Anlageschwerpunkt liegt dabei auf konjunkturabhängigen Aktien. Anlagen in Staatsanleihen schätzen wir als relativ uninteressant ein, da die Zinsen weiter ansteigen dürften.


> Hans-Jürgen Schäfer, Federated
Das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft befindet sich seit dem dritten Quartal 2003 wieder auf dem Erholungspfad und die Unternehmensmeldungen deuten auf eine Belebung der Investitionsbereitschaft hin. Wir erwarten eine Fortsetzung des wirtschaftlichen Aufschwungs in den USA und eine zunehmende Belebung in Europa. Die Zinsentwicklung sollte dem Wachstumstrend folgen und nach oben weisen. Aktien sollten 2004 Bonds schlagen.


> Kerstin Behnke, GartmoreNachdem das US-Konsumklima auf den höchsten Stand seit dem Boomjahr 2000 gestiegen ist und die Industrieproduktion kontinuierlich steigt, rechnen unsere Strategen in diesem Jahr mit einem US-Wachstum von hochgerechnet 8 %. Dies sollte auch für positive Impulse an den Börsen Europas und den Schwellenländern sorgen.


> Bob Torkelund, Griffin
Wir glauben bei Griffin, dass die etablierten Märkte nicht besonders aufholen werden in 2004 – rein ökonomisch und wirtschaftlich. Insbesondere Europa wird Schwierigkeiten haben, weil Arbeitsplätze in Richtung Osten und Asien verschoben werden. Wir glauben, dass Europäische Märkte weiterhin seitwärts gehen - es sei denn, es ergeben sich große positive oder negative Ereignisse in der Welt - Amerika kann aufgrund der Korrelation vielleicht Europa etwas mitziehen, aber die Steigerung wird etwas höher in den USA eingeschätzt als in Europa, ohne dass es zum signifikanten Höhenflug kommen wird.


> Thorsten Querg, Henderson Global Investors
Völlig entgegen der herrschenden Meinung entwickelte sich das Jahr 2003 zu einem sensationell guten Börsenjahr. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt, aber trotz der großen Kursgewinne in 2003 ist wohl das Grundvertrauen der Anleger nach wie vor beschädigt. Die größten Möglichkeiten sehen wir an den Aktienmärkten in Asien und in Japan. Europa als sicheren Hafen würden wir übergewichten und USA untergewichten. In den USA wird sich nach unserer Einschätzung das überdurchschnittliche Wachstum abschwächen, da dies in erster Linie eine Folge der Steuersenkungen und der günstigen Finanzierungsmöglichkeiten durch niedrige Zinsen war. Wenn auch die Erholungstendenzen zunächst sichtbar bleiben, stellt sich doch die Frage nach der Nachhaltigkeit dieses Wachstums.


> Markus Stillger, Hornblower Max-Value
Nachdem der deutsche Aktienmarkt im Jahr 2003 zum ersten Mal in diesem Jahrtausend eine positive Performance gezeigt hat, glauben wir an eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Dieser wird jedoch immer wieder durch wechselnde Belastungsfaktoren auf die Probe gestellt. Neben einem weiter schwächelnden US-Dollar könnten in der 2. Jahreshälfte moderat anziehende Zinsen für die eine oder andere dunkle Wolke am Börsenhimmel sorgen. Dafür, dass per saldo jedoch überwiegend die Sonne scheint, dürften vor allem deutlich steigende Unternehmensgewinne sorgen.


> Torben Gerber, HSBC Trinkaus & Burkhardt
2003 war ein Boomjahr für die Investmentbranche. Dennoch haben Anleger und Finanzvertriebe aus den vergangenen Jahren gelernt. Wir glauben, dass sich Fonds-Produkte immer stärker an den Märkten und den Interessen der Investoren ausrichten müssen. Insofern werden Hedge Funds-Produkte im Jahr 2004 auch für HSBC Trinkaus & Burkhardt ein großes Thema: Mit einem Zertifikat auf den prämierten HSBC Global Hedge Dachfonds nutzen wir die Expertise eines der weltweit größten Verwalter von Hedge Funds. Aber auch Emerging Markets wie z. B. Asien oder Südamerika sowie strukturierte Fondsprodukte werden unserer Meinung nach für Investoren an Bedeutung gewinnen. In diesen Bereichen sind wir bereits stark und wollen weiter Zeichen setzen.


