Hauptnavigation & Suche:

Unternavigation:


Zurück zur Übersicht

Analyse 2011

Klassische Sachwerte sind gefragt

Georgi KodinovGeorgi Kodinov

Die Schuldenkrise in Europa prägte die Schlagzeilen des Jahres 2011. Die Zurückhaltung der Anleger bei der Zeichnung von geschlossenen Fonds kann in diesem Kontext leicht nachvollzogen werden. Was könnte letztendlich als sichere Investition betrachtet werden, wenn selbst die europäischen Staaten Bankrott gehen können? Zukunftssicherheit und Planbarkeit dominieren in solchen Zeiten die Renditeaussichten. Und genau in diesen Domänen können die geschlossenen Fonds ihre Vorteile ausspielen.

Im Gegensatz zu Aktien und offenen Fonds investiert der Zeichner eines geschlossenen Fonds in der Regel in klassische Sachwerte wie Immobilien, Schiffe oder Flugzeuge und kann sogar über deren Fortentwicklung mitbestimmen. Auch in puncto laufende Kosten sind die meisten geschlossenen Fonds ihren offenen Fonds-Pendants spürbar überlegen.

Der durchgeführten Marktanalyse zufolge geht das Analysehaus Dextro Group davon aus, dass ungeachtet der Krisenstimmung die Platzierungszahlen 2011 das Vorjahresniveau erreichen werden. Den wohlverdienten ersten Platz im Neuemissionen-Mix 2011 behalten die Immobilienfonds mit einem Anteil von knapp 32,5 %. Vor allem in Krisenzeiten verkörpern die Immobilienobjekte für viele Anleger den Begriff „Sicherheit“. Positiv: Die staatlichen Mieter rückten im Fokus der Initiatoren und sorgten für den spürbaren Anstieg der durchschnittlichen Dauer von Erstmietverträgen. Ebenfalls eine große Rolle spielen die Immobilien in den neu emittierten Dach- und Zweitmarktfonds. Als erfolgreiche Aufsteiger können in 2011 vor allem die Energie- und (Flugzeug-)Leasingfonds mit entsprechend 8, 7 % bzw. 7,2 % bezeichnet werden. Auch hier geben nach Ansicht der Dextro Group langfristig garantierte Einspeisevergütung bzw. die lange Dauer der Leasingverträge den Ausschlag. Praktisch vom Markt verschwunden sind dagegen die Assetklassen Infrastruktur, Lebensversicherungen und Medien. Seit Ende 2010 gingen die Platzierungszahlen der Schiffsfonds um mehr als 65 % zurück. „Das Vertrauen der Anleger zu verlieren geht schnell“, sagt der Senior Analyst der Dextro Group Evgeniy Gilenko. „Es wieder zu gewinnen, kann mehrere Jahre dauern.“ Die Fonds-Monitorings bestätigen dies: Nur knapp ein Sechstel der vor 2008 emittierten Schiffsfonds konnte die Weltwirtschaftskrise 2008 relativ unbeschadet überstehen. Bei den restlichen werden sich die Anleger auf schmälere Renditen einstellen müssen.

Eine weitere große Hürde, die die Branche in den kommenden Jahren überwinden muss, ist die eingeschränkte Fungibilität einer Beteiligung am geschlossenen Fonds. Denn die frühesten Kündigungszeitpunkte liegen meistens über 10 Jahre in der Zukunft. Sich in Krisenzeiten aber von der langfristigen Beteiligung zugunsten kurzfristiger Liquidität trennen zu können, ist die natürliche Anforderung vieler Anleger an die geschlossenen Fonds. „Voraussetzung für das Entstehen eines soliden Zweitmarktes“, sagt Georgi Kodinov, Geschäftsführer der Dextro Group, „ist das Etablieren einer adäquaten und zugleich transparenten Methodik zur Bewertung von Fondsanteilen.“ Spätestens 2013 ist die Anteilsbewertung in Rahmen von AIFM ein Muss für Fondsanbieter. Aber kann die Branche sich das lange Warten noch erlauben?


Zusatz-Informationen:

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe

finanzwelt für unterwegs: Die neue finanzwelt-App bringt Ihnen die wichtigsten News des Tages auf Ihr Handy.

finanzwelt-App

finanzwelt.tv

Film: Alle Filme ansehen

Abo-Bestellung

Bestellen Sie die nächste Ausgabe der finanzwelt.

Jetzt abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie ab jetzt unseren kostenlosen finanzwelt-Newsletter.

Newsletter abonnieren

Fußzeile: