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Quer durch die Schichten

Leistungsanalyse der Rentenprodukte

Bedingt durch die starken Kürzungen der gesetzlichen Rente setzt der Staat vermehrt auf private Altersvorsorge im Sinne von Rentenversicherungen. Eine Differenzierung der einzelnen Produkte findet hierbei durch die unterschiedliche Förderung seitens des Staates statt. Nun stellt sich die Frage, wie leistungsstark die Tarife „hinter diesen Schichten" sind? Dazu herrschen auf dem Markt die unterschiedlichsten Einschätzungen, aber auch Vorurteile: „Riester ist teuer“, „Pensionskassen sind der Königsweg“…

MORGEN & MORGEN hat hierzu vier unterschiedliche Rentengattungen aus drei Schichten marktweit und exklusiv auf Tarifebene analysiert. Dazu konnten die Vergleichsprogramme AV-WIN für Schicht 2 und LV-WIN für Schicht 1 und 3 aussagekräftige Daten liefern.

Rentengattungen: * Basis-Renten („Rürup“) aus Schicht 1 * Riester-Renten aus Schicht 2 * Pensionskassen aus Schicht 2 * Privat-Renten aus Schicht 3

Das Thema Biometrie - Sterbetafeln - ist ein wesentlicher Parameter. Es verwenden zwar fast alle Rentenprodukte die Sterbetafel DAV 2004R, Unterschiede bestehen aber bei der Verwendung der Trendfunktionen, Selektionsfaktoren und Altersverschiebungen. Bei den Riester-Renten handelt es sich in der Ansparphase um reine Kapitalisierungsprodukte ohne Biometrie, in der Rentenbezugsphase wird eine Mischung der Männer- und Frauentafeln der DAV- 2004R verwendet (Unisex-Produkte).

Zum Thema Todesfallleistungen: Bedingt durch die starken gesetzlichen Regelungen ist die Ausgestaltung der Todesfallleistung bei Basis-Renten sehr unterschiedlich. So gibt es neben den Produkten ohne jegliche Todesfallleistung, im Fachjargon früher „Egoisten- Renten“ genannt, auch die klassische Beitragsrückgewähr. Allerdings erhält nur der direkt Hinterbliebene – also nur Ehegatten und Kinder – die bis zu diesem Zeitpunkt eingezahlten Beiträge im wesentlichen Unterschied zu den herkömmlichen privaten Renten der Schicht 3. Die Leistung erfolgt auch nicht in Form einer Kapitalzahlung, sondern in einer – zum Abschlusszeitpunkt – unbestimmten Rente. In Analogie zu den klassischen Renten kann diese Beitragsrückgewähr zwar auch auf einen Schlag ausbezahlt werden, dazu muss allerdings eine separate Risiko- Versicherung außerhalb der Schicht 1 – und damit ohne steuerliche Förderung – abgeschlossen werden.

In Schicht 2 gibt es ebenfalls Produkte ohne Todesfallleistung und Tarife mit Beitragsrückgewähr. Insbesondere die neu gegründeten Pensionskassen setzen auf die bereits bewährten Lösungen der klassischen Privatvorsorge, während ältere PKs – oft mit Heubecktafeln kalkuliert – keine Beitragsrückgewähr anbieten. In Schicht 3 gibt es sowohl Tarife mit als auch ohne Bei- tragsrückgewähr. In folgender Analyse wird auf die Tarife mit Beitragsrückgewähr in der Aufschubzeit und zehn Jahre Rentengarantiezeit eingegangen.

Der Rechnungszins ist derzeit einheitlich bei 2,75 %. Spannend wird es zum Jahreswechsel, wenn der Zins bei den privaten Versicherungen voraussichtlich auf 2,25 % abgesenkt wird. Die Unterschiede bei Kosten und Überschüssen lassen sich am sinnvollsten anhand tatsächlicher Produktvergleiche durchführen. Diese Parameter wirken sich individuell unterschiedlich aus – je nach Geschlecht, Versicherungsdauer, Beitragshöhe etc.

Überschussrenten können mithilfe der Vergleichsprogramme AV-WIN und LVWIN berechnet werden. Sie bilden klassische Renten marktweit zu allen vier genannten Produktgattungen ab. Durch die neutrale Darstellung der „nackten“ Tarife ohne steuerliche Aspekte und Förderungen können hier Vergleiche angestellt werden (s. Grafik).

Fazit. Eine Analyse auf Tarifebene lässt keinen eindeutigen Sieger zu, da es zu viele Abhängigkeiten und individuelle Begebenheiten zu berücksichtigen gilt. Prinzipiell scheint die Basisrente leistungsmäßig etwas hinten anzustehen, dies lässt sich jedoch durch die geringere Anbieteranzahl und kaum vergleichbaren Produkte erklären. Noch größer sind die Spannbreiten bei den Pensionskassen, wenn Produkte mit Heubecktafeln zugelassen werden, die allerdings deutlich eingeschränkte Todesfallleistung und Garantien besitzen. Riester gewinnt bei Frauen, besitzt jedoch sehr große Spannbreiten. Die Privaten Renten scheinen eine gute Variante zu sein, da hier die Produktauswahl am größten ist.

Mehr denn je gilt: Der komplette Markt muss analysiert und betrachtet werden, um für den Kunden das optimale Produkt herauszufinden. Es kann aufgrund der Tarifunterschiede KEINE beste Schicht geben. Selbst Steuervorteile von 10 bis 30 % lassen sich auch durch leistungsstärkere Produkte ausgleichen. Die Möglichkeit, solche Produkte zu finden, bieten die M&M Vergleichsprogramme AV-WIN und LV-WIN.

(JOACHIM GEIBERGER)


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