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Asien-Boom hält Schiffe unter Dampf

Leistungsbilanzen 2005

Die ersten Leistungsbilanzen 2005 von Schiffsinitiatoren liegen vor und bieten durchgängig ein erfreuliches Bild: Der Boom in Südostasien sorgt für eine so gute Beschäftigungslage der Schiffe, dass die Leistungsbilanzen 2005 wohl generell bemerkenswert positiv ausfallen werden. Die konjunkturelle Sondersituation wird nicht zuletzt dadurch erkennbar, dass für alle fünf bereits berichtenden Initiatoren (Nordcapital, Norddeutsche Vermögen, Hansa Shipping, Dr. Peters und Hansa Treuhand) die Zahlen des Jahres 2005 besser ausfallen, als die Ergebnisse auf Grundlage der jeweils über die gesamte Laufzeit kumulierten Ergebnisse.

Am klarsten wird diese Sonderkonjunktur anhand der zusammengeführten Daten der fünf bereits verfügbaren Leistungsbilanzen deutlich (s. Tabelle Leistungsbilanzen kumuliert): Bewirtschaftungsergebnisse unter Plan wurden im vergangenen Jahr bei lediglich 13 % der erfassten Fonds verzeichnet, kumuliert über die Laufzeit seit Auflage dagegen hinken mehr als doppelt soviel, gut 27 % hinter dem prospektierten Wirtschaftsplan hinterher. Noch deutlicher fällt dieser Abstand bei den Ausschüttungen aus: Im letzten Jahr verfehlten nicht einmal ganze 10 % der erfassten Fonds die Zielvorgabe, die Betrachtung über die Laufzeit offenbart dagegen Rückstände von fast 40 % der Beteiligungsgesellschaften. Kein Zweifel, die vom starken Wachstum Südostasiens erzeugte starke Nachfrage nach Schiffsraum spült viel Geld auf die Konten der Eigner.

„Die schlechtesten Geschäfte werden in den besten Zeiten gemacht“ – eine alte Einsicht. Die aus den Zahlenwerken erkennbar werdenden „Leichen im Keller“ sind Mahnung zur Vorsicht. Und glaubt man den Spruchweisheiten des Geldgewerbes, ist diese Vorsicht gerade jetzt bei den Schiffen angebracht: lautet so eine alte Einsicht. Dass die alte Einsicht nicht völlig falsch ist, könnten die Immobilienspezialisten und ihre Banken bestätigen: Der Katzenjammer über die teilweise desaströsen Konsequenzen des Immobilienbooms im Gefolge der Wiedervereinigung klingen erst langsam ab. Unsere Banken waren über mehrere Jahre in einer so katastrophalen Verfassung, dass sie sich nur durch ein konsequentes finanzielles Ausbluten ihrer gewerblichen Kundschaft sanieren und den selbstverschuldeten Abschreibungsbedarf bewältigen konnten.

Vor diesem Hintergrund ist der Seitenblick von der Leistungsbilanz zur Platzierungsstatistik durchaus interessant: Die drei Hamburger Qualitätshäuser Norddeutsche Vermögen, Nordcapital und Hansa Treuhand haben schon 2005 gegenüber 2004 ihre Platzierungen herunter gefahren, während andere den Vertrieb noch einmal kräftig angekurbelt haben und das bis ins laufende Jahr auch weiterhin tun, so die Auskunft versierter Branchenbeobachter wie dem Hamburger Schiffspezialisten Jürgen Dobert oder der Rosenheimer Redaktion des Fondstelegramms. Dahinter steckt ein Risiko, wie Dobert deutlich macht: „Es halten sich die Häuser bei der Platzierung zurück, die mit guten Leistungsbilanzen dokumentieren können, dass sie das Geschäft mit den Schiffen wirklich beherrschen. Das ist auffällig aber nicht zufällig so.“ Zurückhaltung in dieser Boom-Phase dürfte sich zumindest aus Sicht der Anleger kaum als Fehler erweisen.

Die Häuser in einzelnen

Das Emissionshaus Hansa Hamburg Shipping ist relativ neu am Markt. Die kurze Geschichte weist aber Haken auf: Obwohl Hansa Shipping ganz überwiegend mit positiven Marktverhältnissen konfrontiert war, deuten die Rückstände bei den Ergebnissen auf allenfalls durchschnittliche Leistung: Trotz besserer Ausgangslage ist die Quote der unter Prospektvorgabe performenden Fonds mit 28 % bereits in der gleichen Größenordnung angekommen, wie in der kumulierten Leistungsbilanz über alle erfassten Initiatoren, bei denen doch die erfahreneren noch überwiegen, die eben auch schon schlechte Zeiten durchstehen mussten. Es scheint, als zahlten die Anleger hier Lehrgeld für einen Neuling.

Das Gegenstück liefert Hansa Treuhand, die die Gunst der Konjunktur nutzen, um aus schwierigeren Zeiten ererbte Probleme zu bewältigen. Die auf nachhaltige Stabilisierung angelegte Strategie wird an dem bei 4 von 5 Fonds erzielten Vorsprung der Tilgung des Fremdkapitals erkennbar. Negativ fällt ins Gewicht, dass Hansa Treuhand entgegen den Standards der Branche die Zahlen zur Liquiditätsreserve nicht ausweist.