> Michael Deeken, InvescoDas Jahr 2004 hat viel versprechend begonnen: viele Indices erreichten noch in 2003 Jahreshöchststände und der Trend scheint – noch – ungebrochen. Auch die Bewertung der Märkte scheint makroökonomisch durchaus fair, so dass sich insgesamt gesehen ein positives Bild abzeichnet. Wir sehen daher eine Belebung der Nachfrage nach Aktienfonds und werden insbesondere unsere europäischen Produkte entsprechend positionieren. Für den vorsichtigen Anleger empfehlen wir allerdings nach wie vor ein Engagement in Fonds mit Wertsicherung.


> Gerhard Grebe, Julius Bär Kapitalanlage AGDie Aktienmärkte dürften bis zum Frühjahr 2004 den positiven Trend aus dem letzten Jahr fortsetzen. Positive Konjunkturnachrichten sowie steigende Unternehmensgewinne bleiben weiterhin die Kurstreiber für die Aktien. Das Aktienumfeld verschlechtert sich ab Jahresmitte 2004, wenn die konjunkturelle Dynamik nachlässt sowie die US-Notenbank die Zinsen erhöht. Aktien dürften 2004 nochmals besser als Obligationen abschneiden.


> Carmen Weber, Metzler Investment GmbH
In 2004 wird das realwirtschaftliche Umfeld die Wertentwicklung von Aktien entscheidend beeinflussen. Der Wirtschaftsaufschwung auf breiter Basis dürfte zu überproportional steigenden Unternehmensgewinnen führen - und somit im Jahr 2004 zu weiteren Wertzuwächsen bei Aktien. Zudem rechnen wir damit, dass die Leitzinsen lediglich moderat steigen werden und dass sich die Zinsstrukturkurve im Verlauf von 2004 abflachen wird. In diesem Umfeld haben sich in der Vergangenheit die Kurse von Aktien in der Regel besser entwickelt als die von Renten. Das größte Kurspotenzial sehen wir bei Aktien aus der Euro-Zone, die davon profitieren dürften, dass sich die Konjunktur in dieser Region unseres Erachtens positiver entwickeln wird als derzeit viele Anleger erwarten.


> Henning Busch, Morgan Stanley Nach dem guten Jahr 2003 wird die Aktienanlage wieder im Vordergrund stehen. Der generelle Ausblick für die weltwirtschaftliche Entwicklung in 2004 bleibt unverändert positiv. Obwohl uns die Bewertung von Aktien in den USA ein wenig besorgt, glauben wir, dass die globale Aktien-Rallye noch einige Monate anhalten kann. Die langfristigen Zinsen könnten im Laufe des Jahres nach oben unter Druck kommen. Grundsätzlich sind wir daher positiv für Aktien und kurz laufende Anleihen. Insbesondere der Ausblick für europäische Aktien ist und bleibt gut. Die Bewertungen erscheinen im Vergleich zu Anleihen günstig und die Unternehmensgewinne verbessern sich. Einzige Gefahr stellt der hoch bewertete Euro dar.


> Gerold Hofmann, Münchner Kapitalanlage AG
Die Konjunkturdaten deuten weltweit auf ein freundliches Börsenklima hin. Auch für Deutschland wird in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum gerechnet, nachdem das BIP 2003 um 0,1 % geschrumpft war. Ein Fragezeichen steht allerdings hinter der anhaltenden Euro-Stärke und dem damit verbunden Druck auf die deutschen bzw. europäischen Exporttitel. Auch ein Abflauen des US-Wirtschaftswachstums im 2. Halbjahr könnte zu Spannungen an den Börsen führen. Insgesamt rechnen wir in den kommenden zwölf Monaten – im Vergleich zu 2003 – mit mehr kurzfristiger Volatilität an den Aktienmärkten.


