Der gläserne geschlossene Fonds (Teil 1)
Fondsrating
FINANZWELT startet gemeinsam mit der Rating Sevices AG, München, eine Serie, die Licht ins Dunkel möglicher Beurteilungsmethoden, Anbieter und Zielsetzungen von Ratings geben soll.
Worum geht es beim Fondsrating? Ganz allgemein kann man sagen, um eine Verbesserung der Informationslage im Fondsmarkt. Dies ist angesichts von über 6000 Publikumsfonds, die in Deutschland angeboten werden, auch notwendig. Kaum ein Fachmann und erst recht nicht der durchschnittliche Anleger kann in Anbetracht dieser Fülle ohne große Untersuchung die Unterschiede, Vorteile und Risiken erkennen. Doch zunehmend verstärkt sich auch die Diskussion darum, ob unternehmerische Beteiligungen – also geschlossene Fonds – nicht ebenfalls einem Rating unterzogen werden sollten.
Was interessiert den Anleger? Vereinfacht gesagt, will dieser sein Geld möglichst „günstig“ anlegen. Das heißt, er will sicher sein, dass er das Geld auch wiedersieht und dass ein möglichst hoher Ertrag erwirtschaftet wird. Das erstere Kriterium eines Ratingverfahrens ist somit das Risiko, das zweite die Wertentwicklung. Dass diese beiden Größen in einer gewissen Beziehung zueinander stehen, kann man in allen Lehrbüchern und einschlägigen Publikationen nachlesen. Darüber hinaus haben nicht wenige Anleger diesen Wirkungszusammenhang eindrucksvoll in der Neue Markt Hype und dem nachfolgenden Absturz mit der eigenen Anlage erlebt. Erfahrung ist zwar durch nichts zu ersetzen, hat aber eine erstaunlich kurze Halbwertszeit. Außerdem steht der Anleger vor der Frage, woher er eine unabhängige, fachlich fundierte Aussage zu den einzelnen Anlageprodukten erhält. Im Gegensatz zu den USA, wo es eine über 100-jährige Ratingkultur gibt, stehen wir in Deutschland damit erst ganz am Anfang, und zwar sowohl bezüglich der Rating-Agenturen als auch im Hinblick darauf, Ratings grundsätzlich zur Anlageentscheidung hinzuzuziehen. » Weiter...