Interview mit Jürgen Salamon
Keine Turbulenzen
Jürgen SalamonZwar wurde das Ausnahmegeschäftsjahr 2008 nicht erreicht, dennoch konnte die inhabergeführte Dr. Peters Gruppe im Branchenvergleich auch im Krisenjahr 2009 ihre Anleger überzeugen. Vor allem der Schritt ins Segment der Flugzeugfonds war ein genialer Schachzug des Hamburger Emissionshauses. finanzwelt unterhielt sich hierzu mit Jürgen Salamon, Inhaber der Dr. Peters Gruppe.
finanzwelt: Die Platzierungszahlen sind in 2009 im Gesamtmarkt eingebrochen. Marktteilnehmer führen dies auf den Vertrauensverlust bei den Anlegern zurück. Wie sah es bei Dr. Peters aus?
Salamon: Unser sicherheitsorientiertes Konzept im Segment der Luftfahrt wurde von den Anlegern auch in 2009 gut angenommen. Alle in 2009 angebotenen Flugzeugfonds haben mit den renommierten Fluggesellschaften Emirates und Air France als langfristige Leasingnehmer das Vertrauen der Anleger erhalten. Besonders erfreulich verlief die Platzierung des DSFonds 135 Flugzeugfonds X. Der Fonds investiert in einen Airbus A380, der Air France als Leasingpartner hat. Der Fonds war binnen vier Wochen ausplatziert. Aktuell befindet sich der Nachfolgefonds DSFonds Nr. 136 Flugzeugfonds XI in der Platzierung, der ebenfalls in eine A380 mit dem Leasingnehmer Air France investiert. Mit Flugzeugfonds konnte unser Haus im Jahr 2009 mehr als 183 Mio. Euro an Eigenkapital einwerben. Insgesamt haben wir rund 200 Mio. Euro platziert. Ich denke, dass dies in dem wirtschaftlich schwierigen Jahr ein ordentliches Ergebnis ist.
finanzwelt: Flugzeugfonds legt ihr Haus erst seit 2007 auf. Kann man sagen, dass das Segment zur richtigen Zeit erschlossen wurde?
Salamon: Die Entscheidung, in das Segment Luftfahrt mit dem sicherheitsorientierten Konzept einzusteigen, hat sich als wichtig, gut und richtig erwiesen. Ohne Flugzeugfonds oder ein anderes Alternativsegment hätten wir im vergangenen Jahr ein geringes Platzierungsergebnis erzielt, da wir uns marktbedingt im Bereich der Schifffahrt zurückgehalten haben. Jedoch wäre das für unser Unternehmen kein Beinbruch gewesen. Es gehört zu meiner grundsätzlichen Führungsphilosophie, dass die Kosten des Unternehmens nicht aus Platzierungsergebnissen, sondern aus den laufenden Einnahmen getragen werden müssen. Entsprechend ist insbesondere die Personalstruktur darauf ausgerichtet. Aus diesem Grund sind wir auch nicht gezwungen, auf Biegen und Brechen Produkte auf den Markt bringen zu müssen. Gleichwohl ist es das ureigenste Geschäft eines Initiators, neue Marktchancen zu nutzen und gute Produkte dem Markt anzubieten. Insofern freue ich mich darüber, dass wir das Segment Flugzeugfonds so gut erschließen konnten und über einen guten Marktzugang auf Einkaufsseite verfügen.
finanzwelt: Ihr Haus ist Marktführer im Segment der Luftfahrt. Wie kam es zu der Entscheidung, in die Luftfahrt und gleich mit diesem Gewicht einzusteigen?
Salamon: Es war schon immer mein Wunsch, das Segment der Luftfahrt für die Dr. Peters Gruppe zu erschließen. Ich habe in den vergangenen Jahrzehnten stets ein Auge darauf gehabt. Jedoch entsprach das damalige Konzept des Finance Lease nicht unserer Produktphilosophie, da es ausschließlich auf Verlustzuweisungen basierte und die Fluggesellschaften aufgrund anderer Finanzierungsmöglichkeiten keine auskömmlichen Leasingraten für einen Operate Lease zahlten. Dies hat sich im Jahr 2007 grundsätzlich geändert. Die Fluggesellschaften haben stark in neue Flugzeuge investiert, um am langfristigen Passagierwachstum partizipieren zu können. Entsprechend ist der Finanzierungsbedarf gestiegen. Aus diesem Grund diversifizieren die Fluggesellschaften ihre Finanzierungskanäle und sind seit dem Jahr 2007 auch bereit, Leasingraten langfristig und in einer solchen Höhe zu vereinbaren, dass ein geschlossener Flugzeugfonds für den Anleger attraktiv ist. Damit war auch für mich der Startschuss gefallen, in dieses Segment zu gehen.
(Das Gespräch führte Dorothee Schöneich)





