Rückblick 2009 / Vorschau 2010
Jede Krise ist die Quelle einer neuen Chance!
© Foto: Andrey Armyagov - Fotolia.comSicher, es war kein einfaches Jahr für die Finanzdienstleistungs-Branche. So hat es leider im Rahmen der ganzen Wirtschafts- und Finanzkrise einige langjährig etablierte Unternehmen besonders hart getroffen. Alles in allem lässt sich sagen: Ob Pools, Vertriebe, Emissionshäuser oder Versicherer: Viele Anbieter mussten umdenken und Restrukturierungen vornehmen, um mit Umsatz, Marktnähe, Qualitätsverbesserungen und/oder Kosteneinsparungen die Hürden der Herausforderung „Krise“ zu nehmen.
In Zeiten der Marktverdrängung und des spürbar steigenden Wettbewerbs sehen die Anbieter es als besonders wichtig an, ihre Vertriebswege auszubauen, die Qualität ihrer Produkte zu verbessern sowie die Markenkommunikation zu intensivieren. So zumindest die Ergebnisse einer aktuellen Branchenumfrage des Hauses agens Consulting. Und: Manche Unternehmen konnten trotz der schwierigen Zeiten sehr gute Ergebnisse erzielen. Interessant ist hierbei, dass sich die Unternehmenspolitik der nächsten Jahre vor allem dadurch kennzeichnet, dass Firmen wieder vermehrt Vertrauen und Glaubwürdigkeit schaffen möchten. Und dies branchenunabhängig! Beispiel gefällig? Schauen Sie sich Aldi und Lidl an. Die beiden Discounter haben ihre Werbe-Ausgaben um 55 Mio. Euro bzw. 27 Mio. Euro erhöht – jedoch nicht nur, um ihre Produkte und Services zu bewerben, sondern auch um ihr Image in der Öffentlichkeit intensiv aufzupolieren – und reden wir mal gar nicht von Telekom, die kürzlich ihren Sponsorenvertrag verlängert hat und nun schlappe 25 Mio. Euro jährlich (bis 2013) an Bayern München zahlt. Gleich welcher Zweig: Das Jahr 2009 war spannend für alle! Und das neue Jahr wird es sicher auch. So ist es finanzwelt am Ende des Jahres 2009 ein Anliegen, doch einmal die Persönlichkeiten unserer Branche über ihr persönliches Resümee des Jahres 2009 und die Herausforderungen und Chancen des neuen Jahres zu befragen.
Claus Hermuth - Vorstandsvorsitzender DCM AG
Trotz der Finanzkrise konnten wir uns im Markt der Flugzeugfonds etablieren und unsere Kompetenz im Bereich Erneuerbare Energien erneut unter Beweis stellen. Die Gesamtmarktzahlen sind nicht überzeugend, da der Vertrauensverlust der Anleger generell weiterhin tief sitzt. Bonitätsstarke Emittenten mit transparenten, sicheren Produkten, die zudem Zugang zu qualifizierten Beratern und damit einer Kundenzielgruppe der gehobenen Einkommensschicht haben, werden das Rennen machen. Die Emittenten werden ihre Strategie für mehr Glaubwürdigkeit fortsetzen. Hierzu gehört auch eine stufenweise Regulierung der Anbieter und der Vertriebe. Außerdem werden die Anbieter gerade im Eigeninteresse auch in 2010 dafür sorgen, das Qualitätsniveau im Hinblick auf Produkt- und Beratungsqualität weiter zu steigern.
Horst Güdel - Vorstand RWB AG
Nie zuvor waren die Einstiegschancen für Private Equity (PE) Investoren besser als in diesem Jahr – aber auch niemals schwieriger, Anleger von diesen Chancen zu überzeugen. Wir danken daher unseren Vertriebspartnern für ihre großartige Arbeit und freuen uns über die Möglichkeit, das Kapital unserer Anleger in den historisch vielversprechenden Jahrgängen 2009-2011 investieren zu können. Wir setzen auch in 2010 auf die her vorragenden Investitionschancen der PE Segmente Secondary und Distressed. Die Herausforderung besteht darin, für Privatanleger in Deutschland den Vorteil einer Dachfondsinvestition in PE – die Kombination aus Sicherheit und Rendite – anschaulich zu machen. Wir erwarten eine verstärkte staatliche Regulierung und hoffen, dass diese vom Gesetzgeber mit Augenmaß umgesetzt wird. Wir werden uns frühzeitig und flexibel darauf einstellen, uns bei jedem unserer Schritte am Vorteil des Anlegers orientieren und für unsere Vertriebspartner maßgeschneiderte Lösungen bieten!
Klaus Fickert - Geschäftsführender Gesellschafter König & Cie. GmbH & Co. KG
Im vergangenen Jahr sind die Vertriebszahlen in der gesamten Branche zurückgegangen. Davon waren auch wir nicht ausgenommen. Wir haben uns deshalb in den vergangenen Monaten auf unsere strategische Neuausrichtung konzentriert und Produkte entwickelt, die speziell auf die derzeitigen Marktbedingungen zugeschnitten sind. Für 2010 sehen wir enorme Chancen für Fonds mit Sachwerten wie bspw. einer Immobilie. Immobilien sind für den Anleger ein klar sichtbares und damit verständliches sowie nachvollziehbares Investment. Mit unserem Immobilienfonds „Wohnwerte Deutschland" und dem „SachwertSparplan" sind wir bereits jetzt optimal für 2010 positioniert. In 2010 werden wir verstärkt neue Produktkonzeptionen beobachten können. Der Trend geht bei geschlossenen Fonds z. B. in Richtung Bestandsprovision, also einer laufenden Vergütung.
Jürgen Salamon - Geschäftsführender Gesellschafter Dr. Peters Gruppe
Wir sind seit Jahrzehnten im Markt tätig und haben mehreren Krisen standgehalten. Auch in dieser Krise haben wir Erfolge erzielt: Wir konnten drei großvolumige Flugzeugfonds platzieren. Dies zeigt, dass unsere sicherheitsorientierten Produkte auch in schwierigen Zeiten die Bedürfnisse der Anleger treffen. Es gilt, die Marktchancen für neue Produkte zu nutzen. Z. B. in der Luftfahrt: Hier sehen wir einen erhöhten Finanzierungsbedarf auf Seiten der Fluggesellschaften. Die Herausforderungen werden im Management der kleineren Containerschiffe liegen, die von der Wirtschaftsflaute hart getroffen wurden. Diskussionen um Honorarberatung und Regulierungen sind nicht neu. Die seriösen Emissionshäuser sind heute transparente und professionelle Finanzdienstleister, die sich vor den Themen nicht verstecken müssen.
Achim Wilhelm-Wittschier - Vorstand SHB AG
In Anbetracht der allgemeinen Situation sind wir als SHB mit unseren Umsätzen in 2009 sehr zufrieden und konnten noch Marktanteile dazugewinnen. Die derzeitige Marktsituation hat gezeigt, dass sich hinter der Krise auch eine Chance verbirgt und sich die Spreu vom Weizen trennt. Wenn jeder Produktanbieter sein Feld in 2009 gut bestellt hat, kann man mit einer positiven Einstellung, nach der Überwindung der Marktsohle, in 2010 gestärkt hervorgehen. Die Honorarberatung wird sich in einzelnen Segmenten durchsetzen, aber der Gesamtmarkt wird im Provisionssystem verbleiben. Produktanbieter werden fusionieren, um wechselseitig Nutzen zu ziehen. Vermittler werden sich spezialisieren und kleine und mittlere Vermittler werden sich zusammenschließen. Innovative und individuelle Produkte gab es immer und wird es auch in Zukunft für entsprechende Zielgruppen geben. Der Markt wird sich aufweichen in Standardprodukte und innovative Produkte, je nach Zielgruppe.







