Kompetenz durch Spezialisierung
Nur wenige Emissionshäuser haben sich auf ein einziges Spezialgebiet festgelegt. Anders die GEBAB. Der Initiator aus Meerbusch bietet seit 1985 ausschließlich Schiffsfonds an und hat wie kaum ein anderes Unternehmen Arbeitsplätze auf deutschen Werften gesichert. FINANZWELT sprach mit dem geschäftsführenden Gesellschafter der GEBAB Konzeptions- und Emissionsgesellschaft Dirk Schildwächter
FINANZWELT: Herr Schildwächter, Ihr Haus wird in diesem Jahr 20 Jahre alt und gehört damit zu den ältesten Emissionshäusern und Treuhändern Deutschlands. Sind Sie nie auf die Idee gekommen, sich auch in anderen Branchen zu engagieren, zum Beispiel in Medien oder Immobilien?Schildwächter: Wir haben uns ganz bewusst nur für den überaus komplexen Bereich der Seeschifffahrt entschieden, also für hohe Kompetenz durch Spezialisierung. Zugute kommt uns dabei auch, dass die GEBAB an zwei großen deutschen Reedereien beteiligt ist. So bekommen wir Einblicke in ihr betriebswirtschaftliches Innenleben, können Abläufe mit steuern und bleiben als Treuhänderin dennoch unabhängig.
FINANZWELT: Innerhalb der Schifffahrtsmärkte sorgen starke Ratenschwankungen immer mal wieder für Irritationen unter den Anlegern. Wie schützen Sie Ihre Investoren davor?
Schildwächter: Verhindern können wir diese vom Weltmarkt abhängigen Schwankungen natürlich nicht, aber um weitgehend dagegen gewappnet zu sein, wird jedes geplante Schiffsprojekt vorab von unseren Spezialisten gründlich auf sein Entwicklungspotential hin abgeklopft. Außerdem basieren unsere Entscheidungen unter anderem auf den sehr detaillierten Marktanalysen führender Forschungsinstitute. Auch die Kompetenz und Erfahrungen unserer langjährigen und bewährten Partner tragen einen wichtigen Teil dazu bei, die Volatilität der Märkte aufzufangen. Last but not least wird bei uns kein Schiffsprojekt gestartet, ohne dass vorab für eine möglichst langjährige Charter gesorgt ist.
FINANZWELT: Die GEBAB lässt ihre Schiffe von Anfang an hauptsächlich in Deutschland bauen. Warum?
Schildwächter: Wir haben mit deutschen Werften, was Qualität und Lieferpünktlichkeit angeht, gute Erfahrungen gemacht. Da wir Werften auch durch Stille Beteiligungen mit in unser Boot geholt haben, konnten wir die Schiffe zu wettbewerbsfähigen Konditionen bauen lassen.
FINANZWELT: Und warum folgen so wenige Unternehmen Ihrem Beispiel, um damit Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern?
Schildwächter: Die günstigen Baupreise der asiatischen Werften bei gleichzeitig hoher Qualität kann ein Kaufmann nur schwer ignorieren, wir haben ja auch seit Mitte der Neunziger dort bauen lassen. Außerdem ist die Kapazität der deutschen Werften, was Anzahl und Größe der Schiffe angeht, begrenzt. Aber wir sollten nicht vergessen, dass durch Aufträge an koreanische und chinesische Werften auch Arbeitsplätze in Deutschland gesichert werden.
FINANZWELT: Wie müssen wir uns das vorstellen?
Schildwächter: Rund 70 Prozent des Schiffswertes werden von der Zulieferindustrie erbracht. Eine von der GEBAB beim ISL Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik in Auftrag gegebene Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland 8.600 Jobs durch den Schiffbau in Asien gesichert werden.