> Ralph Prudent, Nomura Maintrust GmbH
Auch 2004 sollten asiatische Börsen wie im Vorjahr ihre Nase wieder ganz vorne haben. Die aufstrebende Wirtschaftsmacht China ist mit ihren hohen Wachstumsraten Konjunkturmotor für die gesamte Region. Wer aber nur im Reich der Mitte anlegt, geht unnötige Risiken ein und verzichtet auf Chancen. Denn die Sogwirkung, die von China ausgeht, erfasst nicht nur die ostasiatischen Nachbarländer, sondern die gesamte asiatisch-pazifische Region – einschließlich Australien und Neuseeland. Denn China braucht Infrastruktur. Die Nachfrage nach Rohstoffen ist deshalb enorm und muss durch Importe gedeckt werden. Bei vielen Rohstoffen ist das Reich der Mitte in den vergangenen Jahren zum größten Abnehmer geworden und spielt damit neben der konjunkturbedingt anwachsenden globalen Nachfrage nach Rohstoffen auch für Australien als Rohstofflieferant in der asiatisch-pazifischen Region eine entscheidende Rolle für die Preisbildung. Auch die asiatischen Nachbarn profitieren von Chinas Aufschwung.
> Matthias Urban, Oppenheim Prumerica
2004 wird ein Jahr des Übergangs vom liquiditäts- zum gewinngetriebenen Aktienmarkt. Aufgrund der weltweiten Erholung erwarten wir in den beiden ersten Quartalen positive Überraschungen bei den Unternehmensgewinnen. Dies könnte den DAX-30 bis auf 4.500 Punkte treiben. Allerdings dürften die Aktienmärkte im Jahresverlauf u.a. aufgrund von Zinssteigerungen in den USA in ein raueres Fahrwasser geraten. Daher fällt unsere Prognose zum DAX-Jahresendstand mit 4.200 Punkten verhaltener aus.


> Jaap van Duijn, Robeco Gruppe
Derzeit gehen die meisten Schätzungen von einem wirtschaftlichen Wachstum von 1,5 % für die großen Volkswirtschaften in Kontinentaleuropa aus. Wir meinen jedoch, dass Potenzial für ein Wachstum von 2 % oder sogar mehr vorhanden ist. Bei schwacher Konjunktur fallen Prognosen meist sehr vorsichtig aus, bei hoher Konjunktur oft zu optimistisch. Das Jahr 2004 wird jedoch das erste Jahr mit einem weltweiten, synchronen Wachstum seit 1999 sein. Deshalb erwarten wir, dass sich die Aussichten sowie die aktuellen Wirtschaftsdaten im Laufe des Jahres stetig verbessern werden. Ein gutes Stück dieser bevorstehenden Erholung hat der Aktienmarkt bereits vorweggenommen. 2004 könnte damit ein Jahr werden, in dem die Wirtschaft besser abschneidet als der Aktienmarkt. Also genau das Gegenteil der Verhältnisse in 2003.


> Michael Lock, Swissca Trotz der jüngsten Kursavancen erachten wir die internationalen Aktienmärkte nicht als überbewertet. Die jüngsten Gewinnschätzungen für den MSCI -Weltindex und das Finanzjahr 2004 bewegen sich knapp im einstelligen Bereich und lassen Raum für mehr positive als negative Überraschungen. Eine allfälllige Korrektur betrachten wir als Einstiegsmöglichkeit. Auf der Anleiheseite empfehlen wir eine durchschnittliche Duration, da die Zinskurven der wichtigsten Währungen noch immer steil sind.


