Fonds für schwierige Zeiten
Investments
Die von den USA ausgehende Krise hat sich ausgebreitet, wie etwa die wenig erfreulichen Nachrichten aus Südostasien zeigen.
In dieser Lage wird es für eine langfristig angelegte Anlagestrategie eng, weil die bislang zuverlässigen Trends keine Basis mehr zu bieten scheinen: Die westlichen Industrieländer kämpfen mit ihren Krisen, was keine großen Sprünge bei den Aktien zulässt. Die Schwellenländer werden durch die von der Rohstoffhausse ausgelösten Probleme stark in Mitleidenschaft gezogen. Hinzu kommt die generelle Abkehr der Anleger vom Risiko: Der Renditeabstand zwischen Anleihen mit BBB-Ratings zur AAA-Klasse ist in Euroland seit Jahresanfang von 1,3 auf 2 Prozentpunkte gestiegen. Die Ankunft der Inflation in den USA und Euroland lässt Anleihen unattraktiv erscheinen, weil mit den steigenden Renditen Kursverluste ins Haus stehen. Wohin also mit dem Geld?
Rohstoffe werden weiter gute Chancen bieten. Den Hintergrund haben wir an anderer Stelle gezeigt (siehe Seite 20-22, Rohstoffe), deshalb hier nur zwei zusätzliche Instrumente. Für spekulative Naturen, die auch ein entsprechendes Risiko tragen können, sind auch Zertifikate auf Einzelwerte oder Körbe („Baskets“) interessant. Die niederländische ABN-Amro ist eine besonders fleißige Emittentin von Zertifikaten und hat unter sehr vielem anderen auch diese zwei Endloszertifikate im Angebot: Ein auf Dollar abgestütztes, aber gegen den Euro gesichertes Zertifikat auf einen Korb von Industriemetallen, der Aluminium, Blei, Kupfer, Nickel und Zink zu gleichen Teilen enthält. Wer höher pokern will, kann auf ein einzelnes Metall setzen mit einem (sogar währungsgesicherten) ABNZertifikat auf die Londoner Kupfernotierung. Neben ABN-Amro sind natürlich auch andere Anbieter am Markt, die Holländer bieten allerdings eine nutzerfreundliche und informative Internetseite, auf der sich jeder Anleger suchen kann, was gerade ins Beuteschema passt. Problem bei den Zertifikaten ist allerdings die rechtliche Konstruktion: Es sind Schuldverschreibungen. Die Rückzahlung hängt also nicht nur vom Basiswert, sondern auch von der Zahlungsfähigkeit der Emittenten ab. Geht die Bank pleite, ist das Geld definitiv weg.
Diesen Nachteil vermeiden die ETFs (Exchange Traded Funds), die völlig passiv eine vorgegebene Investmentstruktur verfolgen, ob Aktien oder Rohstoffe, Index oder Korb. Vor allem sind sie als Investmentfonds, also Sondervermögen, konzipiert: Die Bonität der dahinter stehenden Anlagegesellschaft spielt keine Rolle. Stark engagiert im ETF-Segment ist die französische Lyxor, die unter anderem einen Lyxor ETF Commodities CRB Fonds (ISIN FR0010270033) am Markt hat, der für Anleger mit höherem Sicherheitsbedürfnis sicher die bessere Wahl als Zertifikat ist. Vergleichbare Produkte gibt es auch etwa für Gold- oder Öl-Investments.
Eine Alternative zu den Rohstoffen bieten die Währungen der Emerging Markets. Der dort langfristig wirksame Trend zur realen Aufwertung sorgt meist dafür, dass die Summe aus Änderung der Devisenkurse und Zinsvorsprung positiv bleibt, weil das Inflationsdifferenzial eben nicht vollständig durch die Devisenkurse aufgefangen wird.
Dieser Effekt kann die Unterschiede zwischen drei Rentenfonds erklären, die ihren Anlageschwerpunkt in den Emerging Markets haben. Am besten schneidet der Fonds der American Express ab, der genau den ruhigen, flachen Aufwärtstrend ohne große Ausschläge aufweist, den Investoren von Rentenfonds erwarten (im Chart als Amex). Dieser Fonds wird auch am ehesten dem Eindruck gerecht, den der Name erweckt: Immerhin rund 40 % des Fondsvermögens werden in den exotischen Währungen vom ghanaischen Cedi über die Kwacha (Zambia) bis hin zur Mauritius-Rupie gehalten. Wie der Kursverlauf zeigt, eine verhältnismäßig erfolgreiche Mischung. Bei dem grundsätzlich vergleichbaren AXA World Fonds Global Emerging Market Bonds (AXA) sieht das etwas anders aus: Er ist ausdrücklich als Hartwährungsfonds angelegt und hält sein Vermögen fast vollständig in Euro. Das Ergebnis ist keine Werbung für das Anlagekonzept. Die vermeintliche Sicherheit der Euro-Basierung erweist sich als Rohrkrepierer. Beigetragen zum enttäuschenden Ergebnis haben auch Problemfälle wie die Philippinen oder Indonesien.
Ebenfalls unerfreulich ist das Ergebnis des Allianz-dit Emerging Currencies (DIT). Die Länder-Allokation weist fast 70 % für Europa (Spanien, Schweden, Belgien, UK, Italien, Luxemburg, Niederlande und Irland) sowie die USA aus. An echten Emerging Markets nennt der Bericht per Ende 2007 lediglich Marokko und die Türkei, die zusammen auf knapp 6 % Gewicht kommen. Angesichts der vorliegenden Performance und erkennbaren Fakten fällt uns das Urteil nicht schwer: Der Amex-Fonds bietet nicht nur, was er im Namen verspricht, er liefert auch Erfolge. Ebenso eindeutig ist die zweite Botschaft: Die Beschränkung auf Titel in harter Währung bringt nur emotional einen Zuwachs an Sicherheit, tatsächlich erzeugt diese Beschränkung sogar vermeidbare Risiken.
Wegen aufkommender Inflation sind natürlich auch wieder Immobilien interessant, ein international anlegender Immobilienaktienfonds schafft einen Ausgleich.
(Martin Klingsporn)







