Bislang stand die Photovoltaik im Schatten der Windenergie, auch was die Förderung durch das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) betraf. Doch durch das Photovoltaik-Vorschaltgesetz, das Anfang 2004 in Kraft trat, wurde die Stromeinspeisevergütung für Solarenergie erheblich verbessert. Alle Solaranlagen, die seit dem 01.01.2004 ans Netz gehen, erhalten eine Vergütung von 45,7 Cent. Auf diesen Satz gibt es Zuschläge für Anlagen auf dem Dach und an der Fassade. Hier erweisen sich jedoch oft die Besitzverhältnisse an den Objekten als Problem. Weggefallen ist durch die Neuregelung die Größenbegrenzung auf 99 Kilowatt bei Freilandanlagen. Damit wurde die Finanzierung von Großanlagen erleichtert, denn durch die neuen Vergütungssätze ist die Erzeugung von Solarstrom wirtschaftlich und damit auch für die Initiatoren geschlossener Fonds interessant. Das starke Interesse zeigt sich auch an den seit Jahresbeginn stark angewachsenen Aktivitäten der gesamten Branche (siehe Übersicht auf S. 55). Neben der Solarstrom AG, Voltwerk, Phönix und der Umweltbank arbeiten Windfondsinitiatoren wie WPD, Reconcept, Windwärts und das Ingenieurbüro für Energieplanung an entsprechenden Produkten. Bei den Verlustzuweisungen liegen die Solarfonds auf einem Niveau mit in diesem Jahr neu gestarteten Windfonds, die ebenfalls den verschlechterten steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten unterliegen. Die Solarfonds von Marktführer Voltwerk und von der Solar AG kommen jeweils auf knapp 80 Prozent der Zeichnungssumme für das Jahr 2004. Andere Fonds, die noch in Planung sind, dürften ähnlich hohe Verlustzuweisungen bieten. Eine Ausnahme ist der nächste Solarfonds von Phönix, der komplett durch Eigenkapital der Zeichner finanziert ist. Beitretende Gesellschafter können jedoch durch eine individuelle Fremdfinanzierung die Verlustzuweisung – innerhalb der steuerlichen Grenzen (Stichwort 2b EStG) – erhöhen. „Die Solarenergie bietet dabei den Vorteil, dass die mikroklimatischen Einflüsse praktisch entfallen. Somit herrscht eine hohe Prognosesicherheit,“ meint Ingo Ermel von Lloyd Fonds. Auch wenn das Wetter derzeit nicht für Solaranlagen, sondern eher für Windkraftanlagen zu sprechen scheint, zeigen die Zahlen das Gegenteil: So wich der Ertrag von Solaranlagen in guten und schlechten Jahren nur +/- 3 % vom langfristigen Mittel ab. Das Jahr 2004 ist bislang zwar nicht so gut wie das Vergangene, entspricht aber immer noch dem 10-Jahres-Durchschnitt. Dagegen schlägt für das Windjahr 2004, nach 3 schlechten Windjahren, bereits jetzt wieder ein Minus von 5,2 % gegenüber dem 10-Jahres-Mittel zu Buche. Das hinterlässt natürlich Spuren. Dafür hat die Solarbranche bereits jetzt ein Zulieferproblem, so das Ergebnis einer Umfrage von FINANZWELT. Hans Heinrichs von Sachsenfonds bringt es auf den Punkt: „Wir würden gerne einen Solarfonds auflegen, leider sind aber die entwickelten Angebote einschließlich der Modul-Preise so hoch, dass sich das für den Investor nicht rechnet.“ Dem schließt sich Dr. Claus-Eric Gärtner von der BVT Holding an: „Die BVT hat ein größeres Projekt in einem Mittelmeeranrainer-Staat in der Prüfungsphase. Die aktuell berichtete Preissteigerung der Photovoltaik-Module lassen die Wirtschaftlichkeit aber weniger wahrscheinlich werden.“ Ein weiteres Ergebnis der Befragung ist: Die Volumina in diesem Jahr sollen deutlich steigen – nahezu alle Fonds liegen über dem Investitionsvolumen ihrer Vorgänger. Daher ist es gut, dass Marcus Brian vom Grünen Emissionshaus anmerkt: „Bei all der Euphorie sollte die Branche (...) einen klaren Kopf bewahren und von Anfang an auf Qualität setzen.“ Er regt an, „dass sich Verbände, Unternehmen und unabhängige Experten frühzeitig auf bestimmte Qualitätsstandards verständigen anhand derer Investoren die Produkte differenzieren können.“ Recht hat er. Bliebe nur zu fragen, wann auch bei der Solarenergie die ersten Kritiker erscheinen und sich von deren Glanz geblendet fühlen.