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Kommentar

Der Kommentar

Es ist schon unglaublich: Da predigte so ein kleiner Arbeitsminister die Rede ist von Norbert Blüm über Jahre „die Renten sind sicher” und ein Volk glaubt ihm. Jetzt, nur wenige Jahre später, ist klar, ohne private Vorsorge geht überhaupt nichts. Aber: Riester machts möglich. Und wieder glauben es alle. Wie weit muss es denn noch kommen?

Wer künftig in Rente geht und die Voraussetzungen erfüllt, erhält in der Spitze 64 Prozent seines letzten Nettoeinkommens. Das ist maximal erzielbar der Schnitt liegt bei Männern bei 43 Prozent. Viel ist das nicht. Zudem belegt das Deutsche Institut für Altersvorsorge, dass die Deckungslücke also der Abstand zwischen dem letzten Nettoeinkommen und dem Rentenanspruch steigt, je jünger die Versicherten sind und je höher das Einkommen ist.

Daran ändert auch die jüngst eingeführte Riester-Rente nichts. Zudem können längst nicht alle Bürger von ihr profitieren. Selbständige, Freiberufler und die, die freiwillig Beiträge in die Gesetzliche Rentenversicherung einbezahlen, sind nämlich ausgeschlossen. Wer später einmal an Mallorca als Altersruhesitz denkt, sollte schon jetzt damit rechnen, ordentlich vermeintliche Steuervorteile zurückzahlen zu müssen. Dies mag weltfremd klingen und ist dennoch Fakt, liest man einmal das Kleingedruckte zur Riester-Rente ganz genau.

Qualifizierte Finanzdienstleister bieten Alternativen. Zum Glück, denn das Gros der Einfirmenvertreter wird wohl kaum den Wohlstand seiner Klientel mehren. Dies ist übrigens auch eine riesige Chance für die Finanzdienstleister, die über den Tellerrand schauen und beispielsweise FINANZWELT lesen. Wie sollten wir uns sonst erklären, dass wir in manchen Strukturen einfach verpönt sind? In Wirklichkeit ist alles so einfach, habe ich mir einmal erklären lassen. Jeder Kunde benötigt in bestimmten Phasen seines Lebens die entsprechenden Produkte. Von der anfänglichen Absicherung seiner Arbeitsfähigkeit bis zur späteren Absicherung seines Ruhestandes. Dies ist jedoch nur der halbe Teil der Wahrheit.

Verkauft wird, was Provision bringt. Und deshalb zeichnet so mancher Anleger was er nicht braucht. Wenn er es auch nicht mehr finanzieren kann, geht es den Bach runter. Auch das ist ein Stück Vertriebswahrheit. Immer wieder erzählen mir Vermittler: Ich habe ihm angeraten, zunächst noch Geld beiseite zu legen und dann kam so ein Hai und hat meinen Kunden auf Jahre verschuldet der ist jetzt platt! Was tun? Nageln Sie den Kunden fest! Nur wer Ihnen vollends vertraut, wird auch nur auf Sie hören. Das ist leicht gesagt und schwer getan, ich weiß. Und dennoch die einzige Chance, wie Sie langfristig sinnvolles Geschäft machen. Ich bin mir sicher. Der Erfolg wird Ihnen recht geben.

Michael Oehme, Chefredakteur



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