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Geld verbrannt

Investmentfonds-Performance

Der Blick in die Perfomance-Analyse der in Deutschland zugelassenen Investmentfonds ist wenig erheiternd, im ersten Quartal des Jahres waren den Zahlen der Reuters-Tochter Lipper zufolge Gewinne eher die Ausnahme.

Besonders schlimmhat es natürlich die Aktien erwischt, die im Zuge der US-Krise einen kräftigen Einbruch erlebten. Als Maßstab taugen die Indizes: Der Dax verlor mehr als 15 %, beim Dow Jones machte das Minus immerhin noch etwa 8 % aus und der weltweite Index (MSCI) gab ziemlich exakt 16 % ab. In solchem Umfeld Geld zu verdienen ist nicht einfach und den wenigsten Fondsmanagern gelang es denn auch. Die 10 besten hierzulande verfügbaren Aktienfonds brachten Renditen zwischen 1,54 % und 6,29 % zustande. Das untere Ende sieht grausam aus: Die 10 schwächsten Fonds verloren allesamt über 40%in einem Quartal. Das Geld einfach in der Kasse liegen zu lassen hätte also schon 40 % mehr gebracht. Indes: 8 der 10 armen Sünder waren per Statut auf türkische Titel festgelegt, die wegen eines üblen Mix aus wirtschaftlichen Fehlentwicklungen, Pech und politischen Querelen massiv einbrachen. In solchen Lagen ist die Verpflichtung zur Anlage der Mittel gleichbedeutend mit der Verpflichtung zum Geldverbrennen. Da kann auch das beste Management kaum mehr tun als pflichtgemäß die Verluste zu verbuchen.

Schon eher bedenklich ist der Auftritt eines Fonds mit dem Zielgebiet „Asien Pacific ex Japan“ im Gruselkabinett der schwächsten 10 (FIT Galileo Asian). Der weist gemäß Lipper einen Verlust von über 40 % aus, obwohl zum Zielgebiet mit Thailand und Taiwan die beiden weltweit besten Regionen der Lipperwertung zählen. Allerdings wird dieser Fonds auf Basis von US-Dollar geführt und der war imersten Quartal schwach und dürfte das Ergebnis verzerrt haben.

Ein deutlicher Hinweis auf eine vernünftige Portfoliobildung liefert die Zusammensetzung der besten 10 Aktienfonds: 5 davon gehören zu der Brot-und-Butter-Kategorie „weltweit“ oder „global“ anlegend. Diese Fondskategorie ist das Rückgrat jeder vernünftigen Portfoliostruktur. Wer weltweit anlegen darf, kann doch etwas leichter jenem Dilemma „Anlagezwang“ ausweichen, mit dem die Türkei-Fonds konfrontiert waren. Irgendwo auf der Welt findet das Management dann immer noch einen Markt, in den sinnvoll investiert werden kann. Ihre wahren Qualitäten zeigen solche Fonds erst in schwierigen Zeiten. Speziell diese 5 sind allerdings einen genaueren Blick wert:

Von diesen 5 kommt für durchschnittliche private Anleger nur der Lingohr-LBB Fonds in Frage, der am ehesten als normaler Investmentfonds gelten darf. Bei den anderen 4 handelt es sich um sehr kleine Fonds mit sehr speziellen Konstruktionen und Strategien, die genau genommen in die (von Lipper leider nicht gesondert geführte) Klasse „Hedgefonds light“ einzuordnen wären. Immerhin ist damit eine Gelegenheit gegeben, sich solche Instrumente einmal näher anzusehen.

Bei den Rentenfonds werden solche Performance-Listen traditionell von der Währungsseite her dominiert. Die Fonds in der „richtigen“ Währung stehen immer auf der Siegerseite und das gilt auch hier: Schweizer Franken und japanische Yen waren Trumpf, weil diese harten Niedrigzinswährungen im ersten Quartal nicht nur gegen den Dollar, sondern auch gegen den Euro kräftig aufwerteten. Mit den erwirtschafteten Zinserträgen hat das Ergebnis dann weniger zu tun. Das gilt natürlich auch für das dunkle Ende der Liste mit den 10 schwächsten Fonds dieser Kategorie, die in der Mehrzahl Dollar-basiert sind. Es lohnt daher nicht so recht, sich die Fonds im Einzelnen anzuschauen. Man fährt am besten, wenn diese Fonds einfach als Lose in der Währungslotterie betrachtet werden. Wer sich als Anleger eine Meinung über Gewinner und Verlierer am Devisenmarkt gebildet hat, kann schon mal ein Investment wagen, sollte sich aber immer darüber klar sein, dass es bei diesen Anlagen um eine mildere Form der Währungsspekulation geht – und sonst nichts. Wem diese Welt fremd ist, dem stehen genug interessante Alternativen zur Verfügung.

Diese finden sich in früher als „Witwen und Waisen Papiere“ verschrienen Mischfonds. Einige haben sich abermit den neuen Möglichkeiten zu spannenden Investmentvehikeln gemausert, die nicht nur interessante Konzepte verfolgen, sondern auch noch damit Geld verdienen. Immerhin ist das den besten 10 aus dieser Kategorie gelungenmit einer Performance, die zwischen 7,7 und 2,9 % in drei Monaten lag. Zur Erinnerung: Die reinen Aktienfonds haben diese Größenordnungen nicht erreicht. Der Grund für den Vorsprung ist aber kaum die größere Vorsicht der Mischfonds-Manager, sondern wohl eher im Gegenteil die Bereitschaft, den weiten Spielraumbis hin zu Derivategeschäften auch zu nutzen. „Dabei sieht sich der Fonds als klassischer Hedgefonds, der zwar keine direkten Shortpositionen aufbaut, aber im Bedarfsfall Aktienpositionen über Futures absichert bzw. über Indexfutures sich bietende Chancen in den Emerging Markets wahrnimmt“, heißt es etwa bei dem recht erfolgreichen „Mischfonds“ HWB Umbrella – Victoria Strategies.

Wer ein interessantes Produkt in diesem Segment sucht, sollte sich diese 4 (aus den 10 besten der Lipper-Bewertung entnommen) genauer anschauen, wie auch das, was die dahinter stehenden Fondsschmieden sonst noch im Angebot haben.

(Martin Klingsporn)


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