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Von Flaute

keine Spur

Windkraftfonds als Kapitalanlagen zählen nicht nur politisch zu den Gewinnern der Wahl, ihnen scheinen aufgrund des ständig steigenden Energiebedarfes auch wirtschaftlich keine Grenzen gesetzt. Zudem regelt ein europäisches Einspeisegesetz die garantierte Abnahme. FINANZWELT befragte Marktteilnehmer nach den Zukunftsaussichten.

Kontakt: www.wind-energie.de

Ihnen können weder Bürgerinitiativen, die gegen den Anblick der Windräder Sturm laufen, etwas antun, noch die Politik. Immerhin vier Prozent des Gesamtinvestitionsvolumens unter den geschlossenen Fonds konnten Windkraftanlagen im vergangenen Jahr für sich in Anspruch nehmen in diesem Jahr dürfte es sicher mehr werden. Zudem locken weiterhin Steuervorteile, die vom rotgrünen Streichkonzert nicht betroffen sind: Nach einer Studie aus Trittins Umweltministerium könnten in 30 Jahren 12.000 Windräder für einen Windstromanteil von 33%sorgen.Die Leistung jeder einzelnen Anlage hat sich da bei in den vergangenen Jahren bereits verzehnfacht und liegt heute bei maximal zwei Megawatt. In den sogenannten Offshore Windparks auf hoher See soll die Leistung gar auf fünf Megawatt anwachsen. Wer derartige Zuwächse erzielen will, kommt um das Geld privater Investoren nicht umhin. Immer mehr Anbieter stoßen daher in diesen Markt vor. So hat die Hamburger Lloyd Fonds im August diesen Jahres ihre erste Windbeteiligung „Coppanz” aufgelegt und will in den nächsten Jahren kontinuierlich neue Beteiligungsgangsangebote im Bereich regenerative Energien auf den Markt bringen.

Steuervorteile winken

Bei ihrem aktuellen Windkraftfonds plant beispielsweise die Energiekontor aus Bremen eine Verlustzuweisung von 80%.Diese resultiert aus den Abschreibungen der Windkraftanlagen und der Sonderabschreibung aus den Paragrafen 7 und 7 g EStG (der so genannten Ansparabschreibung).Zudem wirkt sich der meist hohe Fremdfinanzierungsanteil steuerlich positiv auf die Windräder aus. Bleibt der Wind nicht aus, rechnet sich das Geschäft mit Wind und Strom also. So meint Dr. Klaus Meier, Vorstand der WPD AG:„Von 39 Projekten der letzten Jahre sehen wir derzeit in einem einzigen Projekt die Wahrscheinlichkeit, dass die Prognosen nicht erreicht werden. Im schlimmsten Falle würde hier die Rentabilität auf 4 – 5%sinken – es wäre im Vergleich zu anderen Produkten immer noch ein vergleichsweise gutes Projekt.”

Ausland und OffShore winken

Attraktive Binnenlandstandorte und einen Zuwachs an Repowering – also den Ersatz weniger leistungsstarker Anlagen durch leistungsstärkere – sieht das Grüne Emissionshaus. Das erfahrene Unternehmen hat aber auch damit begonnen, sich Standorte in Frankreich zu sichern und will hier aktiv wer den. Christoph Garwin, Pressesprecher bei Reconcept Beteiligungs GmbH und WKN Wind kraft Nord AG bestätigt, dass „die Unternehmensgruppe in den kommenden Jahren verstärkt im europäischen Ausland (Italien, Frankreich, Spanien)Projekte realisieren wird.” Darüber hinaus will man andere regenerative Energien (Biomasse und Solarenergie)nutzen. Auch die Umwelt Management AG sondiert nach einigen deutschen Projekten den europäischen Markt genau und sieht insbesondere für Standorte in Frankreich, Spanien und Portugal aufgrund der guten gesetzlichen Rahmenbedingungen ähnlich gute Erfolgsaussichten für Anleger, so Georg Hetz von der UDI Umwelt Direkt Invest Beratungsgesellschaft, die einen Groß teil des Anlegerkapitals platzierte. Und Sachsen fonds plant für die Jahre 2003 und 2004 ebenfalls Windkraftfonds in Griechenland und Spanien, so Hans Heinrichs, Vorstand des Tochterunternehmens der Landesbank Sachsen. Heinrichs weiter: „OffShore-Lösungen sehen wir für unser Haus innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre nicht, da das Baugenehmigungsverfahren zur Zeit noch viel zu zeitintensiv ist und die Technik für OffShore-Anlagen weiter ausgereift sein sollte.” Plambeck Neue Energien AG setzt derweil schon verstärkt auf Lösungen „auf hoher See”. Vor stand Dr. Wolfgang Geldern: „Die größten Potentiale zur Nutzung der Windkraft eröffnen sich auf hoher See. Daher hat die Planbeck Neue Energien AG frühzeitig mit der Planung von Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee begonnen. Ab 2004 rechnen wir mit dem Beginn der Realisierung des ersten Plambeck Offshore-Windparks „Borkum Riffgrund”, wo bis zu 200 Windkraftanlagen errichtet werden.”

Wie gut sind Windkraft-Fonds?

Vor dem dargestellten Hintergrund, dass immer mehr Gelder –der Bundesverband Wind Energie e.V. (BWE) rechnet mit 600 Mill. Euro, die in diesem Jahr in Fondsbeteiligungen fließen könnten –hat der Verband aktuell ein Fonds-Check-System vorgestellt, das mehr Transparenz und Sicherheit für An leger und somit auch für Berater bieten soll. Dieses wurde im Rahmen der Internationalen Anlegermesse (IAM)in Düsseldorf vorgestellt. Eine durch mehrere Windgutachten und Sicherheitsabschläge fundierte Prognose des Windertrages sieht der BWE als Basis für ein erfolgreiches Windkraft Projekt an. Eine wichtige Rolle spielen auch ausreichende Rückstellungen für den Rückbau der Anlagen nach 20 Jahren sowie eine realistische Kalkulation der laufenden Betriebskosten. „Die Kosten für Versicherung, Wartung und Instandhaltung sind oft zu niedrig angesetzt“, erklärt Jens Peter Wolters, Vorsitzender des BWE Anlegerbeirates. Der BWE-Fonds-Check definiert unter anderem Richtwerte für die spezifischen Investitionskosten, angemessene Pachtzahlungen und die Höhe der Ausschüttungen. „Daneben wird eine Vielzahl von Faktoren wie Informations- und Kontrollrechte sowie Leistungsbilanzen der Fondsanbieter in dem Fonds-Check berücksichtigt“ ,so Rechtsanwalt und Steuerberater Jens Peter Wolters. Die Bewertung der einzelnen Aspekte erfolgt in vier Kategorien: Drei Sterne für alles, was über das hinaus geht, was vom BWE für eine empfehlenswerte Beteiligung als notwendig angesehen wird. Zwei Sterne, wenn die Kriterien den Empfehlungen des BWE entsprechen, und ein Stern, wenn die Bewertung nicht das erreicht, was vom BWE für eine Beteiligung als notwendig angesehen wird. Birgt die Beteiligung darüber hinaus an einigen Punkten erhöhte Risiken –gekennzeichnet durch ein Ausrufezeichen –, sollten Anlageberater die Anbieter hierauf ansprechen und sich ggf. tiefergehenden Rat einholen.

(Jens Reichel)


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