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Stiefkind Deutschland
Zahlreiche Länder – vor allem Großbritannien und die Niederlande – erleben seit Mitte der neunziger Jahre einen Höhenflug auf den Wohnimmobilienmärkten mit Rekordpreisen für Häuser und Wohnungen. In Deutschland dagegen fehlt jegliche Dynamik.
Seit Anfang der achtziger Jahre ist eine stetige Abwärtsentwicklung der Preise für Wohnimmobilien zu beobachten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Price-Waterhouse-Coopers übe die westeuropäischen Wohnimmobilienmärkte. Der deutsche Markt ist im wesentlichen von der politischen Wende beeinflußt worden. Der starke Zuzug von Aus und Übersiedlern – bis Mitte der neunziger Jahre mehr als 4 Millionen Personen – hat die Nachfrage von Wohn und Arbeitsräumen und mit ihnen die Mieten und Preise in die Höhe getrieben, so dass der Staat mit Investitionshilfen und der Sonderabschreibung Ost einen massiven Bauboom auslöste, der zu einem Angebotsüberhang führte, unter dem die Märkte noch heute leiden. Durch die niedrigen Fertigstellungen seit Mitte der neunziger Jahre rechnen die Fachleute von PWC jedoch mit einem Aufschwung. Sie wollen Preiserhöhungen bis zu 6 Prozent in diesem wie auch im kommenden Jahr nicht ausschließen, auch wenn die darauf hinweisen, dass die Tendenz angesichts der mäßigen Konjunktur und Einkommenserwartungen doch weit unterhalb dieser Erwartungen liegen könnte. Einig ist man sich indes, dass es zu deutlichen Preiskorrekturen in vielen anderen europäischen Ländern kommen werde.