> Murdo Murchison, Templeton Growth Fund
Nachdem das Jahr 2003 an den Märkten überraschend positiv verlaufen ist, sind die Perspektiven für 2004 ebenfalls optimistisch. Im Zuge der weltweiten Erholung steigt das Vertrauen der Investoren wieder, zumal die Unternehmensgewinne nach oben revidiert werden. Allerdings gibt es auch weiterhin Risiken, wie etwa den schwachen US-Dollar oder die hohe Verschuldung in den USA. In diesem Umfeld setzt Templeton konsequent auf die Auswahl unterbewerteter Einzeltitel.


> Tim Blackwall, UBSNach den starken Übertreibungen am Anfang des letzten Jahres, der anschließenden starken Kurserholung und dem Zinsanstieg sind weder bei Aktien noch bei Renten große Preis-/Wert-Divergenzen festzustellen. Aktien sind noch leicht unterbewertet. Von den Regionen her halten wir nach wie vor Europa für am attraktivsten. Allerdings gibt es bei den Aktien auch starke sektorale Unterschiede. So sind z.B. die Erwartungen, die sich in der Kursentwicklung der Technologieaktien widerspiegeln, recht hochgespannt. Wir können uns durchaus vorstellen, dass die Marktentwicklung im laufenden Jahr von einer Sektorrotation geprägt sein wird.


> Frank Tonsen, Veritas SGWas sich im Vorjahr am deutschen Aktienmarkt abgespielte, war nichts weiter als ein Normalisierungsprozess. Mit knapp 4.000 Punkten ist der DAX gerade wieder auf einem Niveau angelangt, das er bereits vor sechs Jahren erreicht hatte. Die zunächst noch anhaltende Liquiditätshausse kann daher im weiteren Jahresverlauf durchaus in einer von solide steigenden Unternehmensgewinnen untermauerten Hausse münden. Wird der hiesige Reformkurs beibehalten, könnte der DAX stärker steigen als vielfach erwartet.


> Thomas Steinemann, Vontobel
Die aktuellen Konsens-Gewinnerwartungen für 2004 von 12% für die USA und rund 15% für die Schweiz und Europa erscheinen aufgrund einer weiter anziehenden Nachfrage als nicht übertrieben. Wir erwarten jedoch eine im Vergleich zu 2003 tiefere Aktienmarktperformance zwischen 5 % und 10 % für die Schweiz, Europa und die USA sowie zwischen 10 % und 15 % für Japan und Asien. Die Märkte werden volatiler werden. In der ersten Jahreshälfte sind spürbare Korrekturen möglich, ist der aktuelle Aufwärtsmarkt doch schon recht fortgeschritten. Im Jahresverlauf erwarten wir einen Wechsel hin zu defensiven Sektoren und großkapitalisierten Unternehmen.


Zur Börse

Fingerspitzengefühl ist immer gefragt! Derzeit aber besonders viel. Denn augenblicklich sind keine eindeutigen Trends erkennbar. Zaghaft lassen sich allenfalls vereinzelte erahnen. Entscheidend wird es darauf ankommen, ob der Schließung der Bewertungslücke in 2003 nun eine Konjunkturerholung auf breiter Front folgt. Im ersten Halbjahr 2004 werden Zahlen belegen müssen, ob wir mit einer solchen Erholung rechnen dürfen, oder ob die Erwartungshaltung der Investoren in den letzten Wochen schon zu weit geführt hat und Korrekturen unvermeidlich sind. Wer sich in diesem Zusammenhang zu skeptisch verhält, könnte das Nachsehen haben, wenn die Rallye weitergeht. Wer jetzt zu euphorisch Aktien zu stark gewichtet, könnte schnell unter die Räder geraten. Das Spektrum der Meinungen, der von mir hinsichtlich ihrer Prognosefähigkeit angesehenen Fondsmanager, reicht von erneutem Crash (DAX 3000) bis zur Euphorie (jetzt beginnen sieben fette Jahre).


Neue Regeln für Fondsanleger

News

Der Druck der EU-Kommission auf die Bundesregierung hat gewirkt. Dies sollten Sie als Anlagevermittler wissen. Der Gesetzgeber hat jetzt auch für Anleger mit ausländischen Fondsanteilen im Depot das Halbeinkünfteverfahren eingeführt. Bisher hatten in Deutschland aufgelegte Fonds bei der Steuer auf Dividenden einen Heimvorteil. Der entfällt jetzt ebenso wie die Berechnung für Zwischengewinne.

> Halbeinkünfteverfahren
Fließen dem Fonds Dividenden zu, dann muss der Privatanleger diese jetzt bei allen Fonds nur noch zur Hälfte versteuern. Bei einer Dividende von 40 Euro gelten 20 Euro als steuerpflichtiger Kapitalertrag. Gültig wurden die Änderungen zum 1. Januar 2004 für alle Fonds, deren Geschäftsjahr bereits zum Jahreswechsel begonnen hat. Endet das Geschäftsjahr eines Fonds erst am 30. März, dann gilt das Halbeinkünfteverfahren ab April. Hat der Anleger die Fonds im Depot einer inländischen Bank oder Fondsgesellschaft und dort einen Freistellungsauftrag abgegeben, dann schont das Halbeinkünfteverfahren die Freistellungssummen.

> Spekulationsfrist
Nach dem Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist sind Kursgewinne des Fonds weiterhin komplett steuerfrei. Innerhalb der Frist müssen Fondsanleger die Kursgewinne und Dividenden voll, also ohne die Anwendung des Halbeinkünfteverfahrens, versteuern, sobald die Freigrenze von 512 Euro überschritten wird. Gewinne, die ein Fondsmanagament mit Termingeschäften erzielt, bleiben für den Anleger steuerfrei.

> Zwischengewinne
Fondsgesellschaften müssen jetzt nicht mehr täglich aufschlüsseln, wie viele Zinsen und Dividenden einem Fonds zugeflossen sind. Sie machen dies jetzt nur noch einmal zum Geschäftsjahresende. Eine große Vereinfachung für die Gesellschaften, aber nicht für die Anleger. Sie konnten die so genannten Zwischengewinne der Fonds beim Kauf von Anteilen an Geldmarkt- oder Rentenfonds als negative Einnahmen verbuchen und damit den steuerpflichtigen Kapitalertrag verringern. Deshalb beim Kauf von Geldmarkt- und Rentenfonds auf folgende Termine achten: Wer kurz vor dem Auschüttungstag oder dem Geschäftsjahresende bei thesaurierenden Fonds, die alle Erträge im Fonds behalten, einsteigt, muss alle bis dahin über das Jahr gutgeschriebenen Zinsen versteuern. Andererseits können Anleger durch die fehlende Zwischengewinnberechnung ein Steuerschlupfloch nutzen. Wer die Fondsanteile kurz vor einer Ausschüttung oder Thesaurierung verkauft, muss die inzwischen im Anteilspreis berücksichtigten Zinsen nicht versteuern. Voraussetzung: Die einjährige Spekulationsfrist ist abgelaufen oder der Anleger bleibt unterhalb der Freigrenze von 512 Euro pro Jahr.


Interview mit Friedrich A. Wanschka, Geschäftsführer WMD-Verlag GmbH

Schichtwechsel bei ASS Compact

Beinahe unbemerkt übernahm Dieter Knörrer die Chefredaktion bei ASS Compact und löste damit Friedrich A. Wanschka ab. FINANZWELT fragte nach den Hintergründen.

FINANZWELT: Was hat Sie veranlasst, sich völlig auf den WMD-Brokerchannel zu konzentrieren?
Wanschka: Ich möchte den WMD-Brokerchannel zur wichtigsten unabhängigen multimedialen Vermittlervertriebs- und Informationsplattform im deutschsprachigen Bereich ausbauen. Dazu braucht es deutlich mehr Zeit als ich bislang aufbringen konnte. Als ich den WMD-Brokerchannel im September 2001 gestartet habe, waren Videoinhalte im Internet für Businessinformationen in der Branche noch fast unbekannt. Wie schnell jedoch die Nachfrage der Vermittler zu solchen Beiträgen stieg, war sehr überraschend.

FINANZWELT: Können Sie uns in wenigen Worten den Nutzen Ihrer Plattform schildern?
Wanschka: Mittlerweile über 23.000 registrierte Vermittler und Branchenexperten des Portals bestätigen durch ihr Abrufverhalten, welche Informationen in welcher Übermittlungsform gewünscht sind. Daraus ergeben sich immer wieder neue Ideen, das Dienstleistungsangebot im Sinne der Vermittler zu erweitern. So sehen Initiatoren, wie ihre bereitgestellten Vertriebsinformationen von den Nutzern angenommen werden und können dementsprechend reagieren, ob sie z.B. mehr Videoinhalte oder Testimonials zu ihren Produkten oder Dienstleistungen anbieten sollten. Für die Vermittler ist der Dienst in der Basis kostenfrei und alle Informationen können unter automatischem Einbezug der Visitenkartendaten an Kunden oder Kollegen ohne Werbung weitergeleitet werden. Derzeit stehen ca. 8.000 Beiträge und über 400 Videos zur Verfügung.
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Erwartungen -Strategien - Bestimmungen

Hedge-Fonds

Seit dem 1.1.2004 dürfen deutsche Anleger Hedge-Dachfonds erwerben, das erlaubt das Investmentmodernisierungsgesetz, das am 1. Januar 2004 in Kraft trat. Aber noch sind sie nicht auf dem Markt. Einen Run auf die neuen Anlagevehikel konnte es daher nicht geben. Auch die alt-ehrwürdige Financial Times zeigte sich enttäuscht: "German hedge fund market falls short of expectations.“ Das klingt ähnlich wie das berühmte Brecht-Wort: Stell Dir vor, es gibt Hedge-Fonds, aber keiner will sie haben. Aber dem ist nicht so.

Den Januar 2004 benötigten die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) zunächst einmal, um die Muster-Vertragsbedingungen abzustimmen. Erst jetzt, nachdem diese vorliegen, macht es für die Fondsgesellschaften Sinn, die Genehmigungsanträge für die Hedge-Fonds einzureichen. Denn das BaFin bearbeitet die Anträge erst, wenn die Muster-Vertragsbedingungen vorliegen.
Rund zwei Monate dürfte es dauern, bis die Anträge genehmigt sind und die Fonds zum öffentlichen Vertrieb freigegeben sind. Die ersten Fonds wird es also frühestens gegen Ende des ersten Quartals, vielleicht aber auch erst im zweiten Quartal geben. Bis dahin müssen sich Anleger und Vertrieb auf die schon bestehenden Angebote beschränken. Das sind Zertifikate (dürfen auch nur von Finanzdienstleistungsinstituten verkauft werden) und geschlossene Fonds.

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Glänzende Zukunftsaussichten für Investmentanleger

Perspektiven 2004

Bereits im vergangenen Jahr bat FINANZWELT führende deutsche Investmentmanager um ihre Einschätzung der Marktperspektiven. Auch in diesem Jahr hat FINANZWELT eine umfassende Umfrage durchgeführt. Diese kommt in der Gesamttendenz zu einem sehr eindeutigen Ergebnis: Investmentfonds-Verkäufer können positiv nach Vorne blicken.

Der berühmte Philosoph Friedrich Nietzsche hat einmal frei übersetzt gesagt: „Der Mensch leidet unter einem sklavischen Bewusstsein.“ Leid vergessen wir eben schnell. Oder erinnern Sie sich noch an die Befürchtungen in Folge des zu Beginn des Jahres 2003 bevorstehenden Irak-Krieges? Vergessen. Vergessen auch, dass seinerzeit die Weltwirtschaft nach Meinung vieler Fachleute am Scheitelpunkt eines deflationären Zyklusses lag, gepaart mit geringem Wachstum, schleppender Nachfrage und Überkapazitäten in vielen Branchen.
Einige Marktteilnehmer sahen jedoch auch, dass sich viele Unternehmen in der damaligen Phase gesund schrumpften, um für ein entsprechendes Wachstum gewappnet zu sein. Und so führte der „erfolgsreiche“ Kriegsverlauf nicht nur zu einer Verringerung der geopolitischen Risiken, sondern auch zu einer Erholung der globalen Aktienmärkte. In den USA sorgte weiterhin eine Reihe von Steuersenkungen der Bush-Regierung in Verbindung mit eindeutigen Hinweisen darauf, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) entschlossen sei, die Leitzinsen so lange wie möglich auf dem tiefsten Stand seit 43 Jahren zu halten, zu einer Steigerung des Verbrauchervertrauens und in der Folge zu einem verstärkten Konsum. Zumindest in den USA. Die Entwicklung führte aber auch zu einer erhöhten Attraktivität von Investments und Aktien gegenüber Anleihen oder gegenüber dem Halten von Cash-Positionen. Im Jahre 2003 widerlegten die globalen Aktienmärkte daher die Meinungen vieler Pessimisten und erzielten in der Folge die beste Performance seit 17 Jahren. Der MSCI AC World Index legte in den USA 33,8 % zu, in Europa waren es immerhin 11,3 %. Dies war – vereinfacht gesprochen – auch ein klares Signal dahin, dass Investmentpapiere wieder an Attraktivität gewonnen haben. » Weiter...


Ausblick 2004

Fondsgedanken

Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass 2004 für die „Investmentwelt“ ein interessantes Jahr werden wird. Diese Aussage hat einerseits Geltung für die Börsen, als die Orte, an denen wir mit unseren Investments Geld verdienen wollen. Andererseits gilt sie auch für die Spezies „Fonds“ und die sie betreffenden Änderungen, die aus dem Investmentmodernisierungsgesetz resultieren. Und schließlich ist sie auch für jene Rahmenbedingungen von Bedeutung, vor deren Hintergrund sich entscheiden wird, wer Investmentfonds zukünftig noch vermitteln oder beraten darf. » Weiter...


Gestaltungsalternativen

News

Investmentanlagen mit Steuereffekt

Stellen Sie sich vor, Sie könnten in eher sicher-heitsorientierte Investmentfondsanteile von Renten-, Geldmarkt- und solchen Mischfonds investieren, die ihrerseits nicht in Aktien anlegen und auf Euro lauten. Stellen Sie sich ferner vor, Sie könnten die Kosten dieses Erwerbs als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Wäre das nicht eine Überlegung wert, ob Anleger bei diesem Konzept nicht besser fahren als bei einer Direkt-investition in einen Rentenfonds oder eine Unternehmens-anleihe? Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen wären zudem monatliche Beteiligungen ab 40 Euro zzgl. mind. 15 % der Ratensumme in Form einer Einmalzahlung möglich. Sie könnten Ihren Kunden natürlich auch die Variante ab 20.000 Euro Mindestbeteiligung empfehlen. Geht doch nicht, meinen Sie ... Wirklich nicht? Der „Trick“ besteht darin, dass der Anleger bei den Active Select Fonds zum gewerblichen Wertpapierhändler wird, ohne bilanzierungspflichtig zu sein. Die Kosten des Erwerbs können somit am Anfang in vollem Umfang geltend gemacht werden. Nach etwa einem Jahr wird verkauft – die Erlöse aus den Fondsanteilen nebst der Erträge werden dann sofort wieder reinvestiert. So entstehen während der Laufzeit des Fonds keine steuerpflichtigen Einnahmen. Wohl aber mit Ablauf des Fonds. Für Einmalanleger ist das das Jahr 2011. Dann aber sind gegebenenfalls die sonstigen Einkünfte nicht mehr so hoch. In jedem Fall – so der Landshuter Initiator FIT GmbH – profitieren die Anleger schon jetzt von den sinkenden Steuersätzen. Auch bei den Transaktionskosten wurde die Kostenschere angesetzt. Besonders für Anleger geeignet, die eine sichere Gestaltungsalternative suchen, meint der Dettenheimer Vertrieb AS-Vermittlungs GmbH, der die Koordination übernommen hat. Von daher ist man auch mit vielen Steuerberatern im Gespräch.


