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Interview mit Karl-Heinz Eilermann

Kompetenz Circle finanzwelt e. V. tut was für die Berater!

Karl-Heinz EilermannKarl-Heinz Eilermann

„Jammern und ärgern hilft nicht weiter, wir müssen jetzt etwas tun.“ Dieses Motto verbindet die sieben Persönlichkeiten aus der Finanzdienstleistungsbranche, die den Kompetenz Circle finanzwelt e. V. gegründet haben. Unter dem Vorsitz von Rechtsanwalt Karl-Heinz Eilermann soll der Verein das Image des Finanzberaters verbessern. Im Interview erläutert er die Ziele und Philosophie des Vereins.

finanzwelt: Herr Eilermann, warum die Gründung des Vereins Kompetenz Circle finanzwelt e. V.?

Eilermann: Den Gründungsmitgliedern ist bekannt, dass es eine Reihe von Interessenvertretungen für Finanzdienstleister gibt. Leider wissen wir aber auch, dass die Lobbyarbeit für ein positives Image der Vermittler noch in den Kinderschuhen steckt. Über Jahre hinweg sind die Vermittler mit einem immens wichtigen Auftrag, der breiten Bevölkerung die Eigenvorsorge für das Alter nahe zu legen, betraut, aber das Image in der Öffentlichkeit steht damit in keinem Zusammenhang. Dabei hat der Berufsstand eine lange Historie und von jeher ein hohes Ansehen, welches in den vergangenen Jahrzehnten leider etwas angekratzt worden ist.

finanzwelt: Woran machen Sie das negative Image fest?

Eilermann: Dies wäre leicht mit dem Verweis auf das Finanzhai-Video der Verbraucherberatung zu beantworten. Es geht aber noch schlimmer, wenn ich an den alten Satz denke „… wem das nicht gelungen, der geht zu den Versicherungen“. Daraus lässt sich leicht ableiten, wie das Image wirklich ist. Und das Schlimme ist, die gesamte Branche steuert nicht gegen. Durch die vielen unterschiedlichen Interessenvertretungen erfolgt kein gemeinsames Vorgehen, sondern jede einzelne Institution versucht für sich, bei Gesetzesänderungen und auch sonst „die Rosinen aus dem Kuchen“ zu picken.

finanzwelt: Was wollen Sie denn dagegen unternehmen, welche Ziele verfolgt der Kompetenz Circle e. V.?

Eilermann: Das lässt sich nicht in zwei Sätzen beantworten. Da man einen Tanker nicht auf dem Bierdeckel wenden kann, ist es sicher nicht möglich, ein lang gefestigtes Image binnen kurzer Zeit zu ändern. Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Das heißt für uns, wir wenden uns an alle Vermittler, dem Verein beizutreten, um dann mit einer starken Rückendeckung die Ziele des Vereins voranzutreiben. Dazu zählt ganz besonders, Lobbyarbeit zu betreiben, damit nicht irgendwelche Studien bei den Verantwortlichen falsche Bilder vorgeben. Zudem halten wir eine Imagekampagne für richtig und werden diese massiv nach vorne treiben. In einem der letzten Berichte wurde sehr interessant darauf hingewiesen, dass Aldi und andere ihren Werbeetat aufgestockt haben, um mehr für ein positives Image zu unternehmen. Gleiches stellen wir uns vor.

finanzwelt: Wie wollen Sie das finanzieren?

Eilermann: Der Verein wird aus ordentlichen Mitgliedern, nämlich den Vermittlern, und Fördermitgliedern bestehen. Gerade Fördermitglieder, namentlich Versicherer, Initiatoren und auch Banken, sollten ein elementares Interesse daran haben, dass eine solche Kampagne nachhaltig positive Veränderungen in den Köpfen der Menschen erzielt. Denn diese Fördermitglieder sind auf die Vermittler und deren Tätigkeit angewiesen. Wenn man sich die demographische Entwicklung des Berufsstandes der Vermittler anschaut, sieht man, dass der Berufsstand des Vermittlers ein aussterbender ist. Dem gilt es gegenzusteuern, damit die Vertriebe geeigneten Nachwuchs bekommen und sich mehr junge Menschen für diesen Beruf entscheiden.

finanzwelt: Welche weiteren Ziele verfolgt der Verein?

Eilermann: Den Wandel des Images kann man sicher nicht nur durch eine einzige Kampagne herbeiführen, zusätzlich sind flankierende Maßnahmen notwendig. Dazu zählen insbesondere die Themen Aus- und Weiterbildung. Auch hier wollen wir verstärkt mitwirken und Empfehlungen geben bzw. selber einzelne Themen aufgreifen. Weiterhin wollen wir Vertriebe, die mit hervorragender Beratung und kreativen neuen Ideen an den Markt gehen, im Rahmen einer einmal jährlich stattfindenden Veranstaltung ehren. Denn gerade diese positiven Dinge werden fast nie in die Öffentlichkeit transportiert. Kein Verbraucher kennt die Unterschiede und die Differenzierungen zwischen einzelnen Anbietern.

finanzwelt: Was sind die nächsten Schritte?

Eilermann: Da gibt es drei Schwerpunkte. Zunächst natürlich die Gewinnung von Mitgliedern, um zu einer schlagkräftigen Interessenvertretung zu werden. Dabei wollen wir alle Mitglieder sehr schnell in die Arbeit des Vereins integrieren. Denn je größer die Vielfalt, desto effektiver das Ergebnis. Gleichzeitig wollen wir einen Beirat besetzen, in dem sich gerade nicht der Finanzdienstleistungsbereich wiederfindet, sondern Vorstände und Führungskräfte aus anderen Unternehmenszweigen, denn wir glauben, dass gerade der Blick über den Tellerrand zu neuen und interessanten Ergebnissen für die Finanzdienstleistungsbranche führen kann.


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