Der Kommentar
Wer sich – wie ich – seit Jahren für die Medienfondsbranche einsetzt, kann nur mit Verwunderung den Kopf schütteln über das derzeitige Erscheinungsbild dieses eigentlich hochinteressanten Marktes.
Fakt eins: obwohl sich die Mehrzahl der Anbieter in einem Verband zusammengeschlossen hat und beim Bundesfinanzministerium sowohl ein Gutachten „ablieferte”, das eindeutig die Nichtanwendbarkeit des sogenannten Nebenkostenerlasses auf der Basis der Rechtsprechung aufzeigt, als auch ein Positionspapier entwickelte und der Politik ebenfalls zur Verfügung stellte, das die Mitwirkung der Fondsanbieter bei der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in der Medienindustrie zum Inhalt hat, beschäftigt sich kaum ein Marktteilnehmer mit diesen Fakten. „Phrasendreschen” ist weiterhin angesagt – koste es, was es wolle. In diesem Fall gegebenenfalls einer ganzen Branche Kopf und Kragen.
Fakt zwei: es gibt viele Beispiele dafür, dass Medienfonds als unternehmerische Beteiligungen Anlegern Ausschüttungen bieten – so wie prospektiert. Dennoch herrscht im Vertrieb – zumindest in weiten Teilen – derzeit unübersehbar das Vorurteil vor: Das fasse ich nicht mehr an! Rationale Gründe hierfür gibt es nicht oder sagen wir kaum. Dass die Krise am Medienmarkt auch eine Chance sein könnte, da sich die Einstiegsbedingungen verbessert haben, sprich die Anbieter günstiger an interessantes Filmmaterial kommen, wird schnell übersehen. In diesem Sinne hoffe ich, dass sich wieder mehr Berater diesem Thema differenziert nähern und nicht den einfachen Weg gehen.