Deka Immobilienfonds
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Ein Skandal nach dem anderen
Seit Wochen erschüttert ein Korruptionsskandal offene Immobilienfonds. Es geht um Bestechung, Schmiergeldzahlungen und Korruption. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen rund 50 Personen, Banker, Architekten, Makler - deutschlandweit. Besonders betroffen sind die Deka-Immobilienfonds. Zwei ehemalige Geschäftsführer der Deka-Immobilien-Investment und der DB-Real-Estate sitzen in Haft. Ihnen wird vorgeworfen, Objekte zu teuer erworben zu haben, zum Schaden der Anleger. So ist es denkbar, dass bei einigen Grundstücksgeschäften offensichtlich Makler eingeschaltet wurden, obwohl sich Käufer und Verkäufer über die Objekte schon einig waren. Die unberechtigterweise gezahlte Provision habe man sich dann geteilt, sagt die Staatsanwaltschaft. In einem anderen Fall soll Ex-Deka-Immobilien-Chef Koch aus einem Bieterverfahren für eine Immobile ausgestiegen sein und dafür Schmiergeld bekommen haben. Das Objekt, um das es vermutlich geht, ist der „Abraham Lincoln Parc 1“ in Wiesbaden, das damals für rund 82 Millionen Euro an die DB-Real-Estate verkauft wurde. Wieder zum Schaden der Anleger, denen eine lukrative Immobile durch die Lappen ging.
Imageschaden, Mittelabflüsse, Liquiditätsengpässe
Diese Entwicklungen führten dazu, dass Anleger aus dem auf Deutschland ausgerichteten Deka-Immobilienfonds seit Jahresanfang mehr als 1,7 Milliarden Euro abzogen, Tendenz steigend. Mit dem Ergebnis, dass die gesetzlich vorgeschriebene Quote von mindestens fünf Prozent an liquiden Mitteln im Fonds in Gefahr geriet. Um Notverkäufe bei ihren Immobilien zu verhindern, beschloss der Verwaltungsrat der Deka-Bank Anteile an dem Fonds notfalls in unbegrenzter Höhe in den eigenen Bestand zu übernehmen. Zudem wird die Deka-Bank sich im Skyper einmieten, einem der neuen und nur schwer vermietbaren Hochhäuser in Frankfurt, den ihre Fondsgesellschaft für 480 Millionen Euro errichtet hat. Gleichzeitig wurde veranlasst, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte die Wertansätze der Immobilien auf ihre Plausibilität hin überprüfe. Mit erschreckenden Ergebnissen. So brachten die Wirtschaftsprüfer Bewertungslücken wegen nahezu unvermietbarer Gebäude ans Licht. Mit dem Ergebnis, dass die Verkehrswerte von Objekten des Deka-Immobilienfonds um 512 Millionen Euro unter den von den Gutachtern der Bank ermittelten Werten lagen. Daraufhin feuerte Deka-Bank-Chef Axel Weber drei Geschäftsführer der Deka-Immobilen-Investment: Willi Alda, Andreas Schreurs und Jochen Ackermann. Sie wussten seit April diesen Jahres, dass es eine Wertdifferenz von um die 500 Millionen Euro gibt, hatten jedoch den Vorstand und die Aufsichtsgremien nicht informiert.
Mangelnde Transparenz
Zudem beschlossen die Deka-Chefs, dass ihre Immobilienfonds in Zukunft transparenter und besser gesteuert werden sollen. Vorwürfe, die Experten offenen Immobilienfonds schon lange machen, und deswegen verbindliche Veröffentlichungsrichtlinien fordern. So würden die Gesellschaften zum Beispiel die Öffentlichkeit zu wenig darüber informieren, zu welchem Preis sie ein Gebäude erwerben und zu welchem Preis sie es verkaufen. Fortsetzung folgt sicher.