Hauptnavigation & Suche:

Unternavigation:


Zurück zur Übersicht

Private Equity

Ist Private Equity noch verkäuflich?

Spricht man mit den Kollegen anderer Emissionshäuser, hört man allerorten, dass Private Equity Fonds derzeit „wie Blei in den Regalen“ liegen. Auch die veröffentlichte Meinung sieht Private Equity aktuell als „unverkäuflich“.

Hinter vorgehaltener Hand sind sich allerdings alle einig, dass es 2009 bedeutend chancenreicher ist, in den Markt der nicht börsennotierten Unternehmensbeteiligungen einzusteigen, als dies 2006 oder 2007 - auf dem Höhepunkt der Kreditblase - der Fall war, als in Deutschland noch mehr als 2 Milliarden Anlegergelder geschlossener Fonds in das Segment flossen.

Richtig ist: Private Equity Fonds liegen psychologisch betrachtet nicht gerade im Trend. Es ist eine verdammt schwere Aufgabe, Kunden jetzt vom antizyklischen Verhalten zu überzeugen. Einfacher (und psychologisch beruhigender) ist es derzeit sicher, Waldfonds oder Goldzertifikate an den Mann zu bringen. Bitte nicht falsch verstehen: All diese Produkte haben ihre Berechtigung. Aber, ist es Aufgabe verantwortlicher Beratung, die Produkte auf die aktuelle psychologische Stimmung des Kunden zuzuschneiden? Welches langfristige Image, welche Glaubwürdigkeit versprechen sich Vertriebsgesellschaften oder Emissionshäuser, die sich als Seismograph dessen profilieren, was das allgemeine Volksempfinden gerade als trendy einstuft?

Dabei ist es trotz der aktuell schwierigen Stimmungslage nicht nur sinnvoll, sondern auch durchaus möglich, Kunden von Private Equity Beteiligungen zu überzeugen. Eine schwere, aber erfolgversprechende Aufgabe. Denn bei genauem Hinschauen waren die Argumente für eine Private Equity Investition niemals so griffig und überzeugend wie jetzt. Kurzfristig und langfristig.

Kurzfristig erleben wir bei allen Sachwerten, außer Gold, eine deflationäre Entwicklung. Aus Gründen, die eher aus fehlender Liquidität oder regulatorischen Vorschriften resultieren, müssen sich Altinvestoren - teilweise in Notverkäufen - von Sachwerten trennen. Wer jetzt „cash" hat, ist im wahrsten Sinne des Wortes „King". Im Markt beobachten wir zahlreiche Pensionskassen, deren Allokation in Private Equity die vorgeschriebene Höchst allokation überschritten hat. War die Höchstgrenze beispielsweise auf 10 % des gesamten Portfolios festgesetzt, ist durch den Werteverfall von Aktien oder verbrieften Immobilienfinanzierungen einerseits und der relativen Wertstabilität der Private Equity Beteiligungen andererseits der relative Portfolioanteil auf deutlich über 10 % gestiegen. Dieser so genannte „Denominator Effekt" führt jetzt paradoxerweise dazu, dass sich diese Investoren von den wertstabileren Beteiligungen trennen müssen, um die vorgeschriebene Allokation wiederherzustellen und andererseits Liquidität zu gewinnen, um z. B. laufenden Pensionsverpflichtungen entsprechen zu können. Des Weiteren bekommen wir zahlreiche Angebote von Co-Investoren unserer Zielfonds, deren Liquiditätssituation derart angespannt ist, dass sie uns gegen Übernahme der ausstehenden Einlageverpflichtung die bereits geleisteten Einlagen zum Nulltarif anbieten.

All dies führt dazu, dass sich das Angebot an so genannten Secondaries, also Zweitmarktanteilen an Private Equity Fonds, enorm ausweitet (siehe Abb. 1), aber wegen der fehlenden Marktliquidität nur auf eine begrenzte Nachfrage trifft. Bereits im 2. Halbjahr lag der durchschnittliche Kaufpreis bei nur noch 61 % des inneren Wertes (siehe Abb. 2), Tendenz weiter fallend. Die aktuelle Unterbewertung bei Sachwerten wird aber nicht ewig anhalten. Der Markt wird sein Gleichgewicht finden. Die Chancen werden nicht ewig so gut sein wie jetzt.

 

 

Weiterlesen auf Seite:

Zusatz-Informationen:

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

finanzwelt für unterwegs: Die neue finanzwelt-App bringt Ihnen die wichtigsten News des Tages auf Ihr Handy.

finanzwelt-App

finanzwelt.tv

Film: Alle Filme ansehen

Abo-Bestellung

Bestellen Sie die nächste Ausgabe der finanzwelt.

Jetzt abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie ab jetzt unseren kostenlosen finanzwelt-Newsletter.

Newsletter abonnieren

Fußzeile: