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Chef von Dr. Peters machte Tankerfonds salonfähig

Jürgen Salamon wird 60

Unter der Führung von Jürgen Salamon legte das Emissionshaus für geschlossene Fonds 1990 den ersten Schiffsfonds auf. Eine wichtige Weichenstellung für das Unternehmen. Heute managt die Dortmunder Firma die größte deutsche Handels - flotte und eine der größten Tankerflotten der Welt. Den Freitag versteht Jürgen Salamon seit kurzem wortwörtlich. Am fünften Wochentag nimmt sich der Chef des Emissionshauses Dr. Peters in Dortmund wirklich frei. „Ich möchte in Zukunft mehr delegieren und Firmen- entscheidungen im Team erarbeiten. Nur so kann ich einen für das Unternehmen zielgerichteten Know-how- Transfer sicherstellen“, wie es Salamon formuliert, der am 2. Oktober 60 Jahre alt wird. Aber er bleibt auf der Kommandobrücke und wird die Firmenstrategie weiter bestimmen.

Die Entscheidung, das Wochenende um den Freitag zu verlängern, wurde von Salamon spontan auf Mallorca gefällt, aber sie ist dennoch wohlüberlegt. Als Überraschungsgast bei „Initiatoren treffen Journalisten“ trat Dr. med. Michael Klentze auf und schilderte den Stress, dem sich Manager permanent aussetzen, und wies Wege auf, wie man die Belastung mindern könnte.„Einige der vorgestellten Symptome sehe ich auch bei mir“, bemerkte Salamon anschließend und entschloss sich, alle geschäftlichen Freitagstermine zu streichen. Gesagt, getan.

Sein Haus hat er gut bestellt. Salamon stellte seine Führungscrew, die für das operative Geschäft verantwortlich ist, ausschließlich kompetenzbezogen zu - sammen. Jürgen Salamon hofft, dass in einigen Jahren seine Töchter in der von ihm aufgebauten Firma mitarbeiten und Verantwortung übernehmen werden. Durch die eingeschlagenen Studienrichtungen hätten sie sicher das Potenzial dazu. Die älteste Tochter (23) studiert Jura, die mittlere (20) studiert in Hamburg Be triebswirtschaftslehre und die jüngste (16) befindet sich gerade in einem Auslandsaufenthalt in den USA.

Das Emissionshaus Dr. Peters ist das Lebenswerk von Salamon. Bei der langfristigen Planung berücksichtigt er auch weitere Kompetenzübertragungen. In welcher Rechtsform das Unternehmen zukünftig weitergeführt wird, ist noch nicht entschieden. Auch ein Börsengang ist möglich, durch den die Trennung von Eigentum und Unternehmensführung eingeleitet werden könnte. Bei allen Aktivitäten ist der Familienmensch Salamon für seine Familienmitglieder auch bei wichtigen Geschäftsterminen jederzeit telefonisch erreichbar. Stolz zeigt er seinen Wandkalender, den die Töchter selbst mit eigenen Fotos gestaltet haben.

Dr. Peters ist seine Firma, auch wenn sie nicht seinen Namen trägt. Gegründet wurde das Unternehmen 1960 von dem Juristen Dr. Karl-Heinz Peters als Handelshaus für Getränkelizenzen. 1975 wurde der erste Immobilienfonds, das Altenheim Dortmund-Brackel, aufgelegt. Peters‘ Filius Volker, der spanische Ferien immobilien vermarktete, kam mit der Hotelkette Novotel in Kontakt, Immobidaraus entstand die Idee, Novotel-Hotels durch geschlossene Immobilienfonds zu finanzieren. 1977 wurde der erste von insgesamt neunzehn Novotel-, Mercure- und Ibis-Fonds aufgelegt, neun konnten unlängst mit einem überdurchschnittlichen Gewinn verkauft werden (s. Beitrag auf Seiten 44 bis 46). Salamon trat 1979 bei dem Initiator von Immobilienfonds ein, den er als Mitarbeiter in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft betreut hatte. Er wurde 1983 Geschäftsführer und 1987 Gesellschafter. Zum Jahreswechsel 1989/90 übernahm Salamon alle Geschäftsanteile. Der Gründer und Namensgeber des Unternehmens mochte den von Salamon angestrebten Einstieg ins Geschäft mit Schiffsfonds nicht mittragen. Schiffe waren dem Immobilienmann Volker Peters nicht ganz geheuer.

Wie attraktiv das Geschäft mit Schiffen ist, hatte Salamon während seiner Tätigkeit als externer Prüfer von Schiffsbeteiligungen und Initiatoren feststellen können. Zudem wurden die steuerlichen Verluste der geschlossenen Immobilienfonds immer stärker beschnitten. „Die Novotel-Fonds brachten zuletzt steuerliche Verluste von rund 40 %, bei den Schiffsfonds waren es 100 Prozentpunkte mehr“, erläutert Salamon. Die Schiffe genießen bis heute eine Vorzugsbehandlung (Tonnagesteuer).

Die Weichenstellung von Salamon hat sich als überaus erfolgreich erwiesen.
Die Schiffsfonds sind die Hauptproduktlinie des Hauses. Dr. Peters managt die größte Handelsflotte Deutschlands und eine der größten Tankerflotten der Welt. 1999, auf dem Hansa-Forum in Hamburg, traditioneller Treffpunkt der Branche, stellte Salamon sein Konzept der ein Jahr zuvor aufgelegten Tankerfonds vor. Die Hamburger Initiatoren waren entsetzt, investierten die Fonds bis dahin fast ausschließlich in Containerschiffe. Die Chartermärkte für Tanker galten als sehr volatil und weniger kalkulierbar. An der Branche vorbei machte Salamon die Tankerfonds mit dem Konzept der Langfristcharter salonfähig. Seine Tankerfonds bewährten sich, liefen schnell erkennbar besser als prospektiert, waren ertragsstärker als Containerschiffsfonds und machten Schule.

Seine D & S-Fonds sind zum Markenzeichen geworden. Das Kürzel steht für Dynamik & Sicherheit. Die Risiken für Investoren versucht Salamon zu minimieren. „Sicherheit hat für den Anleger Priorität“, meint Salamon. Er selbst meidet nach Möglichkeit jedes Risiko. Große Schiffe zu bestellen, ohne zu wissen, ob diese nach Fertigstellung zu verchartern sind, kam für ihn nicht in Frage. Undes blieb nicht bei Schiffen und Immobilien. „Ein Emissionshaus, das jederzeit Fonds anbieten will, sollte nicht von Marktschwankungen in einzelnen Segmenten abhängig sein und eine breite Produktpalette haben“, so Salamon. Im Jahreswechsel 2003/4 kamen die USPolicenfonds hinzu und in diesem Jahr hat die Dr. Peters Gruppe erstmals zwei Flugzeugfonds aufgelegt, eine Produktlinie, zu der Salamon eine besondere Affinität hat. Trotz seines erfolgreichen Lebens als Geschäftsmann hat Salamon die Bodenhaftung nicht verloren. „Die Gewinne wurden regelmäßig in der Firma belassen, um die Reserven zu stärken“, erläutert er. Er ist in Dorsten aufgewachsen und dort lebt er trotz seines 60 km entfernten Firmensitzes in Dortmund noch heute.



(Dr. Leo Fischer)


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