Allensbach-Studie

News

Wissensdefizite in Sachen Altersvorsorge

Laut der im Auftrag der Postbank durchgeführten Allensbach-Studie „Was wissen die Deutschen über ihre Altersvorsorge?“ wissen lediglich 6 % der Deutschen, wie hoch die gesetzliche Rente ausfällt. 86 % kennen die Höhe des aktuellen Beitragssatzes zur Rentenversicherung nicht oder benennen ihn falsch. Mehr als die Hälfte der Befragten ist der Begriff „Versorgungslücke“ unbekannt. Besonders bei jungen Berufstätigen unter 30 Jahren und Frauen werden Wissensdefizite deutlich. Nach Aussagen von Dr. Wolfgang Klein, Privatkunden-Vorstand der Postbank, müsse das Problembewusstsein der Bundesbürger entschieden verstärkt und ein daraus resultierendes Handeln erzeugt werden. Die Postbank hat hierfür einen 3-Punkte-Plan erarbeitet, der in einem ersten Schritt helfen soll, die Defizite zu beheben: Spätestens das nächste Jahr solle zum „Jahr der Altersvorsorge“ ausgerufen werden, um auf breiter Front bedarfsgerecht zu informieren. Zweitens müssten Vorsorgeangebote jeglicher Art durch einfache und transparente Regeln verständlicher gestaltet werden. Zum Dritten sollten sich Unternehmen mindestens durch Informationsangebote für ihre Beschäftigten engagieren.


Die wichtigsten Strategien

Bei den Hedge-Fonds-Strategien werden fünf Hauptstrategien und 13 Substrategien unterschieden.

Relative Value
Hier werden die als ungerechtfertigt angesehenen Kursdifferenzen zwischen verschiedenen Wertpapieren (gleicher und unterschiedlicher Gattung, also Aktien oder Anleihen, Wandelanleihen) ausgenutzt. Überbewertete Titel werden verkauft, unterbewertete gekauft. Eine Art Arbitrage, die Marktineffizienzen ausnutzt (siehe Tabelle). Hier gibt es zahlreich Sub-Strategien, je nachdem, ob Relativ Value auf Aktien, Anleihen oder Wandelanleihen angewandt wird.

Event Driven
Bei dieser Strategie versucht der Fondsmanager von besonderen Ereignissen zu profitieren. Wichtige Ausnahmesituationen können sein: Firmenfusionen, Insolvenzen oder Restrukturierungen. Substrategien sind Merger Arbitrage, Distressed Securities (Unternehmen geraten in Probleme) oder Special Situations (Kooperationen oder Buy-Outs).

Equtiy Hedge
Die klassisch Hedge-Fonds-Strategie: Unterbewertete Aktien werden gekauft, überbewertete leer verkauft.

Managed Futures
Fondsmanager versuchen auf Grund unterschiedlicher Trendfolgemethoden und systematischer Handelsstrategien sowohl steigende als fallende Preise bei Aktien, Anleihen, Indizes, Währungen und Commodities über Optionen und Futures zu nutzen.

Global Macro
Der Fondsmanager spekuliert auf die Veränderung globaler wirtschaftlicher Daten, wie etwa derzeit die Euro-Stärke und die Dollarschwäche oder die aktuelle Konjunktursituation.



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