Ein ähnliches Bild liefert Nordcapital, wo ebenso ein Trend zur überplanmäßigen Entschuldung erkennbar ist. Ein weiteres Indiz für die Qualität dieses Hauses: Bei mehr als der Hälfte der betrachteten Fonds liegt das Bewirtschaftungsergebnis über den Prospektvorgaben.

Diese Qualität findet sich auch bei der Norddeutschen Vermögen, wo sogar fast drei von vier der betrachteten Fonds bessere Ergebnisse liefern als prospektiert. Diese überplanmäßigen Ergebnisse schlagen sich zunächst in den Ausschüttungen nieder. Zwei von drei Fonds haben über die bisherige Laufzeit gerechnet überplanmäßig ausgeschüttet. Daneben wurden die Reserven bei praktisch allen Fonds überplanmäßig dotiert. Lediglich die Reserven wurden bei zwei Dritteln nicht planmäßig aufgefüllt, was aber wohl kein Anlass zu verschärfter Kritik sein dürfte, da kumuliert über die Laufzeit nur 2 von 38 vergleichbaren Fonds niedrigere Überschüsse als prospektiert liefern.

Davon ist das Dortmunder Haus Dr. Peters weit entfernt: Bei kumulierter Betrachtung beträgt die „Luschen-Quote“ ziemlich exakt ein Drittel. Allerdings wurden die weniger gut laufenden Schiffe in den 90er Jahren aufgelegt, als die Märkte ebenfalls ziemlich gut liefen. Für die neueren Angebote, die Tankerflotte, werden dagegen ordentliche Ergebnisse ausgewiesen.

Newcomer mit positiver Leistungsbilanz dank erfahrenem Management

Seit 2004 bietet die schweizerische SIC Suisse International Capital AG mit Sitz in Zürich privaten Investoren Schiffsbeteiligungen an. Seit Anfang des vergangenen Jahres ist sie auch mit einer Tochter – der SIC Suisse International Capital Deutschland GmbH – in Hamburg präsent und konnte hierfür die erfahrenen Fondsmanager Markus Söhl und Frank Waschwill gewinnen. Frank Waschwill war zuvor bei Hansa Treuhand, Hansa Mare Reederei und Atlantic, Markus Söhl bei Atlantic und Rothmann & Cie. tätig. Insgesamt konnten unter ihrer Leitung schon mindestens 70 Fonds mit einer Investitionssumme von mehr als einer Milliarde Euro erfolgreich platziert werden. Auch bei der SIC AG handelt es sich um eine am Markt durchaus ernst zu nehmende Kooperation von starken Partnern: So ist mit 30 % die Schlüssel Reederei KG und mit weiteren 30 % die SCL Reederei AG (Suisse Cargo Line mit Sitz in Bern) sowie die Geschäftsführer Markus Söhl und Frank Waschwill und die Inhaber der VEGA-Reederei Friedrich Dauber GmbH & Co. KG, Arend Brügge und Torsten Brügge, beteiligt.

Aufgrund dieser Konstellation ist davon auszugehen, dass ein ausreichender Zugang zu interessanten Projekten besteht. Die aus einer Kombination von Schweizer und Hamburger Motiven geprägte Firmenphilosophie verspricht daher interessante Zukunftsaussichten: Waschwill und Söhl ist „Kompetenz wichtiger als Größe“, und befragt man sie nach ihrem Unternehmensleitsatz, so erhält man folgende Antwort: „Unsere Partner und wir verfolgen das Ziel, sicherheitsorientierten Anlegern lukrative, konservativ konzipierte Kapitalanlagen zu ermöglichen. Kompetenz und umfangreiche Marktkenntnisse verknüpft mit hanseatischen Werten und Schweizer Tradition bilden dabei die Grundlage für die Konzeption der aufgelegten Schiffsprojekte.“ Auch hinsichtlich der potentiellen Partner bzw. der Frage des Ausbaus des Unternehmens erhält man eine eindeutige Antwort: Waschwill und Söhl ist es besonders wichtig, mit Reedereien zusammenzuarbeiten, die sich in ihrem Marktsegment durch eine hohe fachliche Kompetenz und hohes Sicherheits- und Qualitätsbewusstsein ausweisen.

Alles in allem dürfte hier nicht der nächste „Beteiligungsriese“ entstehen, sondern ein Emissionshaus, das zielgerichtet auf die Belange von Finanzdienstleistern, aber auch von Privatinvestoren Produkte konzipiert. Überzeugend ist dabei der Ansatz, sich auch künftig nicht vom Trend treiben zu lassen, sondern Produkte aufzulegen, die Anlegern über einen langen Zeitraum eine sichere Rendite versprechen. Was dies anbelangt, ist die SIC sicherlich ein Partner für Finanzdienstleister, die über einen langen Zeitraum einen stabilen Initiator für sicherheitsorientierte Kapitalanleger suchen.

(Dr. Martin Klingsporn)


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